Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

01.11.1991 - 

Tepper: "Dieser Pentop ist einfach revolutionär

Mit Jürgen Tepper, dem neuen Europa-Manager von Momenta sprach CW-Redakteurin Beate Kneuse

01.11.1991

An Flexibilität mangelt es Jürgen Tepper nicht. Der Ex-Europa-Chef von PC-Hersteller

Tandon und nun auch Ex-Europa-Chef von AT&T, dem der Aufkauf von NCR einen

Strich durch die Rechnung machte, für den Telecom-Riesen ein europäisches Computergeschäft aufzubauen, ist nunmehr Europa-Manager des kalifornischen Newcomers Momenta. Mit dem neuen Pentop, einer Kombination zwischen Notepad und Laptop, will Tepper wie seine amerikanischen Mitstreiter nun im DV-Markt für Furore sorgen.

CW: Herr Tepper, als wir uns auf der CeBIT trafen, hatten Sie sich gerade in die Dienste von AT&T begeben, um für das Unternehmen das europäische Computergeschäft aufzubauen. Seit kurzem sind Sie Europa-Chef von Momenta einer sogenannten Start-up-Company aus den USA - auch hier mit der Aufgabe, das unternehmen in Europa zu etablieren. Was hat Sie bewogen, von AT&T wegzugehen?

Tepper: Es war weniger eine Entscheidung gegen AT&T. Die Philosophie, vor allem, aber das Produkt von Momenta hatten es mir sofort angetan. Dieser Pentop ist einfach revolutionäre Deshalb wollte ich von Anfang an dabei sein.

CW: Dennoch hatten Sie noch auf der CeBIT gesagt, es sei für Sie reizvoll, einmal bei einer etablierten Company etwas zu bewirken und nicht wieder einem Newcomer auf die Beine zu helfen, wie Sie es schon zweimal gemacht haben.

Tepper: Das ist richtig. Nur: Durch die Entwicklung, die AT&T und NCR genommen haben, sind die Aufbauaktivitäten für das Computergeschäft in Europa nicht mehr so verfolgt worden, wie es ursprünglich geplant und auch begonnen worden war. AT&T steuert mit dem Aufkauf von NCR nun eine ganz andere Position im Weltmarkt an.

CW: Sie haben also bei AT&T keine Zukunft mehr gesehen?

Tepper: Ja, meine Aufbaupläne waren einfach nicht mehr zu verwirklichen.

CW: Gut, aber Sie hätten doch als Europa-Chef für NCR agieren können.

Tepper: NCR hat aber schon einen Europa-Chef. Zwar gab es auch andere Angebote für mich von AT&T - sowohl im Computerbereich bei NCR als auch in anderen Geschäftsbereichen aber es hat sich dann eben die Möglichkeit für mich ergeben, wieder etwas ganz Neues zu machen. Und das war für mich die optimale Lösung.

CW: Wann haben Sie bei Momenta angefangen?

Tepper: Am 1. Oktober. Und bei AT&T habe ich am 30. September aufgehört.

CW: Einfliegender Wechsel also.

Tepper: Ja, und zwischen AT&T und mir gab es auch keine Probleme.

CW: Kannten Sie Ihren neuen Arbeitgeber denn schon vorher?

Tepper: Nein. Das Unternehmen ist erst 1989 gegründet worden mit dem Ziel, diesen Pentop zu entwickeln und zur Marktreife zu bringen - und dies innerhalb von zwei fahren. Das ist ziemlich genau eingehalten worden, die Systems und die Comdex in den USA stellen den Markteinstieg dar.

CW: Wie groß ist die US-Company?

Tepper: Derzeit sind dort 130 Mitarbeiter beschäftigt, schwerpunktmäßig noch Entwickler. Die Marketing-Abteilung ist wie auch in Europa - gerade in der Aufbauphase.

CW: Wie sehen die Aufbaupläne in Europa aus?

Tepper: Die Europa-Zentrale ist in Frankfurt angesiedelt. Von dort aus werden wir ein Land nach dem anderen kurzfristig erschließen - angefangen mit dem stärksten Markt Deutschland, dann Frankreich, England, Spanien und Italien.

CW: Werden Sie dort mit eigenen Niederlassungen vertreten sein?

Tepper: Das ist unser Ziel.

CW: Der Vertrieb des Pentops soll erst einmal über Händler laufen. Planen Sie zu einem späteren Zeitpunkt auch den Direktvertrieb?

Tepper: Zum jetzigen Zeitpunkt haben wir nur den Fachhandel im Visier. Der Direktvertrieb steht noch nicht zur Debatte.

CW: Sie beschäftigen augenblicklich zehn Mitarbeiter. Können Sie schon absehen, wie groß Ihr Team werden soll?

Tepper: Nein. Das hängt vom Markterfolg der gesamten Technologie ab, denn wir werden nicht die einzigen sein, die sich mit einem solchen Gerät versuchen. Aber wir haben schon vor, bis zum Ende des nächsten Jahres in den fünf wesentlichen europäischen Ländern eigene Niederlassungen zu haben und dort insgesamt 200 bis 250 Mitarbeiter zu beschäftigen. Nur, wie gesagt, das hängt davon ab wie schnell der Markt wächst und wie erfolgreich wir sein werden.

CW: Gibt es schon Umsatzziele?

Tepper: Der Pentop wird ab Mitte/Ende November verfügbar, und wir dürften wohl die einzigen beziehungsweise die ersten seine die gleich nach der Ankündigung liefern können zum Umsatz aber läßt sich noch nicht viel sagen. Der reine Pen-Markt ist völlig neu. Unser Vorteil aber ist daß der Momenta. Pentop praktisch zwei Geräte in einem vereinigt - einen geläufigen Notebook-Computer und die Pen-Technologie.

Wir können schon jetzt die Märkte bedienen, in denen der Kunde vor der Entscheidung steht, einen Notebook zu kaufen. Er erwirbt mit unserem Gerät dann gleichzeitig die User-Interface-Technologie und die Möglichkeit, alle MS-DOS- und Windows-Programme unter Zuhilfenahme des Pens laufen zu lassen. Somit sind wir auch nicht bloß auf vertikale Märkte angewiesen die sich erst noch entwickeln müssen.

CW: Also sehen Sie sich mit dem Pentop momentan konkurrenzlos?

Tepper: Ich gehe davon aus, daß im Laufe der nächsten Monate und sicherlich auch Jahre viele Unternehmen mit. dieser Pen-Technologie auf den Markt kommen werden. Wir aber sind meines Wissens eben der erste Hersteller, der ein Gerät herausgebracht hat, das die Pen-Technologie mit einem High-end-Notebook vereinigt. Damit haben wir zumindest einen Vorsprung.