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22.10.1999 - 

Module für Geschäftsregeln und Monitoring

Mit Inconcert-Übernahme erhält Tibco auch ein Prozeß-Management

MÜNCHEN (CW) - Eigentlich wollte die Düsseldorfer Niederlassung des Workflow-Spezialisten Inconcert Inc. nur zwei neue Produkte im Vorfeld der Systems vorstellen. Doch dann geriet die Ankündigung in den Schatten der Meldung, daß die Xerox-Tochter zu 100 Prozent von Tibco übernommen wird.

Unerwartet schnell konnten die Verhandlungen zwischen Xerox und Tibco abgeschlossen werden, der 34 Millionen Dollar teure Deal ist, abgesehen von den noch ausstehenden Behördengenehmigungen, nahezu perfekt. Während Xerox die mit der Tochter Inconcert möglichen Produktsynergien offensichtlich nie zielstrebig verfolgt hat, scheint Tibco hier klare Vorstellungen zu haben. Das im kalifornischen Palo Alto ansässige Unternehmen ist Anbieter von Messaging-basierter Middleware als Infrastrukturlösung, über die sich die unterschiedlichen Business-Anwendungen eines Unternehmens integrieren lassen. Die gegen Produkte wie "MQ Series" von IBM konkurrierende Tibco-Software fällt damit in den Bereich der Enterprise Application Integration.

Was den Spezialisten von Tibco bislang fehlt, ist ein geeignetes Prozeß-Management für ihre Produktreihe "TIB/Active Enterprise". Derartige Mechanismen, mit denen sich die Prozesse innerhalb der angeschlossenen Applikationen über eine Business-Logik modellieren und steuern lassen, kommen jetzt über die Produkte von Inconcert. Der Anbieter mit Sitz in Cambridge, Massachusetts, ist schon seit längerem dazu übergegangen, seine ursprünglich auf dokumentenorientierte Prozesse ausgelegten Techniken auf allgemeine beziehungsweise anwendungsgetriebene Prozesse auszuweiten. Dazu zählt die Automatisierung und Überwachung von Abläufen sowie die Anbindung von Applikationen. Gerade die letzte Aufgabe stellt eine Herausforderung dar, die Inconcert jetzt von Tibco abgenommen wird.

Bibliothek bietet fertige Prozeßregeln

Diesen Plänen kommen auch die neuen Inconcert-Module "Business Process Intelligence" (BPI) und "Business Operations Center" (BOC) entgegen. Bei BPI handelt es sich um eine Bibliothek vorbereiteter Prozeßkomponenten und kundenspezifischer Prozeßregeln, die in Prolog geschrieben sind und sich über ein grafisches Modellierungswerkzeug je nach Bedarf zusammenstellen lassen. Für das Kunden-Management eines Telcos heißt das in der Praxis, daß die verschiedenen Applikationen über die Tibco-Software integriert und über die Inconcert-Engine angesteuert werden, während die BPI-Funktionen den Aufbau dieses Prozesses und das Hinterlegen von Regeln etwa für Sonderkonditionen und Tarifstrukturen ermöglichen. Solche Ausführungsbedingungen werden in Workflow-Produkten üblicherweise über Variablen gesetzt, weshalb sie nur eine geringe Komplexität erlauben.

Die zweite Neuvorstellung, das Business Operations Center, ermöglicht einen Blick auf den Status und Ablauf konkreter Geschäftsprozesse. Das Monitoring-Tool zeigt grafisch an, wie stark ein Prozeß ausgelastet ist, ob Engpässe oder Terminüberschreitungen auftreten und deshalb einer kritischen Aufgabe weitere Personen dynamisch zugeordnet werden sollen. Technisch gesehen protokolliert die Software alle Aktionen der Workflow-Engine sowie die Veränderungen in der Datenbank und gleicht die Informationen mit den individuell hinterlegten Überwachungsregeln ab. Zur Verwaltung von Personen und Benutzergruppen wird das Lightweight Directory Access Protocol (LDAP) unterstützt.