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Standort Deutschland/Die Rolle der Informationstechnik in der deutschen Wirtschaft

Mit IuK-Technik im Mittelfeld - mit Information an die Spitze

29.05.1998

Wer nach der wirtschaftlichen Bedeutung der Informationstechnik hierzulande fragt, bekommt im Statistischen Bundesamt in Wiesbaden keine Antwort: Dort wird IT nicht erfaßt. Ob Küchenwaage - ein Computer mit Gewichtssensor -, Telefonvermittlung oder Robotersteuerung: Das technologische Prinzip ist dasselbe.

Zumindest der Fachverband Informationstechnik im VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) und im Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) gibt dazu eine Zahl an: Im Wert von 43,9 Milliarden Mark wurde im vergangenen Jahr in Deutschland Informations- und Kommunikationstechnik produziert. Davon werden 55 Prozent exportiert. Zum Vergleich: Irland exportiert 67 Prozent und die Gesamt-EU 46 Prozent. Immerhin 42 Prozent der deutschen IuK-Exporte lassen sich außerhalb der EU verkaufen.

Die Hardwareproduktion wuchs 1996 um acht, 1997 um zehn Prozent. In einigen zukunftsträchtigen Segmenten wie etwa bei Notebooks exportiert das Land mittlerweile mehr, als es einführt. Teilweise kehrt auch die Fertigung wieder nach Deutschland zurück, etwa bei PC-Bildschirmen. Die Fertigungstiefe wird jedoch immer kleiner und unterschreitet manchmal bereits die 20-Prozent-Marke. Doch immerhin: Die beiden Europäer unter den weltweit Top twenty der Softwarehäuser kommen aus der Bundesrepublik.

Am deutschen Bruttosozialprodukt erreichten Informationstechnik und Telekommunikation einen Anteil von 4,6 Prozent (in den USA sind es sieben, in Großbritannien 6,3, in Westeuropa 4,9, und in Japan ebenfalls 4,6 Prozent).

In Deutschland wächst der Markt für Informations- und Kommunikationstechnik um mindestens fünf Prozent und damit schneller als die gesamte Wirtschaft, wird also einen immer größeren Anteil ausmachen. Doch liegen die Deutschen mit ihrer Bereitschaft, in IuK zu investieren, mit 2250 Mark jährlich pro Einwohner nur im Mittelfeld. Am meisten investieren die Schweizer (3843 Mark), gefolgt von den USA (2989 Mark).Japan liegt mit 2561 Mark weit über dem westeuropäischen Durchschnitt von 1774 Mark. Ausgesprochen unbefriedigend entwickeln sich die Südländer Italien mit 1333 und Spanien mit 888 Mark.

Ende 1997 gab es in Deutschland gut 20 Millionen PCs, davon zwei Millionen Notebooks. Das waren insgesamt sieben Prozent mehr als im Jahr zuvor. Etwas weniger als die Hälfte, 40 Prozent, ist immerhin bereits in privater Hand. Hier liegt Deutschland im Mittelfeld: Während auf 100 Amerikaner 49, auf 100 Schweizer 44 und auf 100 Schweden 36 PCs kommen, besitzen 100 Deutsche statistisch 26 Computer. Die hierzulande installierte Rechenleistung wächst zur Zeit um etwa 50 Prozent im Jahr.

Obwohl der von Deutschland mit entwickelte Mobilfunkstandard GSM (Groupe Speciale Mobile) mittlerweile in mehr als 100 Ländern verfügbar ist, greifen die Deutschen im internationalen Vergleich noch eher zögerlich zum Handy. Zwar wuchs ihre Zahl im vergangenen Jahr um vierzig Prozent, doch mit zehn Mobiltelefonen pro 100 Einwohner sind wir sogar unter dem westeuropäischen Schnitt von zwölf und damit weit hinter den offenbar eloquenteren Italienern mit 19, den Amerikanern mit 21 und den Japanern mit 22 Handys pro 100 Einwohner.

Limitierender Faktor: Mangel an Fachleuten

Sehr schwer ist es, die Zahl derer zu ermitteln, die in der "Informationswirtschaft" arbeiten. Müßte man nicht jeden Informationsarbeiter dazuzählen? VDMA und ZVEI rechnen die Beschäftigten in der IuK-Technik, bei Diensten, in der Herstellung von Bauteilen, Unterhaltungselektronik, Medien und Fachhandel zusammen und kommen auf 1,66 Millionen Menschen. In diesem Sektor wachsen die Arbeitsplätze um jährlich zwei Prozent, in der Hardwareproduktion legten sie sogar um 16 Prozent zu. Limitierender Faktor ist der Mangel an Fachleuten. "Das Arbeitsplätzewachstum könnte etwa doppelt so hoch sein, wenn die Arbeitskräfte verfügbar wären", schreiben ZVEI und VDMA.

Die Infrastruktur, die diesen Informationsarbeitern hierzulande zur Verfügung steht, wächst in fast allen Bereichen schneller als im weltweiten Vergleich. Digitale Telefonanschlüsse legten im letzten Jahr um 20 Prozent zu auf 58 von 100 Hauptanschlüssen. Das ist mehr als in den Vereinigten Staaten (56 Anschlüsse, Zuwachs um acht Prozent), Japan (51) oder Westeuropa gesamt (44). Die Zahl der ISDN-Anschlüsse hat sich im vergangenen Jahr in Deutschland fast verdoppelt - mit 44 pro 1000 Einwohner liegt es weit vor Westeuropa gesamt (14), Japan (13) oder den USA, wo ISDN stärker mit Techniken wie ADSL (Asymmetrical Digital Subscriber Loop) und ATM konkurrieren muß.

Doch sinken hier die Wachstumsraten - in den kommenden zwei Jahren erwartet der Fachverband Informationstechnologie 40 Prozent. Die Hälfte aller deutschen Haushalte hat inzwischen Kabelanschluß. Das derzeitige Wachstum liegt bei fünf Prozent. Das sind zwar nicht so viele wie in den USA (fast zwei Drittel aller Haushalte) aber mehr als in Westeuropa mit 27 und Japan mit zehn Anschlüssen.

Damit scheint der Weg, online zu gehen, eigentlich frei zu sein. Doch während jeder fünfte Amerikaner im Internet surft, tut dies nur jeder zwanzigste Deutsche - was dem westeuropäischen Durchschnitt entspricht.

Dafür holen die Deutschen jetzt ganz erheblich auf: Die Zahl der Abonnenten von Internet-Diensten steigt um jährlich 38 Prozent, in den USA um lediglich noch 16 Prozent.

Am Weltmarkt für Informationstechnik und Telekommunikation, der nun ein Volumen von 2,3 Billionen Mark erreicht hat, macht Deutschland acht Prozent aus, das übrige Europa dagegen 22 Prozent, Japan 14 Prozent, die USA über ein Drittel. Eher mager, mit sechs Prozent, ist der deutsche Markt gewachsen. In den USA konnten jährlich zehn Prozent verbucht werden, im übrigen Europa um neun und in Japan um nur sieben Prozent.

Und die Finanzkrise in Südostasien könnte den Wachstumserwartungen einen weiteren Dämpfer geben.

Lange Zeit hatte es so ausgesehen, als würde Deutschland den Anschluß verpassen. Dabei war der Computer eine deutsche Erfindung: Konrad Zuse hatte ihn während des Zweiten Weltkriegs in Berlin erfunden, weil es hier Synergieeffekte gab zwischen den führenden Kapazitäten der Elektrotechnik, der Mathematik etc.

Die Europäer blieben lieber beim Bekannten

Noch mit dem System 2002 vollbrachte Siemens in den 50er Jahren eine Spitzenleistung - IBM bemühte sich um eine Lizenz. Aber erst als die Russen 1957 einen Satelliten in den Weltraum schickten (man erinnere sich an den "Sputnikschock") und der Westen Angst bekam, technologisch zurückzufallen, investierten die Amerikaner Unsummen in die Entwicklung der Informationstechnik - für Rüstung und Raumfahrt.

Dort wandten sie die neue Technologie im großen Stil an, konnten daraus lernen und sie ständig verbessern. Die Japaner erkannten ihre strategische Bedeutung und lenkten gezielt die Entwicklung der Informationstechnik. Bis 1980 hatten sie den amerikanischen Vorsprung aufgeholt.

Die Deutschen und Europäer, die nach dem Krieg zunächst mit dem Aufbau ihrer zerstörten Industrien beschäftigt und bis zum Ölschock 1973 wirtschaftlich erfolgreich waren, hatten in den 70er und 80er Jahren der neuen Technik gegenüber starke Vorbehalte. Schlagworte vom "Jobkiller Computer" und der "verkabelten Gesellschaft" machten die Runde.

Als die Japaner mit Hilfe der Informationstechnik zum Beispiel Autos billiger herstellen konnten, blieben die Europäer zunächst noch lieber bei den bekannten Produkten und Produktionsverfahren. Zwar förderte auch der deutsche Staat die informationstechnologische Forschung. Oft allerdings nur sehr halbherzig. Und die Ergebnisse wurden nicht mehr unterstützt, etwa durch öffentliche Beschaffung oder durch neue Inhalte in der Aus- und Weiterbildung.

In den 70er Jahren hatte es acht deutsche Computerhersteller gegeben, in den 80er Jahren waren es dann nur noch zwei. Seit den 1990ern war Siemens-Nixdorf die einzige deutsche Firma unter den 30 größten auf dem Weltmarkt der Informationsverarbeitung. Und auch diese Aussage gehört so bereits wieder der Vergangenheit an.

Die geringe Akzeptanz verhinderte, daß die neuen Produkte und Dienste ausreichend in die Gesellschaft diffundierten. Leo Nefiodow vom GMD-Forschungszentrum Informationstechnik St. Augustin bei Bonn erklärt die europäische Arbeitslosigkeit seit den 70er Jahren daher zum großen Teil damit, daß die Produktivitätspotentiale der Informationstechnik zu langsam genutzt wurden, während jene Länder, die IT herstellten und in der gesamten Wirtschaft anwendeten, hohe Wachstums- und Beschäftigungszahlen vorweisen konnten.

Der von IT getragene Strukturzyklus geht zu EndeLegte der Hardwaremarkt in den 60er und 70er Jahren um über 16 Prozent und in den 80er Jahren noch um zwölf Prozent zu, fiel das Wachstum der gesamten Informationstechnik in den 90er Jahren allerdings auf durchschnittlich sieben Prozent. Der Anteil der Hardware am IT-Markt gegenüber der Software geht rasch zurück: Ein noch schnellerer PC auf dem Schreibtisch macht uns nicht mehr nennenswert produktiver. Der von IT getragene Strukturzyklus, der die Informationsflüsse zwischen Mensch und Maschine optimierte, beispielsweise als Fax, Gehaltsabrechnung, automatisierte Produktion, CAD etc., geht nun zu Ende, stellt Nefiodow fest.

So wundert aus dieser Sicht die Krise in Asien nicht, die Nefiodow vor zwei Jahren in seinem Buch "Der 6. Kondratieff. - Wege zur Produktivität und Vollbeschäftigung im Zeitalter der Information" voraussah. Weil sich die Wachstumsraten der Informationstechnik abschwächen und die Gewinnmargen der Hardware sinken, brechen jene Volkswirtschaften ein, deren Wettbewerbsvorteil es zuvor gewesen war, mit der Hardwareproduktion ein höheres Wachstum zu haben - mit allen heutigen Konsequenzen auf der Güter- und Geldseite der Wirtschaft.

Woher sollen also künftig die Produktivitätsfortschritte kommen, die wir für eine wachsende Wirtschaft brauchen? So wie auch heute noch Autos gebaut werden, aber nicht mehr der zentrale Wachstumsantrieb sind - wie noch vor der Ölkrise - wird die IT-Branche auch künftig wachsen: als Infrastruktur der Informationsgesellschaft, etwa als medizintechnische Hilfe für mehr Gesundheit und eine bessere Umwelt beziehungsweise Umwelttechnik.

Produktivitätswachstum kommt jedoch künftig weniger aus der Hardware, als vielmehr von den Menschen, die mit Information umgehen.

Alles, was die moderne Marktforschung schon jetzt an Trägern des nächsten Strukturzyklus identifizieren kann, so Nefiodow - Umwelttechnik, Biotechnologie, optische Technologie, Information, Medizin - hat seine Synergien vor allem in einem: Gesundheit - allerdings umfassend verstanden.

Der Umweltmarkt ist mit 450 Milliarden Dollar (1996) ein aussichtsreicher Kandidat. Seine Produktivitätsreserven sind beträchtlich: Allein in den USA könnten Rohstoffe und Energie im Wert von 1000 Milliarden Dollar im Jahr eingespart werden - selbstverständlich mit Hilfe der Informationstechnik - weltweit mehr als 2500 Milliarden Dollar. In Deutschland arbeiten ebenso viele Menschen im Umweltbereich wie in der Automobilindustrie. Bei einem Viertel des Umsatzes bietet der Umweltmarkt die nötige arbeitsintensive Beschäftigung. Die Bundesrepublik hat mit über 18 Prozent Weltmarktanteil zusammen mit den Amerikanern die Nase vorn. Angesichts der langen Strukturzyklen stellt sich nicht die Frage, ob eine ökologische Steuerreform kommt, sondern wann die gesellschaftlichen Widerstände dagegen überwunden werden.

Biotechnologie auf der Basis von DNA-Forschung ist mit einem Marktvolumen von 25 bis 30 Milliarden Dollar noch zu schwach, um einen langen Aufschwung zu tragen. Um auf 2000 Milliarden Dollar zu kommen, werden mehr als 30 Jahre vergehen. In absehbarer Zeit wird sie den Arbeitsmarkt daher nicht entlasten. Mit ihren möglichen Anwendungen in der Pharmazeutik, bei der Entwicklung neuer Werkstoffe, in der Umwelt, hinsichtlich Ernährung und Landwirtschaft hat sie aber das Potential, in der späten Phase des nächsten Strukturzyklus entscheidende Wachstumsimpulse zu liefern. Mit Boehringer Mannheim, Hoechst und Boehringer Ingelheim sind drei deutsche Firmen unter den 20 wichtigsten Biotechnologie-Unternehmen weltweit.

Ein dritter Kandidat ist das Licht: Solarenergie ist die zukunftsträchtigste Energiequelle; optische Technologie wird die Informationstechnologie revolutionieren, weil Photonen, die kleinsten Bestandteile des Lichts, sich viel schneller bewegen können als Elektronen. Die bekannten Anwendungen des Lichts - Kameras, Laser, optische Speicher, Sensoren, die gesamte Beleuchtungstechnik - hat heute bereits einen Weltmarkt von über 200 Milliarden Dollar. Nachdem sich Deutschland lange aus der Solarenergie herausgehalten hatte, wagen sich nun immer mehr Unternehmen mit Hilfe von staatlichen Fördergeldern auf dem Markt: Selbst der Ölkonzern Shell will im kommenden Jahr im Ruhrgebiet Solarzellen herstellen.

Der wichtigste Träger des nächsten Strukturzyklus ist der Informationsmarkt - ob als Börseninformationsdienst oder als Allroundanbieter wie der deutsche Medienkonzern Bertelsmann. Information nimmt einen immer größeren Teil der Wertschöpfung ein, ist die Grundgröße des Wachstums. Dieser künftige Informationsmarkt wird sich indes vom derzeitigen Informationsmarkt deutlich unterscheiden. Im Vordergrund werden nicht mehr die Informationsströme zwischen Mensch und Technik stehen, wie wir sie in Form von Gehaltsabrechnungen, Textverarbeitung, Telefax oder Internet kennen, sondern die Informationsströme zwischen den Menschen. Um dieses Potential zu erschließen, bedarf es nach Nefiodow einer neuen Basisinnovation: psychosoziale Gesundheit.

Damit werde der nächste Strukturzyklus eine Reaktion auf die neuen Spielregeln der Informationsgesellschaft sein: In einer globalisierten Wirtschaft kann jeder überall Kapital aufnehmen, verfügt via Internet schnell über alle Informationen und jedes Wissen, kann sich auf einem Weltmarkt jede Maschine kaufen und seine Produkte weltweit vermarkten. Der wichtigste Standortfaktor wird die Fähigkeit der Menschen vor Ort sein, mit Information umzugehen - eine geistige Fähigkeit.

In einer Zeit, in der sich das Wissen der Menschheit binnen fünf Jahren verdoppelt, wurde es der teuerste Produktionsfaktor, die richtige Information rechtzeitig zu haben. Informationsarbeiter bekommen damit den Stellenwert, den der Fließbandarbeiter im Industriezeitalter hatte.

IT bleibt wichtig, wichtiger werden weiche Faktoren

IT bleibt also an der Spitze der Entwicklung, bekommt aber eine neue zusätzliche Aufgabe: Produktivitätsfortschritte hängen künftig nicht allein von der technischen und fachlichen Kompetenz der Mitarbeiter ab, auch nicht mehr von der Anwendung in gutstrukturierten Informationsabläufen, sondern mehr und mehr von weichen Faktoren wie Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit, Motivation und Selbstwertgefühl sowie Verantwortungsbewußtsein.

Das sind Eigenschaften, die nicht auf der kognitiven Verstandesebene liegen. Es sind psychosoziale Faktoren. Daher, so Nefiodow, werde sich der Schwerpunkt der IT-Entwicklung in diese Richtung verlagern. Er sieht IT zukünftig als Instrument für die Erschließung des psychosozialen Informationsmarkts, etwa für die Behebung psychosozialer Mißstände und Erkrankungen. So gibt es bereits erste Versuche, Menschen, die an Klaustrophobie oder Kommunikationsstörungen leiden, mit Hilfe von Cyber-Technologie zu heilen.

Bisher konzentrieren sich Forschung und Entwicklung jedoch noch sehr stark darauf, die logische Verarbeitungskapazität der Computer zu erhöhen. Das werde künftig bei weitem nicht reichen, meint Nefiodow: "Wenn sich unsere Produktivität im bisherigen Tempo weiterentwickeln soll, dann müssen wir Computer in die Lage versetzen, auch psychosoziale Phänomene zu erkennen und zu verarbeiten." Schließlich würden Selbsthilfegruppen die Infrastruktur des Cyberspace zunehmend nutzen, um ihre Erfahrungen im Umgang mit Krankheit und Gesundheit auszutauschen. Doch dorthin sei es noch ein weiter Weg. Offenheit und Kompetenz im Umgang mit weichen Faktoren müßten sich erst noch entwickeln. Daß die Wirtschaft weniger durch Mehrverbrauch von Energie, Rohstoffen und betriebswirtschaftlich-technischen Informationen wachse, sondern daß es nun in einer zunehmend immateriellen Wirtschaft auch immer mehr um immaterielle Aspekte gehe, daß zwischenmenschliche Faktoren und der Umgang mit psychosozialen Phänomenen in den Vordergrund treten - das sei noch nicht ausreichend in unserem Bewußtsein angekommen. Damit würde der Mensch erstmals mit seinen seelischen und sozialen Bedürfnissen und Potentialen in das Zentrum des Wirtschaftsgeschehens rücken.

Angeklickt

In der Hard- und Softwareproduktion liegt Deutschland weit hinter den USA zurück. Anwendungstechnisch gehört das Land zum internationalen Mittelfeld. Als Hoffnungsträger können indes die Telekommunikationstechnik und der künftige Information gelten. Ein Beispiel ist Bertelsmann, der Informationstechnik als Basistechnologie voraussetzt.

Erik Händeler ist freier Journalist in München.