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23.08.1991 - 

Big Blue kämpft an allen Fronten

Mit kleinem AS/400-Server verschreckt IBM eigene VBs

MÜNCHEN (CW) - Mitte April 1991 zog IBMs Midrange-Division um Robert J. Labant die Boxhandschuhe an: Mit elf neuen AS/400-Modellen sagte man auch den RS/6000- und PS/2-Server-Vertriebsleuten im eigenen Haus den Kampf an. Jetzt scheint es erst recht rund zu gehen: Mit einem AS/400-Einstiegsrechner, der auf den Codenamen "Alberta" hört, soll der Serverbereich nach Insider-Informationen im September nach unten abgerundet werden.

Alberta, in der offiziellen IBM-Terminologie als D02-System geführt, soll der ohnehin erfolgreichen Midrange-Familie der IBM noch mehr Glanz verleihen: Analysten schätzen, daß Big Blue seit der Markteinführung der AS/400-Rechner im Juni 1988 einen Umsatz von etwa 14 Milliarden Dollar mit den Maschinen selbst samt zugehöriger Peripherie erwirtschaften konnte.

Labant, Chef der Application Business Systems Division, will es dabei jedoch nicht bewenden lassen. Mit Alberta macht er sich allerdings wahrscheinlich nicht nur Freunde im eigenen Haus. Denn er überlegt, wie er das D02-Modell als LAN-Server positionieren kann.

Bereits bei der Vorstellung der neuen D-Modelle (vergleiche CW Nr. 16 vom 19. April 1991, Seite 4, "IBM: Elf neue AS/400-Modelle...") wurde die zwangsläufige Stoßrichtung zumindest der Einstiegssysteme

klar: Sie sind gegen die RS/6000- und PS/2-Modell-90 und -95-Server gerichtet.

Getragen wird diese Ansicht auch durch Marktstudien vom Marktforschungsinstitut IDC: Danach würden reinrassige Minicomputer-Anwendungen und -Konfigurationen von LAN-Server-Topologien verdrängt. Letztere könnten bis 1995 einen Umsatz von etwa 8,5 Milliarden Dollar abschöpfen.

IBMs neuer Einstiegs-Midrange-Rechner läßt sich in ein LAN integrieren und kann dort PC-basierte Anwendungen unterstützen. Ebenso kann D02 als Gateway zwischen einem oder mehreren AS/400-Systemen und einem PC-Netz fungieren.

Von Bedeutung für die VBs der RS/6000- und PS/2-Abteilungen ist auch ein Plan Labants, das AS/400-Servermodell auf neuen Wegen unters DV-Volk zu bringen: Der Midrange-Chef von IBM peilt die Distributoren von PCs an. PC-Händler beziehungsweise die von der IBM qualifizierten "System Centers" werden in Zukunft nach den Vorstellungen Labants in ihren Regalen IBMs Midrange-System. Auch als OEM-Produkt ließe sich nach Meinung des IBM-Bosses eine AS/400 gut vertreiben.

Da angeblich bis zu 80 Prozent aller Anwender an die installierten AS/400-Modelle PCs ankoppeln, verlangen nach Ansicht von Branchenbeobachtern vor allem auch Großkunden nach verbesserter, ausgeweiteter Server-Funktionalität der AS/400.

Zwar bietet die IBM ihre "PC-Support"-Software an, die die Server-Client-Arbeitsweise zwischen der AS/400 und PCs erleichtert, ferner weist OS/400 in der ebenfalls im April vorgestellten Version 2 weitere APIs auf. Windows-3.0-Unterstützung mit PC-Support soll es aber erst im März 1992 geben. Dann stünden dem Anwender auch Optionen für die Unterstützung grafischer Benutzerschnittstellen, wie sie mit "Easel" erzeugt werden können, zur Verfügung.