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13.02.1987 - 

Rund 1300 Aufträge und etwa 600 Installationen:

Mit Hicom plant Siemens auch OEM-Deals

GARMISCH-PARTENKMCHEN (cmd) - Die Entwicklungskosten für das ISDN-Vermittlungssystem "Hicom" will Siemens nicht nur über das normale Kundengeschäft wieder einspielen, man ist vielmehr auch OEM-Geschäften gegenüber offenbar nicht abgeneigt.

Im Garmisch-Partenkirchen skizzierte Siemens-Manager Peter Pribilla, seines Zeichens Leiter des Geschäftsbereich Private Kommunikationssysteme und -netze im Unternehmensbereich Kommunikations- und Datentechnik, vor der Presse die Marktstrategie der Münchener im Bereich ISDN-Endgeräte. Die immensen Entwicklungsaufwendungen für Systeme Ó la Hicom - rund eine halbe Milliarde Mark - ließen sich nur über einen weltweiten Absatz amortisieren, wobei für die USA, die mit einem Anteil von 45 Prozent der Schlüsselmarkt Oberhaupt seien, nochmals zusätzliche Anpassungskosten von etwa 250 Millionen Mark nötig seien. Wer jedoch nicht mittelfristig nur noch ein Dasein als Nischenanbieter fristen wolle, müsse sich mindestens zehn Prozent vom Weltmarkt sichern.

Ein Schritt auf dieses Ziel hin sind dabei Lieferverträge mit anderen Anbietern aus der Branche: "Mit einem OEM-Geschäft habe ich überhaupt keine Probleme", betonte Pribilla denn auch nachdrücklich. Bisher liegt Siemens mit 6,7 Prozent Marktanteil auf Platz drei, hinter AT&T und CGE-Tochter Alcatel NV.

Der Vertrieb von Hicom beschränkt sich derzeit auf die Bundesrepublik, Österreich und die Schweiz. In den zwei Jahren seit der großangelegten System-Ankündigung konnte Siemens bisher rund 1300 Auftrage unter Dach und Fach bringen, etwa 600 Systeme der Stufen 180 und 600 sind inzwischen installiert, mit der Auslieferung der 3000-Anlagen wird im Spätsommer dieses Jahres begonnen.

Bei der Frage nach den Kosten hielten sich die Münchener weitgehend bedeckt; Vertriebschef Walter Bauer nannte als Eckwert aber immerhin einen Preis von 1200 bis 1500 Mark "für die Anschlußeinheit je Switch". Die erst mit ISDN-Vermittlungssystemen mögliche Mischkommunikation nutzen nach den Erfahrungen der Münchener zwischen 15 und 20 Prozent der Hicom-Kunden; die Frage, wie sich das in der -Bürolandschaft der Anwender niederschlage sei allerdings nicht leicht zu beantworten, da es in puncto Meß- und Bewertbarkeit keinerlei Erfahrungen gebe.

Wenngleich Hicom innerhalb der Siemens-Produktstrategie eine wesentliche Rolle zukommt, geht man in München von folgender "Bürosysteme-Perspektive" aus: Im Vordergrund beziehungsweise auf der Benutzerebene stehen Arbeitsstationen für unterschiedliche Arbeitsplätze vom Kommunikationsterminal bis hin zum Arbeitsplatz-System, die auf der Netzebene über unterschiedliche Netz-Technologien wie PABX und/oder LAN verbunden sind (hier setzt Siemens langfristig auf die Glasfasertechnik) mit Servern für Post, Ablage, Drucken, Kommunikation und weitere Dienste; diese Server-Ebene wiederum bietet schließlich den Zugang zu Hintergrund-Systemen wie der unternehmensinternen Datenverarbeitung und den öffentlichen Netzen und Diensten.