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16.07.1982 - 

Die EDV-Industrie ist in Japan die größte Wachstumsbranche:

Mit harten Bandagen in den Konkurrenzkampf

TOKIO - Obwohl das Computer-Zeitalter in Japan spät begann, hat der Industriegigant aus dem Fernen Osten Die europäischen Nationen inzwischen hinter sich gelassen. Bemerkenswert ist auch, daß Japan neben den USA das einzige Land ist, in dem mehr als 50 Prozent der Rechner aus landeseigener Produktion stammen. Über den japanischen DV-Markt berichtet der Tokioer Journalist Nagata.

Die japanische Computerindustrie basiert zum großen Teil auf amerikanischen Entwicklungen, und hier speziell auf IBM-Technologien. Die Software hinkt mindestens fünf Jahre hinter dem amerikanischen Stand der Entwicklung her.

Die gesamte Computerindustrie wurde vom japanischen Staat stark unterstützt. So belegte das Handelsministerium bis 1976 ausländische Computer mit hohen Importzöllen und ergriff andere flankierende Maßnahmen, um den Import von EDV-Systemen zu beschränken oder gar zu verhindern. Gleichzeitig wurde die inländische DV-Branche durch verschiedene Subventionen, Investitionshilfen immer wieder vorangetrieben.

Die Entscheidung, Leasinggesellschaften für Computer zu gründen, die den einzelnen Unternehmen die Kreditaufnahme erleichtern und ihre Wettbewerbsfähigkeit gegenüber ausländischen Computerproduzenten steigern, hatte ebenfalls einen wirtschaftspolitischen Hintergrund.

Mitte der sechziger Jahren stieg die durchschnittliche Installationszahl von EDV-Systemen um jährlich 30 bis 40 Prozent. Noch heute beträgt sie mehr als zehn Prozent im Jahr. Der Gesamtwert der Ende März 1980 installierten rund 72 000 betriebsfähigen Rechneranlagen belief sich auf etwa 3,6 Billionen Yen (etwa 36 Milliarden Mark).

Der Produktwert der DV-Industrie betrug 1980 - ausländische Hersteller inbegriffen - etwa 1,28 Billionen Yen (zirka 12,8 Milliarden Mark). Damit gehört diese Branche zwar nicht zu den ganz großen in Japan, ist aber bei einer jährlichen Steigerungsrate von 15 bis 25 Prozent und der hohen Investitionsbereitschaft die Wachstumsbranche schlechthin. Sie wird aller Voraussicht nach in naher Zukunft neben der Auto- und Stahlindustrie eine Schlüsselposition in der japanischen Ökonomie einnehmen.

Durch die enorme Preisreduzierung hat der Computer in praktisch allen Industriezweigen Einzug gehalten. Sowohl auf dem Gebiet der Büroautomation als auch bei Mikrocomputern und Terminals hat sich in den letzten Jahren viel getan.

Zwischen Ex- und Import liegt eine Kluft

Das Exportvolumen japanischer Computer lag 1980 bei rund 120 Milliarden Yen (etwa 1,2 Milliarden Mark), was eine Steigerung von 50 Prozent gegenüber 1979 bedeutet. Auf rund 214 Milliarden Yen (2,1 Milliarden Mark) wuchs der Import von 1979 bis 1980 (etwa 39 Prozent). Diese Kluft zwischen Ex- und Importvolumen wird sich noch verstärken. Sie ist auch unter anderem der Grund für den Konkurrenzkampf, den die Japaner auf dem Weltmarkt führen.

Wenn man einerseits den Willen der amerikanischen Firmen, Kapital in Japan anzulegen, und andererseits die japanischen Aktivitäten, in Übersee zu investieren (Fujitsu kooperiert mit Siemens und ICL, Hitachi mit NAS und Olivetti), in Betracht zieht, dürfte sich dieser harte Wettbewerb noch verstärken.

Als IBM 1980 das Modell 3081D und 1981 den 3081K-Rechner auf den Markt brachte, hatten die Japaner zu diesem Zeitpunkt bereits Computer entwickelt, die hinsichtlich der Leistungsfähigkeit und des Preises den IBM-Produkten überlegen waren (Fujitsu M380/382, Hitachi M 1280H und NEC Acos 1000).

Bisher war die inländische DV-Industrie von der europäischen und amerikanischen Avantgarde der Computerhersteller abhängig. Jetzt heißt es, die technologische Entwicklung auf bislang unerforschten Gebieten voranzutreiben. Es gilt, den Aufwand von Forschung und Entwicklung höherer Techniken zu forcieren, beispielsweise die fünfte Rechnergeneration.

Ferner bestehen Befürchtungen darüber, daß es auch weiterhin Spannungen in der europäischen und amerikanischen Computer- und Halbleiterindustrie geben wird. Für die Japaner stellt sich deshalb die Notwendigkeit, auf die Probleme der Hersteller in den Partnerländern einzugehen und entweder dort zu produzieren oder auf technischem Gebiet zu kooperieren.