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19.02.1982 - 

Der dänische DV-Markt wird von Ausländern beherrscht:

Mit Minis und Mikros um Anschluß kämpfen

KOPENHAGEN (CW) - Auf dem dänischen DV-Markt tummeln sich Distributoren und Niederlassungen ausländischer Unternehmen. Die wenigen dänischen Hersteller, die eine Rolle spielen, stellen Mikround Minicomputer her. Schuld an der geringen Zahl einheimischer Produzenten ist nicht mangelndes technologisches Wissen, sondern vielmehr der hohe Investitionsbedarf.

Der dänische Markt wurde in den sechziger Jahren von Regnecentralen mit Gier-Geräten, später mit RC 4000- und 8000-Computern bedient. Das Unternehmen mußte jedoch 1979 wegen eigener Schwierigkeiten mit Regierungsgeldern gestützt werden. Vor kurzem wurde die in A/S, Regnecentralen ab 1979 unbenannte Gesellschaft von ITT übernommen.

Die Christian Rovsing A/S produziert seit einigen Jahren Mikrocomputer. Sie lieferte beispielsweise ein computergestütztes Steuerungssystem für den dänischen Rundfunk. Gegenwärtig entwickelt das Unternehmen ein Softwarepaket für ein eigenes lokales Netzwerk.

Angehörige der technischen Hochschule Kopenhagen gründeten vor sieben Jahren die Dansk Data Elektronik A/S. Ihr Haupt-Produkt ist das Multiuser-Betriebssystem "Mikados". Bei den Wahlen 1981 wurde ihr SPC/1-Mikrocomputer zur Stimmenregistrierung und Datenverwaltung eingesetzt.

Aktive Hochschulen

Die Zuwachsrate bei den installierten Systemen beträgt in Dänemark seit einigen Jahren konstant rund 15 Prozent. Für Minicomputer und Mainframes erwartet die International Data Corporation (IDO) Scandinavia eine Steigerung von 19 Prozent. Rechnet man die Personal und Desktop-Computer hinzu, soll sich das Wachstum sogar um rund 38 Prozent steigern.

Die größte Zuwachsrate wird auch in Dänemark bei den kleineren Systemen erwartet. Dieser Trend könnte sich durch die Aktivitäten der Hochschulen, die schon immer Wert auf die Entwicklung hochwertiger Software gelegt haben, noch verstärken. Die schwedische Facit erwarb beispielsweise von der Kopenhagener Friisberg Dataservice A/S kommerziell orientierte Software für den Verkauf in ganz Europa.

Hersteller bieten Kurse an

Für kleine Systeme unter 50 000 Dollar schätzt IDC eine Wachstumsrate von 41 Prozent. Anlagen zwischen 50 000 und 300 000 Dollar sollen sich um 20 Prozent vermehren und für Systeme über 300 000 Dollar soll die Zuwachsrate drei Prozent betragen.

Hersteller von Kleinrechnern, wie Apple, Commodore, Hewlett-Pakkard und Tandy können gute Erfolge verbuchen. Software wird zum größten Teil von Softwarehäusern und nicht von den Herstellern entwickelt und vertrieben. Doch die Anwender beschwerten sich über ungenügende Dokumentation und schlechte Programmierung.

Einige Hersteller erkannten das Problem und begannen, Kurse zur effektiven und professionellen Nutzung ihrer Geräte anzubieten. Parallel dazu schossen jedoch Unternehmen aus dem Boden, die billigere Kurse "im Schnellverfahren" anboten, was die Situation nicht klarer machte. Einige der etablierten Importeure fangen jetzt an, verläßliche und gut dokumentierte Software zu produzieren.

Der Minicomputer-Markt

Anbieter wie DEC, IBM und Hewlett-Packard beherrschen auch in Dänemark den Minicomputermarkt. Einen geringen Anteil besitzen Honeywell Bull, ICL, Ericsson und Nixdorf. Kenner der Branche erwarten, daß sich die Marktstruktur in Richtung Superminis, wie Digitals VAX-11 oder Mikrocomputer entwickeln wird. Eine entscheidene Rolle spielt hier nicht nur die Software-Entwicklung, sondern auch die Netzwerk-Technik sowie der Trend zum "Büro der Zukunft"(Büro-Automation).

Mainframer spielen eine stabile, aber unbedeutende Rolle auf dem dänischen Markt. Es ist schwer, neue Kunden zu finden, und die Software-Investitionen sind für dänische Verhältnisse so bedeutend, daß sich nur PCMs eine Expansion leisten konnten.

Für die Textverarbeitung war 1981 ein gutes Jahr. Nicht nur IBM konnte ihr System überdurchschnittlich gut verkaufen, sondern auch andere Anbieter waren erfolgreich. Sie profitierten ebenfalls von IBMs aggressivem Marketing-Konzept für Textverarbeitungs-Systeme.

* Lars Hoej, COMPUTERWORLD Danmark, eine Schwesterpublikation der COMPUTERWOCHE.