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26.09.1975 - 

Überregionales Netz für 50 Milliarden Mark

Mit Licht-Kabeln aus der Kostenklemme?

MÜNCHEN - An die technischen Vorteile des Kabels glaubt ZDF-Justitiar Dr. Ernst W. Fuhr: in 20 bis 30 Jahren wird die Bundesrepublik seiner Ansicht nach wegen der weitgehend störungsfreien Übertragung statt des Funknetzes ein überregionales Kabelnetz für Fernsehen und Unterhaltungselektronik haben. Ungelöst ist allerdings die Finanzfrage: 50 Milliarden Mark würde die "Verkabelung" der bundesdeutschen Fernsehhaushalte in herkömmlicher Technik kosten. Das ist fast das 20fache jener 2,6 Milliarden Mark, die für das deutsche Funknetz nötig waren.

20 000 Kanäle pro Faser

Während wegen des "Demonstrationsprojektes Kabelfernsehen" in Kassel das Gerangel um Kompetenzen und Mitspracherechte weitergeht, wird das Vorhaben technisch langsam uninteressant. Für betriebliche Überwachungssysteme können heute schon statt der Koax-Kabel zur Übertragung von Fernsehbildern Glasfasern verwendet werden, die billiger sind. Mit verbesserten Techniken lassen sich durch eine Glasfaser mit Licht als Informationsträger mindestens 20 000 Fernsprechkanäle übertragen. Beim Heinrich-Hertz-lnstitut wurde errechnet, daß 10 000 solcher Glasfasern einen Querschnitt von nur einem Quadratzentimeter hätten und ein einziges daumendickes Glasfaserkabel ausreichen würde, um jeden absehbaren Bedarf an Nachrichten- und Datenübertragung auf bundesdeutschen Strecken zu decken. Die Übertragungskapazität der Lichtleitkabel ist eine der Voraussetzungen für eine "informierte Gesellschaft" mit der entsprechenden Verbreitung von Terminals in jedem Haushalt. Mit einem 4 umfassenden Licht-Netz ist freilich frühestens nach der Jahrtausendwende zu rechnen. -py