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24.10.1975

Mit fünf Projekten bereits im ersten Jahr 4120000 Mark gespart

"Mit Terminals kann man wesentlich besser manuelle Tätigkeiten ablösen als mit konventionellen Batch- Arbeiten", resümiert Manfred Vaupel über sein kürzlich abgeschlossenes fünfteiliges Marathon- und Mammut-Projekt, dessen Ziel es war, TP-Anwendungen kosten- und zeitgerecht zu realisieren. Der Startschuß fiel Anfang 1973, heute sind insgesamt 170 Terminals in den Werken und Verkaufsbüros der SKF im sogenannten -SKF-Telenet mit dem Zentralrechner in Schweinfurt verbunden.

Das waren die Anforderungen, die vor Projektbeginn gestellt wurden: Personalabbau durch Anwendungen mit großem Rationalisierungseffekt, Informationsbeschleunigung und Aktualisierung von Steuerungsdaten in den Bereichen Auftragsabwicklung und Bestanddisposition. Ausgangspunkt, von dem aus die fünf Projekte "Distribution Control System (DCS)" (I), "Zentralisierung der Fertigungssteuerung" (II), "Computerverbund (III), "Mixed-Hardware" (IV) und "Tuning von Batch-Anwendungen" (V) durchgezogen wurden: Alle bestehenden Anwendungen liefen als reine Stapel-Systeme, an Rechnern waren eine 370/158 in Schweinfurt (Drei-Schicht-Betrieb), eine 370/135 in Stuttgart-Canngtatt und eine 360/20 in Lüchow installiert. Die Schwierigkeiten lagen darin, daß Neuland im technischen Design der Anwendungen betreten werden mußte. Hinzu kam, daß die Ablösung der in den Werken Cannstatt und Lüchow installierten Systeme durch RJE-Stationen die Convertierung von 600 Programmen von DOS auf OS erforderlich machte. Ungewohnt für die Schweinfurter EDV-Mannschaft war zudem der Umgang mit mehreren Fremdherstellern, ganz besonders dann, wenn Fehler zu lokalisieren waren. Das weitaus größte Problem bestand jedoch darin, die Verfügbarkeit der Online-Systeme auf 90 Prozent zu bringen und akzeptable Response-Zeiten zu erreichen. Das vorgegebene Soll wurde mit geringen Abstrichen erfüllt: Insgesamt konnten bereits im ersten Jahr 4120000 Mark gespart werden. Lesen Sie auch Bericht und Interview auf den Seiten 6 und 7.)

SKF/EDV-Projekt 1:" Die Terminals sind bei den Benutzern draußen in den Verkaufsbüros sehr gut angekommen, weil die Datenverarbeitung damit einfacher und überschaubarer wurde", berichtet Manfred Vaupel über die erfolgreiche Realisierung des Projektes "Distribution Control System (DCS)". Insgesamt 90 Datenendgeräte in 15 Ingenieursund Verkaufsbüros von Hamburg bis München sind heute über gemietete Standleitungen (4800/9600 Baud) mit der Zentrale in Schweinfurt verbunden. Beabsichtigt war, die Außenlager zu zentralisieren und Personaleinsparungen ohne Verminderung des Kundenservice zu erzielen. Das wurde noch übertroffen: Die Benutzer haben direkten Zugriff auf alle in der zentralen Datenbank gespeicherten Informationen und können heute schneller Auskunft über die Verfügbarkeit der Artikel an jedem einzelnen Lager geben. Es wurden Antwortzeiten von 2,5 Sekunden lokal und 6,5 Sekunden remote bei 90 Prozent der Nachrichten erreicht, innerhalb des vereinbarten Rahmens. Einsparung aus Projekt I und II: 22 Prozent des Personals, 3 Millionen Mark nach Abzug der Software- und Hardware-Kosten.

SKF/EDV-Projekt II: Die Ziele des Projekts "Zentralisierung von Systemen zur Fertigungssteuerung" formuliert der "EDV-Chef des Jahres" so: Übernahme von dezentralen - Anwendungen auf die 370/158, deren Arbeitsvolumen dadurch erhöht wird, was durch entsprechende Maßnahmen bei anderen Projekten (Tuning) jedoch zu kompensieren war. Weiter geplant: Die Vereinheitlichung von Anwendungen, der Aufbau von Datenbanken für Fertigungspläne, Stücklisten und Material.

Nach der Einführung des neuen TP-Systems stehen die ganzen Fertigungspläne in Datenbanken bereit, um von 80 Terminals (remote und local ) abgerufen zu werden. Listen werden nicht mehr ausgedruckt. Auf der Seite der System-Software werden bei dem Schweinfurter Industrieunternehmen ausschließlich fertige Pakete wie IBMs Datenbanksystem IMS eingesetzt. Bei der Anwender-Software sieht es etwas anders aus: Für standardisierte "Fertigware" besteht kein Bedarf. Das sei keine prinzipielle Entscheidung, erklärt Vaupel, "aber wenn man erst mal mit der Eigenentwicklung begonnen hat, kann man nicht mehr zurück."

SKF/EDV-Projekt III: Im engen Zusammenhang mit Projekt II muß das Vorhaben "Computerverbund" gesehen werden, denn erst die Ablösung der in Cannstatt und Lüchow installierten Systeme 370/135 und 360/20 durch RJE-Stationen IBM 3780 (1x), IBM 5985 (1x) und Data 100/74 (2x) schuf die Voraussetzungen für die Zentralisierung. Der Datentransfer zwischen den intelligenten Terminals und dem HOST-Computer wird über Multiplexer-Kanäle unter BSC-Prozedur, abgewickelt. Für die totale Online-Orientierung hat Vaupel eine einfache Erklärung: "TP-Software ist teuer und es ist völlig unrentabel, 20 Terminals unter IMS zufahren. "Bei den DFÜ-Einrichtungen wurde aus gutem Grund nicht gespart: 90 Prozent Verfügbarkeit für den Terminal- operator müssen ohne doppelte Telenet-Ausstattung und mit Single-Computerkonzept bei täglich 65 000 Nachrichten stabil gehalten werden. "Darauf sind wir schon ein bißchen stolz", freut sich der, SKF-EDV-Leiter. Und auch die jährliche Einsparung kann sich sehen lassen: 450 000 Mark. Die Verbundlösung soll nach Aussagen des EDV-Profis für die nächsten Jahre Gültigkeit haben.

SKF/EDV-Projekt IV: 670 000 Mark jährliche Einsparung bringt das Projekt "Mixed-Hardware", zu dem sich Vaupel vorbehaltlos bekennt: "Wenn eine Systemkomponente eines fremden Herstellers tatsächlich einmal ausfällt, dann tauen deshalb keine Hähnchen auf." Von insgesamt 130 Bildschirmgeräten sollen in der Endstufe nur noch 20 von IBM sein (2370), den Rest liefert SEL (3280 Datenstationen). Auch bei den Remote Job-Entry-Stationen erschienen Vaupel die IBM-Datenstationen 3780 und 5985 nicht nur unter Kostengesichtspunkten keinesfalls als das "Nonplusultra": Zwei Data 100-RJE-Terminals tragen mit dazu bei, daß sich der Einsatz von fremder Hardware in klingender Münze auszahlt.

Schließlich blieb auch das "Allerheiligste" nicht unangetastet: An die 370/158-Zentraleinheit sind Memorex-Plattenspeicher 3672 angeschlossen. Zum Projekt "Mixed Hardware" zählt der SKF-EDV-Chef auch das Replacement von 2 IBM-1800-Prozeßrechnern für Welligkeitsmessungen von Wälzlagern durch 2 Minicomputer von Modcomp. Die Prozeßperipherie sowie die Programme konnten beibehalten werden.

SKF/EDV-Projekt V: Nur aus-wie er sagt - erzieherischen Gründen werden Tuning-Maßnahmen bei der SKF mit einem "Projektkleid" versehen.

Um Möglichkeiten für zusätzliche Batch-Anwendungen zu schaffen, wurden durch verändertes Job-Control und den Einsatz von PTE der Firma CAP die CPU-Zeiten um durchschnittlich 20 Prozent reduziert, so daß die Batch-Produktion in 175 Stunden reiner CPU-Zeit im Drei-Schicht-Betrieb monatlich termingerecht abgewickelt werden kann. Die durch Tuning bewirkten Einsparungen wurden bei der Wirtsaftlichkeitsberechnung (Gesamteinsparungen 4 120 000 Mark) nicht berücksichtigt, da - so Vaupel- keine ausgabewirksamen Kosten gespart werden. Anstoß für die gezielte Tuning-Aktion war übrigens ein Artikel in der Computerworche vorn 9. Oktober 1974 "Tuning spart Anwender 1 Million Mark." Vaupel: Das hat unsere Abteilung elektrisiert. Wir haben uns sofort mit den Kollegen von SEL in Stuttgart in Verbindung gesetzt, um weitere Informationen über die dort Praktizierten Verfahren zu bekommen.