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IT-Markt - ein Käufermarkt?/Investieren und das Eigenkapital schonen


04.04.2003 - 

Mit Leasing günstiger fahren?

Manager haben sich daran gewöhnt, Firmenwagen eigenkapitalschonend zu leasen. Doch auch für IT-Investitionen kann sich diese Finanzierungsform eignen. Von Theo Leuze*

Der technische Fortschritt in der IT-Branche bringt es mit sich, dass die DV-Ausstattung vieler Unternehmen im 36-Monats-Rhythmus ausgetauscht wird. Oft sind Anwender, denen es gelingt, die fortschrittlichsten Technologien einzusetzen, in ihrem Markt führend. Aber wie sollen sie die teure IT bezahlen, ohne Eigenmittel und Liquidität zu sehr zu beeinträchtigen? Die Lösung kann unter Umständen heißen "leasen statt kaufen": Der Leasingnehmer verschafft sich die benötigten Produkte, ohne sich so langfristig an sie zu binden wie ein Käufer. Im Verhältnis zum Kaufgeschäft bindet Leasing weniger Finanzmittel und erhöht den unternehmerischen Handlungsspielraum.

Dass der Trend in Richtung IT-Leasing geht, bestätigt auch eine unabhängige, von IBM Global Financing im Jahr 2002 in Auftrag gegebene Studie der Ronin Corp. Danach planen mehr als 50 Prozent der Befragten, künftig noch mehr IT-Komponenten zu leasen statt zu kaufen, um so die eigenen technischen Infrastrukturen kontinuierlich auf dem neuesten Stand zu halten. Leasing erhöht darüber hinaus die Flexibilität des Unternehmens und ermöglicht IT-Kapazitätsanpassungen an die jeweilige wirtschaftliche Lage, von Kapazitätsspitzen bis zu einem Produktionsrückgang. Die Studie ergab weiterhin, dass heute bereits die Hälfte der mittelständischen und großen Unternehmen IT-Produkte leasen. So verwundert es auch nicht, dass für ein Drittel der befragten Unternehmen das Thema bereits bei der Wahl des IT-Anbieters eine große Rolle spielt.

In den letzten Jahren hat bei vielen Unternehmen ein Wandel der Geschäftspolitik eingesetzt, der es heute erlaubt, über Leasing als Alternative zum Kauf nachzudenken. Die befragten Firmen bestätigen eine positivere Einstellung zum Thema Leasing, weil sie Eigenmittel für andere strategische Investitionen als in die IT nutzen wollen. Der Kreditaufnahme für den Kauf einer komplexen IT-Ausstattung sind durch die neuen Baseler Eigenkapitalrichtlinien ("Basel II") und die damit verbundene veränderte Kreditpolitik der Banken heute erhebliche Grenzen gesetzt. Zwar bieten die Banken Finanzierungsmodelle wie etwa Kredite, Schuldverschreibungen oder Wechsel an, jedoch mit begrenzten Kreditrahmen und zunehmend erschwerten Bedingungen für den Kreditnehmer.

Die Folge: IT-Leasing wird für viele Unternehmen zusehends attraktiver, weil die Nachteile eines reinen Bankkredites entfallen. So wirkt sich eine Kreditaufnahme negativ auf die Unternehmensbilanz aus, denn die IT-Lösung wird beim Käufer bilanziert und abgeschrieben. Darüber hinaus entstehen bei der Finanzierung durch Kreditaufnahme Dauerschuldzinsen, die nicht in voller Höhe steuerlich abzugsfähig sind. Leasing dagegen verhält sich nach Handelsgesetzbuch (HGB) bilanzneutral.

Hat sich ein Unternehmen zu einer IT-Investition entschlossen, sollten die weiteren Schritte in der Regel zügig erfolgen. Erstinvestitionen oder fällige Anzahlungen würden diesen Prozess erheblich verlangsamen. Mit einer auf die Kundenbedürfnisse abgestimmten Leasinglösung können Zahlungen hingegen bis zum Eingang der ersten Projekterlöse hinausgezögert werden. Aber: Leasing setzt zunächst eine gründliche Projektkalkulation mit einem präzisen Kosten-Management vo-raus. In einem Zahlungsplan werden alle relevanten Kosten und Leasingraten festgehalten und damit kalkulierbar. Die Höhe der Raten wird dabei unter anderem durch Laufzeit und Konditionen bestimmt.

Immer häufiger müssen Unternehmen geplante IT-Investitionen mit hohen zu erwartenden Renditen und geschäftlichen Vorteilen rechtfertigen. Durch IT-Leasing können nicht nur die mit einem Projekt zusammenhängenden Zahlungsströme auf den zu erwartenden Return on Investment (RoI) abgestimmt werden, sondern außerdem die zu leistenden Zahlungen an den Fortschritt eines Projekts oder an steigende Kapazitätsanforderungen gekoppelt werden. Dies gewährleistet eine flexible Finanz- und Kapazitätsplanung. Mit einer Kombination aus Zahlungsaufschub, gestaffelten Zahlungen und einer Finanzierung mit niedrigen Zinsen lassen sich Budgetgrenzen überwinden.

Ein wichtiger Aspekt bei der Führung eines Unternehmens ist der Kapitalfluss. Einerseits stellen Rückstellungen von Barmitteln im Bedarfsfall sicher, dass strategische Investitionen getätigt werden können. Andererseits müssen IT-Investitionen für die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens sorgen. Auch in diesen Fällen bietet sich Leasing an: Wertvolle Barreserven bleiben unberührt, die gute Bonität des Unternehmens erhalten, und der Kreditrahmen bei der eigenen Hausbank wird nicht belastet. Trotzdem stehen alternative Finanzierungsquellen für den Technologiefortschritt des Unternehmens bereit.

IT-Leasing ist für Unternehmen unterschiedlicher Größe interessant, die angesichts rasanter technologischer Veränderungen wettbewerbsfähig bleiben wollen: Für kleinere Firmen, die kostengünstige monatliche Raten bevorzugen, trotzdem aber unkompliziert und schnell neues IT-Equipment installieren möchten; für Unternehmen mittlerer Größe, die ohne großen Kostenaufwand eine leistungsfähige IT einsetzen wollen; sowie für Großunternehmen, die im Rahmen eines exponentiellen Unternehmenswachstums ihre IT ausbauen oder Kapazitäten anpassen müssen.

Ein minimales Finanzrisiko war beispielsweise auch das Ziel der Itelligence AG, die ihren Kunden spezialisierte SAP-Branchenlösungen, kundenspezifische Software, Integrationslösungen für IT- und E-Business-Systeme sowie Outsourcing-Dienstleistungen anbietet. Im Rahmen einer flexiblen Software-Finanzierungslösung von IBM konnte das Unternehmen seinem Kunden im Jahr 2002 mit minimalem Eigenkapitalaufwand eine gemeinsam entwickelte Software anbieten.

Auf den Leasinggeber kommt es an

Neben der Leasingart ist für ein Unternehmen auch die Entscheidung für einen bestimmten Leasinggeber von Bedeutung. Zur Wahl stehen herstellerunabhängige Dienstleister - aus dem Finanzierungsbereich, Geschäftsbanken und herstellerabhängige Leasinganbieter. Eine Untersuchung der Meta Group zeigt die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Leasinggeber auf. Nach Einschätzung der Marktforscher sind herstellerunabhängige Finanzdienstleister oft bereit, auch hohe Investitionsvolumina zu finanzieren. Geschäftsbanken indes offerieren zwar Kredite für unterschiedliche Unternehmensgrößen und -ziele, werden jedoch von vielen Kunden als weniger attraktiv eingestuft, da ihnen das tiefe Verständnis für die IT fehlt. Sie bieten oft weniger attraktive Konditionen an und sind hinsichtlich der Vertragskonditionen weniger flexibel als die Konkurrenz.

Insbesondere herstellerabhängige Leasinganbieter können dem Kunden für die eigenen IT-Geräte häufig bessere und flexiblere Konditionen als die Konkurrenz anbieten. Neben dem Know-how einer Bank bringen sie jenes IT-spezifische Wissen mit, das für die Anschaffung einer komplexen Infrastruktur unabdingbar ist. So entscheidet sich ein Unternehmen mit der Wahl eines herstellerabhängigen IT-Leasinganbieters vor allem für weniger Aufgaben und Verantwortung bei der IT-Anschaffung, -Wartung und -Entsorgung. (ajf)

*Theo Leuze ist Leiter des Geschäftsbereichs Global Financing Central Region bei IBM.

Vorteile von Leasing

- Freie Mittel für das Kerngeschäft;

- Bilanzneutralität;

- Flexibilität bei Laufzeit und Zahlungsströmen;

- Harmonisierung von Nutzen und Kosten des Projektes;

- Vorhandene Kreditrahmen werden nicht beansprucht;

- Betriebsindividuelle Zahlungsströme;

- Schnelle Flexibilität bei technischem Wandel;

- Kostentransparenz.

Leasing ja, aber

Das Leasen von IT-Equipment scheint - auch lange vor der momentanen Konjunkturkrise - für viele Anwender ein Thema (gewesen) zu sein. Viele Vorteile sprechen ja auf den ersten Blick für sich. Auch die Tatsache, dass ein Anbieter wie IBM seit Jahren rund 30 Prozent seiner Umsätze auf dieser Finanzierungsbasis abwickelt, spricht Bände. Und wenn in Zeiten knapper IT-Budgets jeder Euro zweimal umgedreht werden muss, werden kapitalbindende Investitionen in IT erst recht kritisch hinterfragt. Doch wie bei allen Dingen des Alltags stecken auch hier die Tücken im Detail.

Zunächst sollten sich Unternehmen, das klingt im nebenstehenden Artikel an, nicht fragen, was wo günstiger ist, sondern was überhaupt finanziert werden soll? Mit anderen Worten: Alle Projekte müssen auf den Prüfstand! Leicht gesagt, doch in vielem Fällen auch heute noch lediglich ein Lippenbekenntnis. Leasen, nur um Kosten zu sparen, ersetzt keine IT-Strategie!

Dann gibt es beim Leasing ein paar spezifische Kriterien, die man auch nicht außer acht lassen sollte. Zum Beispiel etwaige Veränderungen in der Steuergesetzgebung, die derzeit zumindest in der Diskussion sind und bewirken könnten, dass zum Beispiel ein Teil der monatlichen Leasingrate künftig dem Gewinn zugerechnet werden muss.

Darüber hinaus gilt, was jeder aus dem gewerblichen wie privaten Auto-Leasing kennt: Die Gesamtkosten sind, bezogen auf die Laufzeit, zum Teil deutlich höher als beim Sofortkauf. Schließlich haben die einschlägigen Anbieter nichts zu verschenken beziehungsweise ihr eigenes Geschäftsmodell mit einer entsprechenden Kalkulation unterlegt. Unter dem Strich muss sich dies also mit der Steuerersparnis und den Bilanzierungsvorteilen gegenrechnen lassen. Last, but not least bleiben noch Fragen wie die, was mit dem Equipment nach Vertragsende geschieht, welcher Restwert angesetzt wird respektive welche Zahlungen noch fällig sind?

Fragen sollten sich Anwender unter Umständen aber auch, ob Leasing überhaupt die für sie flexibelste Variante darstellt. Kürzere Laufzeiten und schnellere Abwicklung versprechen etwa die Vermieter von IT-Equipment - ein Geschäftsmodell, das sonst viele Parallelen zum Leasing aufweist. Ein anderes Thema wäre der Gebrauchtmarkt - oder der "Klassiker" Outsourcing. Es kommt also, wie immer, auf den Einzelfall an. gh