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28.06.1996 - 

Hersteller zeigen ISDN-Produkte mit CAPI 2.0

Mit Management Bandbreite im Netz besser ausnutzen

28.06.1996

Selbst die ursprünglich als Fachmesse für das Corporate Networking konzipierte Networld+Interop konnte sich heuer dem Internet-Hype nicht ganz entziehen. Wie bereits vorab in der COMPUTERWOCHE Nr. 25 vom 21. Juni 1996, Seite 10, berichtet, trug Veranstalter Softbank Expo dem Internet-Boom mit der Kongreßmesse Dotcom Rechnung.

Entsprechend zuversichtlich rechnet Softbank-Geschäftsführer Klaus Schmidt im Jahr 2000 bereits mit 14 Millionen Internet- Anbindungen. Angesichts der Geschwindigkeit des Wandels appellierte Schmidt, hierzulande endlich die politische Trägheit zu überwinden und mit Mut zur Änderung die Herausforderungen der Zukunft anzunehmen: "Das Potential ist da, aber es ist schwer zu nutzen." Des weiteren kritisierte der Manager die fehlende Risikobereitschaft potentieller Investoren: Ohne mehr Venture Capital seien die Aufgaben nicht zu lösen.

Zurückhaltender beurteilt man bei Novell, Rechteträger für den Begriff "Networld" im Messenamen, die derzeitige Internet- Euphorie. Senior Vice-President Vic Langford glaubt, daß vorerst eher mit dem Intranet als mit dem Internet Geld zu verdienen ist.

Letztlich kann es den Netzwerkern aus Orem in Utah aber egal sein, welche der beiden Netzvarianten für den Umsatz sorgt. Als eines von wenigen Unternehmen erwirtschaftete Novell bereits im letzten Jahr einen Umsatz von 100 Millionen Dollar mit Internet-Produkten. Cash-cow des Unternehmens bleibt aber nach wie vor das Netz- Betriebssystem Netware, von dem die Company demnächst eine neue Version ins Rennen schickt.

Ansonsten zeigt ein Messerundgang, daß hierzulande, im Gegensatz zu den USA, ISDN bereits State of the art ist, wenn es um die Anbindung remoter Rechner an das Firmennetz geht. Auf die Probleme mit der Schnittstelle CAPI, die für die Kommunikation zwischen ISDN-Karte und PC-Anwendungen sorgt, haben die Hersteller mittlerweile reagiert. Zahlreiche Anbieter zeigten auf der Networld+Interop Karten, zu deren Lieferumfang sowohl Treiber für CAPI 1.x wie auch für die neuere Variante 2.0 gehören.

Einen interessanten Weg schlug dabei die Teles AG mit "Virtual CAPI" ein: Unter Windows 95 stellt diese je nach Bedarf der Applikationen die Funktionen der aktuellen oder älteren Interface- Definition bereit.

Auch die Hamburger Dr. Neuhaus GmbH, ein Unternehmen der französischen Sagem-Gruppe, erweiterte ihre Software "ISDNDIS PPP" um CAPI 2.0. Die Spezialsoftware ermöglicht es, Daten aus Standard-TCP/IP-Anwendungen im ISDN-Netz zu übertragen. Dazu verwandelt ein NDIS-Treiber gängige ISDN-Karten in "normale" Netzwerkkarten, so daß alle netzorientierten TCP/IP-Applikationen WAN-Verbindungen herstellen können.

Ebenfalls mit ISDN-Unterstützung wartet nun die Remote-Control- Software des amerikanischen Herstellers Stac Electronics auf.

Die deutsche Version von "Reachout 5.0" stellt dem Anwender drei Funktionen zum Fernzugriff auf andere Rechner bereit: Remote Access, Remote Control sowie Remote Node. Zur Einwahl in andere Netze unterstützt das Programm Remote-Node-Software wie beispielsweise "ShivaPPP", Microsofts "RAS" und Novells "Netware Connect".

Remote-Access-Anbieter Shiva Corp. hatte nach Frankfurt den neuen "Access Port" mitgebracht. Die für den Soho-Markt konzipierte Hardwarelösung erlaubt laut Anbieter den Zugang zu gängigen, standardisierten remoten Systemen. Neben dem So-Anschluß verfügt das Gerät noch über Anschlußmöglichkeiten für zwei analoge Endgeräte wie Fax oder Telefon. Ansonsten ähnelt das Gerät in seinem Funktionsumfang einem kleinen Router und hält Verbindungen beispielsweise nur dann aufrecht, wenn wirklich Daten ausgetauscht werden.

Neue ISDN-Router-Lösungen zeigten in der Main-Metropole unter anderem Farallon Communications Inc. mit dem "Netopia ISDN-Router" oder die Elsa GmbH mit den Lancom-Geräten der Microlink-Reihe. Zur Messe stellten die Aachener den "Microlink Lancom" vor, der mit zwei Firmware-Varianten als IP- oder IPX-Router einsetzbar ist. Die Dortmunder ITK AG präsentierte auf der Messe ihren "Multiprotocol Router für ISDN 3.1", der sich mittlerweile mit dem Novell-Label "Tested and approved" schmücken darf. Darüber hinaus war auf dem ITK-Stand die für Windows 95 überarbeitete Version der Software "ix1-Connect/WS" zu sehen. Die auf dem CAPI-Subsystem aufsetzende Applikation ist zur Anbindung einzelner PCs an ein LAN konzipiert.

Des Themas LAN-PC-Koppelung via ISDN hat sich auch die Leonberger Eicon-Diehl GmbH angenommen. Mit "Digital NT" führten die Schwaben eine ISDN-Lösung für Windows NT vor. Das Produkt unterstützt bis zu acht ISDN-Karten und bietet über den Windows NT Server bis zu 90 Clients den gleichzeitigen LAN-Zugang via ISDN.

Was die Unternehmensnetze im engeren Sinne betrifft, sorgen derzeit neben Dauerbrenner ATM schnelle LAN-Techniken und Switching für Diskussionsstoff. Kaum ein Hersteller, der zur Networld+Interop neben Fast-Ethernet-Produkten nicht auch eine Switching-Lösung im Gepäck hatte, um zumindest dedizierte 10 Mbit/s am Arbeitsplatz zu gewährleisten. Der Geschwindigkeitsrausch der Ethernet-Propagandisten hat mittlerweile auch das Token-Ring-Lager erfaßt. So setzt der dänische Hersteller Olicom ebenfalls auf Switching als ein Mittel, um die Bandbreite im Netz zu erhöhen. Dazu bringt das Unternehmen mit dem "Crossfire Token Ring Switch" ein Gerät auf den Markt, das über acht bis zwölf Ports verfügt. Über einen Erweiterungs-Slot läßt sich zudem ein ATM-Anschluß realisieren. Darüber hinaus gab Olicom auf der Messe eine langfristige Allianz mit Cisco bekannt. Gemeinsam wollen die Partner Router- und Switching-Produkte für Token Ring entwickeln.

Doch nicht nur der Erhöhung des Datensatzes schenken die Hersteller ihr Augenmerk. Immer mehr Anbieter haben mittlerweile erkannt, daß die schnellsten Netzarchitekturen ohne entsprechende Management-Möglichkeiten wenig effizient sind. Neben den Herstellern der bereits vorgestellten WWW-Tools (vgl. CW Nr. 25, Seite 10) widmeten sich weitere Hersteller dieser Problematik.

Management soll Kosten senken

Grob lassen sich die Lösungen in zwei Kategorien einteilen: Performance- und Netzwerk-Management. Um beim Performance- Management verläßliche Aussagen über den Datendurchsatz zu erhalten, integrieren immer mehr Produzenten RMON-Funktionalitäten in ihre Hardwareprodukte (Einen Bericht über den derzeitigen Entwicklungsstand der RMON-2-Spezifikation finden Sie auf Seite 30).

Eine der Plattformen, die beispielsweise die RMON-Informationen auswertet, ist die Version 7.0 der Software "Optivity Enterprise". Diese Weiterentwicklung ist nach Angaben von Bay Networks ein Bestandteil der Unternehmensstrategie, derzufolge die Netzwerker leistungsfähigere Verwaltungs-Tools für den Einsatz in Switched Networks bereitstellen wollen. Neben dem Remote Monitoring wartet die Plattform mit Werkzeugen wie dem "LAN Architect" auf, der eine einfache Konfiguration und Verwaltung von virtuellen Netzen erlaubt. Mit dem integrierten "Network Atlas" steht Administratoren dagegen ein Navigations-Tool zur Verfügung, das einen Überblick über die Strukturen eines Netzes bietet.

Einen anderen Ansatz verfolgt dagegen die Compuware GmbH aus Dreieich. Das Unternehmen, das auf der Networld+Interop "Econet Release 2" präsentierte, nutzt die Fähigkeiten der jüngsten Switch-Generation zum Port Mirroring und die SNMP-MIBs zur permanenten Analyse des Verkehrs über alle Ports. Mit den so gewonnenen Daten wird dann ein statistisches Modell des anwendungsbezogenen Netzverkehrs erzeugt. Glaubt man Compuware, so bietet das neue Verfahren "im Vergleich zu RMON eine völlig neue Dimension der Überwachung von Switches".

Gleich zwei neue Management-Produkte hatte die Software-Division des Festplattenherstellers Seagate im Gepäck. So erlaubt beispielsweise "Nervecenter Pro" Anwendern einen Blick hinter den Router. Das Programm für Ereigniskorrelationen von Seagate Enterprise Management Software arbeitet in Verbindung mit HPs Verwaltungsplattform "Openview". So korreliert Nervecenter zusätzlich zu SNMP-Informationen Meldungen des Openview Operationscenter (OPC) von Unix-Systemen und Seagate-"LAN-Alert"- Nachrichten von NT und Netware-Servern. Wichtige Meldungen über Netzprobleme können an den "Openview Network Node Manager" oder an die OPC-Konsole geschickt werden.

Mit Software Server fernsteuern

Mit der zweiten Neuerscheinung nahm sich Seagate eines anderen Themas an. Mit Hilfe der "Desktop Management Suite" können Inventurdatenbanken über die einzelnen Rechner angelegt und bei Bedarf automatische neue Software-Releases im Netz verteilt werden. Neben "Wininstall" und "Winland 2.0" gehört "Proxy" zum Lieferumfang der Suite. Damit sind Netzverwalter in der Lage, sowohl PCs wie auch File-Server im Netz fernzusteuern.

Beim Chip-Giganten Intel, der sich mittlerweile als Hauptzuständiger für PC-Architektur versteht, nimmt das Netz- Management einen immer höheren Stellenwert ein. Zumal die Company erkannt hat, daß die hohen Kosten für den PC-Einsatz zu fast 50 Prozent auf den Verwaltungsaufwand der Intel-Plattform zurückzuführen sind. Vor dem Hintergrund der propagierten einfachen Netz-PCs von IBM, Oracle und Co. könnte das Netz- Management für den Chip-Hersteller schnell eine strategische Bedeutung bekommen. Dementsprechend baut das Unternehmen seine "LAN Desk" Management-Suite kontinuierlich aus. Das in Frankfurt gezeigte Release 2.5 unterstützt mittlerweile NT-Umgebungen und Clients auf Basis von Windows 95 sowie OS/2.