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27.06.1986 - 

Ingenieurunternehmen löst mit Komplettlösung Kommunikationsprobleme:

Mit geringem Aufwand Integration geschaffen

Als die deutsche Tochter des schwedischen Ingenieurunternehmens Fläkt vor vier Jahren einen Anwendungsrückstau von etwa 30 Mannjahren zu verzeichnen hatte und über einen Lösungsweg nachdachte, stieß man auf "Mantis", ein Anwendungs-Entwicklungssystem der vierten Generation von Cincom. Mit der Zeit kamen M/Text, ein Text- und Dokumentenbe- und -verarbeitungssystem, sowie PC Contact, ein integriertes Kommunikationssystem zwischen Host und Mikro, dazu. Mit diesen drei Komponenten von Manage/XT, dem integrierten System zur Anwendungsentwicklung und Büroautomation ist man bei Fläkt überzeugt, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

Das Zusammenspiel von kaufmännisch-administrativen und technisch-wissenschaftlichen Aufgaben und der Bürokommunikation sowohl im eigenen Land als auch über die Grenzen hinaus war das Problem der deutschen Tochtergesellschaft des multinationalen schwedischen Konzerns. Es galt, die komplexen Ingenieur-Anwendungen mit den kaufmännischen Fragestellungen in angemessener Weise miteinander in Einklang zu bringen. Die Fläkt-Gruppe, ein Unternehmen, das sich auf dem Gebiet der Luftbehandlung engagiert, besteht aus der Muttergesellschaft Fläkt AB, Stockholm, und etwa 70 Gesellschaften in 27 Ländern. Die deutsche Tochtergesellschaft, 1960 gegründet, umfaßt fünf Gesellschaften. Aus ihrer unterschiedlichen Struktur von Aufträgen ergibt sich eine unterschiedliche Form der Behandlung. Beispielsweise ist die Auftragsvor- und -nachkalkulation eines Klimakastengerätes bis hin zum Serienprodukt eine relativ einfache Sache. Hingegen stellt die Auftragsvor- und -nachkalkulation eines Ingenieurauftrags, der über drei Jahre mit einem Volumen von 100 Millionen Mark abgewickelt wird, bedeutend mehr Anforderungen.

Die fünf Gesellschaften sind in sich eigene Profitcenter, die Datenverarbeitung ist eine Dienstleistung, die alle fünf Gesellschaften betreut. "Wir müssen daher zum Jahresabschluß fünf Bilanzen erstellen", erklärt DV-Leiter Burkhardt Strauss. Mehr noch, die dafür notwendigen Daten müssen auch monatlich gesammelt und aufbereitet werden. Darüber hinaus sind zahlreiche Anwendungsgebiete aus Marketing und Vertrieb, Konstruktion, Fabrik, Materialverwaltung, Einkauf, Buchhaltung, Lohn und Gehalt mit Datenverarbeitung unterlegt. Als vor rund vier Jahren der Anwendungsrückstau auf 30 Mannjahre angewachsen war, setzte man sich bei Fläkt an einen Tisch, um über eine Lösung nachzudenken.

Bei diesem Unternehmen wurde die überwiegend im zentralen Batch-Modus gefahren. Online-Anwendungen - bis auf die in Schweden für die Produktion eingesetzten IMS-Applikationen gab es nicht. Zunächst einmal wurde ein Fragenkatalog aufgestellt, der folgende Punkte umfaßte: Funktionen, Integration, Alternativen, Voraussetzungen, Durchführbarkeit, Konflikte, Prioritäten, Zeitplan sowie nicht zuletzt die Kosten.

"Das war im Prinzip der Fahrplan", sagt Burkhardt Strauss, "die Strategie, mit der wir versucht haben, um sich uns stellenden Herausforderungen zu lösen." 1982 wurde für die ganze Gruppe beschlossen, Mantis als interaktives Anwendungsentwicklungssystem einzusetzen. Die DV-Umgebung von Mantis stellte sich folgendermaßen dar: Als Rechner wurde eine IBM 4361/8 MB (damals 4331) eingesetzt, die unter DOS/VSE läuft; an Schnittstellen stand dabei CICS/ICCF zur Verfügung und die Betreuung erfolgte durch insgesamt fünf Organisationsprogrammierer.

Entwicklungstool für Software-Anwendungen

Warum Mantis genommen wurde begründet der Fläkt-DV-Leiter so: "Wer einmal eine Cics- oder Cobol Ausbildung durchlaufen hat, weiß was es heißt, Mitarbeiter auszubilden." Neben der relativ einfachen Ausbildung, die Zeit und Kosten spare, war der DV-Spezialist auch davon angetan, daß Mantis als vollständiges Entwicklungswerkzeug für Online-Anwendungen eingesetzt werden kann und über Schnittstellen zu externen Dateien, Datenbanken und Anwendungen verfügt. Zudem gefiel die strukturierte, prozedurale Sprache sowie die menügesteuerte Programmentwicklung. Weiter sprach für das Entwicklungssystem die Tatsache, daß nur geringe Kenntnisse der Systemprogrammierung notwendig sind.

Einen entscheidenden Vorteil sah Strauss im Prototyping, das durch Prompter-Techniken, Menüunterstützung, Bildentwurfsmöglichkeiten sowie Programmentwurf mit Anwender- und Skelettprogrammierung auffiel. Für die Einführung von Mantis wurden bei Fläkt fünf Tage gebraucht. Installation und Schulung waren dabei eingeschlossen. Mit sogenannten Internal Files konnte relativ einfach eine Testumgebung aufgebaut werden, unbehelligt von der Produktion. Die erst mit diesem System geschriebene Anwendung war ein Terminplan für das Operating, mit dem die Interaktion zwischen Fachabteilung und DV-Abwicklung festgelegt werden sollte. Mit dem Prototyping wurde auch gleich die Anwendung implementiert; der Aufwand zwischen Spezifikation und Programmierung konnte dadurch vermindert werden.

Seit Einführung des Systems im Mai 1983 wurden 250 VSAM-Dateien onlinefähig gemacht und 400 Online-Programme in 15 Anwendungsgebieten geschrieben, die von der Buchhaltung über die Werkstattplanung bis hin zur Bestellschreibung die drei miteinander verzahnten Unternehmensbereiche umfaßt. Im September 1984 wurde M/Text, das Cincom-eigene Textsystem für Zentralrechner, installiert.

Aus organisatorischen Gründen kam nur eine Textverarbeitung in Frage, die sich auch in die Datenbank integrieren ließ. Mit M/Text kann der am Arbeitsplatz ohnehin vorhandene Bildschirm benutzt und zeitweise zu einem Textsystem umfunktioniert werden. Den Hauptvorteil sah DV-Chef Strauss darin, daß durch die Verbindung von M/Text und Mantis Daten und Texte miteinander verknüpft werden können. So wird bei Fläkt beispielsweise die Beschreibung in der Form gelöst, daß der in M/Text erstellte Textblock über das Entwicklungssystem mit den Werten aus der Datenbank verknüpft wird. In der Zwischenzeit ist das Textverarbeitungsprogramm zu einem vollen Bürokommunikationssystem im Hause Fläkt geworden.

Endbenutzer können an IDV partizipieren

Mit der Zeit kamen neue Anforderungen auf das Unternehmen zu. War die Möglichkeit, mit Mantis Online-Applikationen zu entwickeln, ein Meilenstein für die Fläkt-DV-Umgebung gewesen, so eröffneten sich mit der Einführung des Mikros völlig neue Perspektiven. Jetzt konnte auch der Endanwender an der individuellen Datenverarbeitung partizipieren, ohne sich Kenntnisse eines Organisationsprogrammierers aneignen zu müssen. Als das Unternehmen darüber hinaus eine Möglichkeit suchte, den Mikrocomputer an den Großrechner anzubinden, brachte Cincom ein integriertes Kommunikationssystem zwischen Host und Mikro namens PC Contact auf den Markt. Damit können Informationen aus einer zentralen Datenbank abgerufen, in den PC geladen, selektiv wieder zurücktransferiert und dort auch gespeichert werden. Der Zugriff auf die Daten erfolgt mit Mantis. PC Contact wurde im Mai 1985 in die Betatest-Installation übernommen und seit September desselben Jahres in einem mehr oder weniger produktiven Stadium eingesetzt.

Die Mikro-Anwender bei Fläkt sind Ingenieure, die geringe EDV-Vorkenntnisse mitbrachten. Sie bearbeiten die Produktauslegung mit relativ komplexen technischen Programmen auf dem PC und greifen bei der Preisfindung auf den Host zurück. Dabei bekommen die Anwender Unterstützung durch die Benutzeroberfläche, die beim Transfer in das Cics-System nicht merken läßt, wenn man sich von der Mikroebene auf die Hostebene begibt, sich dort bewegt und auch das Angebot dort abruft. Mantis-Funktionen laufen im Mainframe ab, obwohl der Eindruck entsteht, daß es sich um eine Mikroverarbeitung handelt.

Interface macht Systeme durchgängig

Besonders wichtig für die Entscheidung des DV-Spezialisten war das zu M/Text vorhandene Interface, das für ihn diese Systeme durchgängig machte; vom Text über Mantis zum PC oder vom PC über Mantis in M/ Text hinein.

Wichtig findet er an PC Contast die Upload- und Download-Möglichkeit bei Gewährleistung der Datenintegrität und -kontrolle, verbunden mit dem Schutz vor unerlaubtem Zugriff. Gut gefällt Strauss auch die Eigenschaft, daß Mikros frei unterstützt werden können, so daß man beispielsweise mit Lotus-Softwarepaketen arbeiten kann.

Erwähnenswert scheint Strauss auch die Key-Stroke-Facility, womit die Anwendung vollautomatisch ablaufen kann, ohne daß sich der Anwender mit der unterschiedlichen Inkonsistenz der IBM-Welt beschäftigen muß.