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16.04.1982 - 

Bezogen auf das Anwenderprofil erreichte 3081-Installation die Papierform

Mit Feintuning die Maschinenbelastung gesenkt

Gute Erfahrungen im Gegensatz zu anderen Anwendern machte die Aachener und Münchener Versicherung AG, Aachen, mit der Installation Ihrer zwei 3081 D. Eine sorgfältige Planung sowie ein frühzeitiger Ausbau der Software ersparten Bernhard Schüller und dem Unternehmen offensichtlich größere Enttäuschungen. Bernhard Schüller* beschreibt Planung und Umstellung und nennt auch konkrete Zahlen.

Bei der Aachener und Münchener Versicherung AG, Aachen, wurde 1976 ein Fünfjahresplan aufgestellt, mit dessen Ablauf über eine CPU via 1000 Bildschirme rund 200000 IMS-Transaktionen im Real-time-mode abgewickelt werden sollen.

Parallel hierzu sollte eine zweite CPU den Testbetrieb für zirka 100 Programmierer sowie die nicht DB- abhängigen Batch-Arbeiten bewältigen.

Die Realität Ende 1981 wich nur unwesentlich ab von der ursprünglichen Planung:

- 2 x 3033 a 8 MB waren als MB installiert, wobei tagsüber von 07.00-17.00 Uhr eine DVA den TP-Betrieb mit 10 MB übernahm, während die andere Anlage den Roscoe-Betrieb für 100 Anwender und die restlichen Batch-Arbeiten des Vortages bewältigte.

- 1200 Bildschirme IBM 3278, 2 540 Zeichen waren lokal sowie remote an 40 Standorten im Einsatz. Die Steuerung erfolgte über VTAM/NCP, weitestgehend über 9600 bps-Leitungen, teilweise im Halb-, teilweise im Vollduplexbetrieb

- 160 Datenbanken unter IMS standen den Anwendern für Online-Abfragen und Real-time-up-dates zur Verfügung.

Die Anforderungen an die Qualität und Sicherheit der Gesamtinstallation fand ihren Niederschlag unter anderem in der tagsüber dedizierten Organisationsform der Maschinen nach TP- beziehungsweise Test-/ Batch-Anwendungen, die separaten Zielfunktionen dienten und entsprechend unterschiedlich durch die Systemprogrammierung "getuned" wurden.

Verhalten bei Abstürzen

Diese Organisationsform wurde jedoch täglich um 17.00 Uhr in ein MP-System überführt, über welches der abendliche "Nach-TP-Betrieb" mit verstärkter Power (das heißt 2 x 8 MB und 2 x 12 Kanälen) zügig durchgeführt werden konnte.

Außerdem wurden umfangreiche Verfahren realisiert, um einen industrialisierten Betrieb hinsichtlich Job-Abläufen, Datenbank-Sicherungsprozeduren einschließlich Recoveries und automatischer Backouts dem Rechenzentrum zur Verfügung zu stellen.

Trainingsprogramme und genaue Festlegung von Verhaltensweisen bei Abstürzen und Hardware-Ausfällen insbesondere im TP- und MP-Betrieb führten zu einer relativ sicheren Handhabung des Gesamtsystems.

Einige Kennzahlen per Januar 1982 können die Leistungsmöglichkeit dieser 3033-Systeme unter OS/MVS-SP verdeutlichen:

- Anzahl Transaktionen: 200000

- Durchschnittliche Anzahl

Bytes/Transaktion 140 bei Eingabe

1400 bei Ausgabe

- Durchschnittliche Verweilzeit

einer Transaktion im System 395 Sekunden

- Durchschnittliches IMS-Queuing 40 Transaktionen

- Durchschnittliche CPU-Belastung

der MP-Maschine ab 17.00 Uhr

als MP 60%

- Durchschnittliche Anzahl DB-Calls 8 /Transaktion

- Durchschnittliche Anzahl I/Os 6,25 /Transaktion

- Paging-Rate 30 /Sekunde

- Durchschnittliche CPU-Belastung

der TP-Maschine 70%

- Durchschnittliche CPU-Belastung der

Batch-Maschine bis 17.00 Uhr 60%

Anfang 1981 wurde in Abstimmung mit dem Gesamtvorstand des Unternehmens eine neue Fünfjahresplanung aufgesetzt, deren Beginn im März 1982 mit der Installation zweier Systeme 3081 -D a 16 MB und jeweils 16 Kanälen gestartet wurde. Die Vorausschau erwartete eine rund 100prozentige Steigerung der Leistung gegenüber den bisherigen Werten.

Sorgfältigste Planung im Sinne des "Installation-Managements" führten zu einer relativ reibungslosen Inbetriebnahme der Anlagen. So wurden die erforderlichen Softwareteile wie MVS, IMS, VTAM entsprechend hochgerüstet und teilweise schon ab Anfang Dezember 1981 auf der Test-/Batch-Anlage 3033 durch die Systemprogrammierung produktiv gemacht und somit einem echten Verfügbarkeitstest unterzogen.

Das technische Umfeld bestehend aus Strom, Klima und Verkabelungen, war im Januar 1982 ebenfalls schon durch die RZ-Produktion betriebsbereit gemacht worden. Beide Anlagen wurden dann am 26.02.82 gleichzeitig angeliefert. Die erste Anlage war nach 15 Stunden Technik installiert und ausgetestet.

Systeme gekippt

Die Übernahme erfolgte aus organisatorischen Gründen - wegen Monatsabschluß - jedoch erst am Wochende des 06./07. März 1982. Der Test-/Batchbetrieb wurde zunächst bis 18.03.82 über diese Anlage 3081 problemlos sowie mit erwartetem deutlich verbessertem Antwortzeitverhalten für die Roscoe-Benutzer und erhöhtem Job-Durchsatz abgewickelt.

Der TP-Betrieb lief auf der 3033MP mit 16 MB ebenfalls deutlich verbessert ab. Diese MP-Konfiguration haben wir zu diesem Zeitpunkt gedanklich gleichgesetzt mit einer 3081 hinsichtlich Leistung und Durchsatzvermögen, so daß dies aus unserer Sicht ein vorgezogener Test war für die unmittelbar folgende Installation der TP-Anwendungen auf der 3081.

Ab 19.03.82 wurde der TP-Betrieb von der 3033-MP auf das System 3081-D übertragen und die übrigen Arbeiten auf der 3033-MP durchgeführt: Die Systeme wurden hinsichtlich der Anwendung "gekippt" - Auch dieser "produktive Härtetest" verlief erfolgreich - die Erwartungen hinsichtlich Auslastung der 3081 e 16 MB gegenüber der 3033, 10 MB wurden erfüllt sowie die Erkenntnisse von dem Vortest über 3033-MP bestätigt.

Umfangreiches Pre-Loading

Am Wochenende des 20./21.03.82 wurde die zweite 3081 eingeklinkt. Die Ablösung der 3033-Systeme durch die neuen Anlagen war damit vollzogen. Laufende Untersuchungen und Messungen während und nach Abschluß der Installationen zeigten, daß die aufgrund der "Papierform" erwarteten Leistungswerte der neuen Maschinen, bezogen auf das Anwendungsprofil und die Systemgegebenheiten der AM, erreicht wurden.

Die konkreten Vergleichswerte gegenüber der 3033-Installation lauten Zeit

- Durchschnittliche Anzahl Transaktionen 210000

- Durchschnittliche Anzahl Bytes/Transaktion 140 bei Eingabe

1400 bei Ausgabe

- Verweilzeit einer IMS-Transaktion im System max. 175 Sekunden

- Durchschnittliche IMS-Queuing 0,5 Transaktionen

- Durchschnittliche Anzahl DB-Calls 8 /Transaktion

- Durchschnittliche Anzahl I/Os 6,25/Transaktion

- Paging-Rate 0 /Sekunde

- Durchschnittliche CPU-Belastung der

TP-Maschinen 35%

- Durchschnittliche CPU-Belastung der

Batch-Maschine 35%

Durch weiteres "Fein-Tuning" sind wir sicher, die Verweilzeit der IMS-Transaktionen und damit das Queuing sowie die Maschinenbelastung beispielsweise durch noch umfangreicheres Pre-Loading weiter reduzieren zu können. Wir erwarten in den nächsten Jahren eine weitere, fließende Steigerung der Transaktionszahl auf etwa 350000 pro Tag - parallel hierzu eine 50prozentige Erweiterung des Batch - sowie überwiegend aufgrund weiterer Automatisierung des Testbetriebs.

Dieser "load" sollte von den beiden Systemen verkraftet werden können, ohne daß es zu Engpaßproblemen kommt. Die Möglichkeit im Feld eine Erweiterung auf die K-Modelle vornehmen zu können, stellt aus unserer Sicht eine verbesserte Modellpolitik dar, bei einer überproportionalen Steigerung der Anforderungen relativ kurzfristig reagieren zu können.

Die Mitarbeiter des Rechenzentrums haben - erfahren durch die MP-Konfiguration und deren Umschaltmimik - bei der Steuerung der 3081er-Systeme keine Probleme gehabt. Bei gleichbleibendem Kostensatz haben wir durch diese Installationen wieder Luft geschaffen.

* Bernhard Schüller, Prokurist der Aachener und Münchener Versicherung AG, Aachen

_AU:Bernhard Schüller