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23.12.1998 - 

Viag Interkom will in den Massenmarkt

Mit Mobilfunk die Klippen der Bonner Politik elegant umschiffen

MÜNCHEN (hi) - Mit einer Marktoffensive will Viag Interkom 1999 im Massenmarkt Fuß fassen. Wesentliche Stütze der Expansionspläne ist das unternehmenseigene Mobilfunknetz. Dieses soll auch die letzte Netzmeile zum Kunden ersetzen.

Mit einem "Weltrekord in Sachen Mobilfunk-Netzaufbau" hat der Münchner TK-Konzern Viag Interkom eigenen Angaben zufolge seine erste Entwicklungsphase abgeschlossen. Dabei entsprach die Geschäftsentwicklung laut Maximilian Ardelt, Vorsitzender der Geschäftsführung von Viag Interkom, den Erwartungen (400 Millionen Mark Umsatz bei einem Anlaufverlust von etwas über einer Milliarde Mark im Jahr 1998). Mit dem neuen Handy-Netz im Rücken blickt der Manager zuversichtlich in die Zukunft und rechnet für 1999 mit einem Umsatz von gut eine Milliarde Mark. Lediglich die Angst, daß die neue Regierung in Bonn die Spielregeln im freien TK-Markt nachhaltig verändert, trübt Ardelts positives Bild der Situation.

Ein Dorn im Auge sind ihm dabei die fehlende Entscheidung über den entbündelten Teilnehmeranschluß sowie der Versuch, mit Hilfe der Regulierungsbehörde über andere Interconnection-Preise den Wettbewerb im Festnetz zurückzudrehen. Erschwerend kommt laut Ardelt die geänderte Preispolitik der Telekom hinzu, die für reine Festnetzanbieter zum Problem werde. So rechnet der Manager bereits im nächsten Jahr mit dem Ausscheiden einiger TK-Anbieter beziehungsweise mit Übernahmen. In der jüngsten Preisrunde nach unten hält Viag Interkom noch mit und verlangt für Ferngespräche ab dem 1. Januar 1999 in der Hauptzeit (montags bis freitags) von 8 bis 18 Uhr 17 Pfennig und ansonsten zehn Pfennig pro Minute. Allerdings, so gesteht Ardelt ein, sei damit allmählich die Schmerzgrenze erreicht, "bei einem weiteren Sinken der Festnetztarife geraten wir unter Druck".

Vor dem Hintergrund der jüngsten TK-politischen Entwicklung will der Firmenchef die Infrastruktur seines Unternehmens so ausbauen, daß "Viag Interkom unabhängig von der Bonner Politik ist". Neben eigenen Leitungen für Unternehmenskunden setzen die Münchner zur Anbindung der Endkunden vor allem auf den Funk. Über Richtfunk sollen dabei Firmen, die kein so großes Verkehrsaufkommen haben, mit 2 Mbit/s an das Viag-Interkom-Netz angeschlossen werden. Erste Feldversuche mit dem hierbei verwendeten Point-to-Multipoint-Verfahren hat das Unternehmen bereits absolviert. Nun bemühen sich die Bayern um eine entsprechende Lizenz.

Im Massenmarkt setzen die Münchner dabei auf "Home Zones", die sie zur CeBIT ''99 vorstellen wollen. Hierbei telefoniert der Kunde auch von zu Hause mit seinem Handy, zahlt aber dort nur den Festnetztarif. Auf diese Weise wollen sich die Viag-Manager von der leidigen Diskussion um die letzte Netzmeile zum Kunden verabschieden.