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31.03.2000 - 

Franzosen auch an Vodafone/Mannesmann-Tochter Orange interessiert

Mit France Télécom spielt Mobilcom in der Europaliga

PARIS/MÜNCHEN (CW) - France-Télécom-Chef Michel Bon forciert den Internationalisierungskurs seines Unternehmens. Nach dem Einstieg bei der Mobilcom AG plant der noch weitgehend im staatlichen Besitz liegende französische Carrier nun auch die Übernahme des britischen Mobilfunkbetreibers Orange.

France Télécom erwirbt 28,5 Prozent der Anteile am deutschen Netzbetreiber Mobilcom und zahlt dafür 7,3 Milliarden Mark. Der Einstieg erfolgt, wie beide Unternehmen mitteilten, im Rahmen einer Kapitalerhöhung. Mobilcom-Gründer und -Vorstandschef Gerhard Schmid gibt selbst keine Aktien ab; sein Anteil sinkt allerdings auf 40 Prozent. Eine weitere Aufstockung der Beteiligung von France Télécom ist zunächst nicht geplant, ab Mitte 2003 haben die Franzosen allerdings das Recht, zusätzliche Aktien von Schmid zu erwerben.

Mit dem Deal gelang France Télécom der seit dem Zerwürfnis mit der Deutschen Telekom immer wieder angekündigte Einstieg in den deutschen TK-Markt.

Die neue deutsch-französische Allianz dürfte, so der Tenor unter Branchenkennern, ähnlich wie Mannesmann/Vodafone zu einem ernsthaften Wettbewerber für den Marktführer Deutsche Telekom avancieren. Auch an eigenem Selbstbewusstsein mangelt es nicht. Man wolle Marktanteile und neue Märkte in Deutschland hinzugewinnen und in Europa bald führender Anbieter von Festnetz-, Mobilfunk- und Internet-Diensten werden, teilten beide Partner mit. Über die France-Télécom-Tochter Global One, das ehemalige Joint Venture mit Deutscher Telekom und Sprint, soll unter anderem das Mobilcom-Angebot um internationale Sprach- und Datendienste speziell für deutsche Großunternehmen ergänzt werden.

Mobilcom fehlte Geld für weitere ExpansionMit rund drei Millionen Festnetz- und über zwei Millionen Mobilfunkkunden sowie einem stark wachsenden Internet-Geschäft hatten die Norddeutschen zuletzt schon ihren Ruf als Komplettanbieter und Nummer drei unter den deutschen Telcos untermauern können. Trotz eines beindruckenden Wachstums im Geschäftsjahr 1999 (von 1,47 Milliarden Mark im Vorjahr auf 2,5 Milliarden Mark Umsatz) drohte allerdings das für den weiteren Netzausbau sowie die eigene Internationalisierung notwendige Geld knapp zu werden.

Beide Unternehmen wollen jetzt als Bieterkonsortium für eine deutsche Mobilfunklizenz auf Basis des neuen Standards Universal Mobile Telecommunications System (UMTS) auftreten. Allein für die Bewerbung veranschlagen Experten Kosten in Höhe von mindestens einer Milliarde Mark. Erhält man den Zuschlag, will Mobilcom in den kommenden zehn Jahren weitere zwölf Milliarden Mark in den Aufbau einer entsprechenden Netzinfrastruktur investieren. Die Mittel hierzu sollen weitgehend aus dem Kapitalzufluss seitens France Télécom kommen. Mehr als fraglich dürfte deshalb die Zukunft des Joint Ventures mit Debitel sein, dessen Ziel ebenfalls die Bewerbung um eine UMTS-Lizenz war.

France-Télécom-Chef Michel Bon skizzierte gleichzeitig vor Journalisten in Paris weitergehende Internationalisierungspläne seiner Company. Neben dem Ausbau von Global One seien vor allem Deutschland und Großbritannien "Zielmärkte". In Deutschland konnte man jetzt den Einstieg "mit einem starken Partner" realisieren. Was Großbritannien angehe, sei man am Mobilfunkbetreiber Orange interessiert, wisse aber noch nicht, wie sich dessen neuer Mehrheitseigner Vodafone entscheide.