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15.01.1993 - 

Deutliche Kampfansage an den Datenbankspezialisten SAP

Mit "Finacials" will Oracle den deutschen Markt aufrollen

"Financials laeuft unter Unix, VMS sowie auf Mainframes und konkurriert eindeutig mit R/2 und R/3", klaert Oracle-Manager Joerg Janke die Fronten. Janke ist als Application Localisation Manager fuer die technische Realisierung des Produkts zustaendig. Nach seinen Angaben existieren von dem Softwarepaket weltweit bereits 2000 Installationen. Dass mit Oracle kein unerfahrener Neuling gegen SAP antritt, belegt das Marktforschungsinstitut IDC: Nach dessen Erkenntnissen haelt Oracle rund 30 Prozent des Marktes von Anwendungssoftware fuer den Finanzbereich.

Beeindruckende Absatzzahlen sind jedoch noch kein Erfolgsrezept im Kampf gegen die Marktdominanz der SAP. So musste Dun & Bradstreet, weltweit die Nummer eins in diesem Geschaeft, die deutsche Geschaeftstelle zum 1. Januar dieses Jahres aufloesen. Um mit Financials nicht ein aehnliches Schicksal zu erleiden, versucht Oracle der direkten Konfrontation aus dem Weg zu gehen. Laut Janke will Oracle die Software vor allem dort vermarkten, wo "SAP auf Akzeptanzprobleme stoesst". Dies sei bei den Dienstleistern sowie bei Banken und Versicherungen der Fall aber auch bei Handelsgesellschaften. Im Fertigungsbereich werde sich Oracle - anders als in den USA - zunaechst noch nicht engagieren.

Gerd Oswald, Entwicklungsleiter R/3 und Mitglied der SAP- Geschaeftsfuehrung, laesst diese Argumente nicht gelten. Die Walldorfer haetten Kunden in jeder Branche. Einen gewisse Spezialisierung im Bereich Fertigung leugnet er allerdings nicht.

Oracle-Manager Janke hebt aber auch die angeblich bessere Qualitaet seines Produkts heraus. So sei Financials fuer die ganze Palette internationaler Finanz- und Abrechnungsformen ausgelegt. Von dem SAP-Produkt unterscheide es sich zudem durch die offenere Architektur. Jeder Anwender koenne ohne Hilfe von teuren Dienstleistern Veraenderungen in der betrieblichen Organisation oder Produkterweiterungen definieren. Auch die Gestaltung der Informationshierarchie und des Berichtswesens liesse sich durch den Kunden festlegen.

Auch diesen Behauptungen widerspricht Oswald. Gerade in der internationalen Ausrichtung liege eine der Hauptstaerken der SAP- Software. Die Anpassung an die Anwenderbeduerfnisse sei durch entsprechende CASE-Werkzeuge und das offengelegte Datenmodell moeglich.

Vor allem aber gibt der R/3-Spezialist den Vorwurf mangelnder Offenheit an Oracle zurueck: "Sollen die doch erst einmal - wie wir - ihre Daten- und Funktionsmodelle offenlegen." Gegen den Grundsatz der Offenheit verstosse auch, dass Oracles Standardsoftware ausschliesslich mit dem hauseigenen Datenbanksystem zusammenarbeiten koenne.