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30.01.2004 - 

Softwareschmiede kauft Beschaffungs-Dienstleister für 493 Millionen Dollar

Mit Freemarkets baut Ariba Serviceangebot aus

MÜNCHEN (rg) - Die als Anbieter von so genannten Enterprise-Spend-Management-Lösungen wiedererstarkte Ariba Inc. hat angekündigt, den auf Beschaffungs-Dienstleistungen spezialisierten Wettbewerber Freemarkets zu übernehmen.

Der ehemalige Börsenstar Ariba kauft nach einer langen Durststrecke mit Freemarkets einen seiner stärksten Konkurrenten. Damit baut der auf Lösungen für E-Procurement, Einkaufsanalyse, Vertrags-Management und Sourcing spezialisierte Anbieter vor allem seinen Dienstleistungsbereich aus. Freemarkets erzielt seinen Umsatz in erster Linie mit Sourcing-Services wie der Auswahl geeigneter Lieferanten und der Abwicklung von Ausschreibungen.

Ariba bietet den Freemarkets-Aktionären 2,25 eigene Anteile plus zwei Dollar in bar pro Anteilschein. Damit beläuft sich das Gesamtvolumen der Übernahme auf rund 493 Millionen Dollar. Der Deal soll bis Ende des zweiten Quartals 2004 in trockenen Tüchern sein. Das künftige Unternehmen wird voraussichtlich einen Umsatz von rund 360 Millionen Dollar jährlich erwirtschaften.

Bis zum formalen Abschluss des Geschäfts werden beide Unternehmen ihre Angebote wie angekündigt weiterentwickeln. "Wir wollen das Beste aus beiden Firmen zusammenführen und in die künftigen Produkte einbringen sowie unsere Kunden schmerzfrei auf eine neue, gemeinsame Plattform migrieren", so Ariba-CEO Bob Calderoni. Freemarkets hat mit der Supply-Management-Lösung "Freemarkets ES" sowie der Sourcing-Software "Freemarkets QS" zwei eigene Lösungen im Portfolio.

Rund 80 Prozent der Kunden haben diese Systeme jedoch nicht gekauft, sondern lassen sie von Freemarkets betreiben.

Mit einem Börsenwert von 16 Milliarden Dollar im Jahr 1999 zählte Ariba zu den Stars unter den jungen E-Business-Companies und wurde als ernsthafter Konkurrent von SAP und Oracle gehandelt. In die Krise war Ariba geraten, nachdem das hoch eingeschätzte Geschäft mit Internet-Marktplätzen weggebrochen war und dem Unternehmen als einzige Säule der Bereich E-Procurement verblieb. 2001 übernahm Calderoni den Vorsitz des angeschlagenen Unternehmens und stabilisierte es: Im dritten Quartal 2003 schrieb Ariba nach mageren Jahren erstmals wieder schwarze Zahlen (nach US-GAAP). Das Unternehmen baute sein Portfolio aus und bietet heute unter dem Label "Enterprise Spend Management" ein modular aufgebautes Set an diversen Lösungen für den Einkauf an. "In diesem Bereich tauchten in den vergangenen Jahren zunehmend Nischenanbieter auf, wobei sich im Sektor Sourcing Freemarkets zu unserem stärksten Konkurrenten entwickelte", fasst Peter Bernard, Marketing Director Central Europe bei Ariba, die Entwicklung zusammen.

Durch den Zukauf, den Bernard als freundliche Übernahme bezeichnet, könne Ariba künftig verstärkt Unternehmen ansprechen, für die sich auf Grund ihres Beschaffungsvolumens die Einführung eigener Softwaresysteme nicht rechne oder die vor einem solchen Schritt zuerst Erfahrungen mit elektronischen Einkaufssystemen sammeln wollten.

Von Marktbeobachtern wird die Übernahme überwiegend positiv bewertet. Laut Enrico Camerinelli, Program Director Enterprise Applications bei der Meta Group, ist der Deal sinnvoll: "Vor allem für Softwareanbieter, die nicht groß genug sind, um langfristig alleine zu überleben, ist es ein wichtiger Schritt, ihre Dienstleistungsangebote auszubauen." Diese Strategie habe Ariba überzeugend eingeschlagen, nachdem es außerdem Anfang des Jahres seinen langjährigen Hosting-Partner Alliente übernommen habe.