Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

Herausragende Software von HSC auf der Comdex:


14.12.1990 - 

Mit Multimedia-Datenbank zeigen PCs ihre Schokoladenseite

LAS VEGAS (jm) - Während sich zahlreiche Hersteller von Soft- und Hardware auf der Comdex mühten, das Thema Multimedia hochzuspielen, ohne bereits umfassende marktreife Produkte vorweisen zu können, präsentierte die Harvard Systems Corp. (HSC) aus Santa Monica, Kalifornien, das Datenbankprodukt "Santa Fe Media Manager": Es vereint Audio-, Motion-Video-, Text- und numerische Daten auf der Basis von Borlands "Paradox-Engine" zu einem Netzwerk-fähigen Multimedia-System.

Die Manager von HSC stellten in Las Vegas ihr Licht noch unter den Scheffel: Sie waren nur als Unteraussteller auf den Ständen von vier anderen Herstellern vertreten und zeigten in eher privat gehaltenen Vorführungen in der Hotel-Suite von HSC-CEO John Wilzak, was sie zu bieten haben. Die Santa-Fe-Software war auf der US-Messe eines der Produkte, die wegen der zugrundeliegenden Idee ebenso wie durch deren Verwirklichung mehr Aufmerksamkeit verdient hätten.

Ausgehend von der Überlegung, unterschiedlicher Daten und Datenformate - wie bei Audio-, Video- und Textdateien gegeben - zu einem Endprodukt zusammenzufassen, entwickelte man bei HSC eine Multimedia-Software, die auf Borlands "Paradox-Engine" und deren PAL (Programmable Application Language) basiert und somit dem Anwender über das Datenbank-Produkt die Möglichkeit gibt, eigene Multimedia-Anwendungen zu generieren.

Mit Rick Minicucci konnte ein Mann für HSC engagiert werden, der über einige Erfahrung für die Verwirklichung von Audio-Video-Datenbanken verfügt: Zunächst als langjähriger Entwickler von Computergrafik-Software und Benutzeroberflächen tätig, arbeitete er später unter der Flagge des FBI, um für die Polizei Grafikanwendungen zu realisieren.

Für die staatliche Organisation "Bureau of Missing Children" strickte er ein Programm, mit dessen Hilfe man Kinder auf Fotos altern läßt, um so eine realistischere Wiedergabe der Erscheinung jahrelang vermißter zu erzielen.

Minicucci ist auch verantwortlich für die Benutzer-Oberfläche des Santa Fe Media Managers, die - im Vergleich etwa zu Windows 3.0 - sehr schnell ist. Die eigentliche Santa-Fe-Applikation beinhaltet Softwarewerkzeuge, mit denen die unterschiedlichen Daten zu kompletten Multimedia-Präsentationen oder -Datenbanken, für Trainings- und Lernpakete, elektronische Kataloge oder Foto- und Musikarchivanwendungen etc. zusammengestellt werden können.

Hat man die entsprechende Hardware wie etwa NECs PC-VCR-Abspielgerät zur Verfügung, können in einem Fenster oder monitorfüllend ganze Filmsequenzen aus der vom Anwender konzipierten Datenbank abgerufen werden. Ein kalifornischer Film-Agent nutzt den Santa Fe Media Manager als Datenbank, um seine Filmschauspieler-Klientel bei Kunden mit allen persönlichen Daten und aussagekräftigen Filmszenen ins rechte Licht zu rücken.

Der Media Manager unterstützt 8-Bit-Super-VGA bis zu einer Auflösung von 1024 x 768 Pixel bei 256 Farben. Das gleiche Interface bedient auch 16- und 24-Bit-Umgebungen, die Targa-kompatibel sind. Außerdem lassen sich nach Herstellerangaben die meisten Super-VGA- und Targa-kompatiblen Grafikkarten benutzen. Nach Unternehmensangaben sei auch geplant, IBMs neues XGA-Grafikformat zu unterstützen.

Mit dem Santa-Fe-Benutzer-Interface ist es überdies möglich, daß zwei PC-User über eine 2400-Baud-Kommunikation Kontakt zueinander aufnehmen und auf den jeweils anderen Datenbestand Zugriff haben - was vor allem für unternehmensweite Datenhaltung von Interesse sein dürfte. Außerdem überwacht und verzeichnet die Software alle Tasten- und Mausaktionen, die während einer Session getätigt werden.

Video-Sequenzen lassen sich mit der "Videographer"-Utility, die mit zum Media Manager gehört, sowohl über entsprechende Kameras als auch über VCR-Abspielgeräte einspielen, abgespeichert werden sie im FLI-Format, dem Datenformat für die Autodesk-Software "Animator". Der Anwender kann die digitalisierten Videobilder anschließend über Programme wie das mitgelieferte Animator editieren.

An Grafikformaten unterstützt das Media-Manager-System die .PCX-, .GIF-, .FLI-

und .TGA-Datenformate sowie Video-Capture-Karten einer Vielzahl von Herstellern etwa

von Truevision, Paradise, Video Seven und anderen.

Akustische Eingaben erfolgen über das VOC- oder das weitverbreitete Midi-Format, die beide auch Mac-kompatibel sind. Zur Präsentation lassen sich verschiedene Drucker beispielsweise von Epson, Tektronik, QMS, oder HP verwenden; Video- Bandaufzeichnungsgeräte von Sony, Panasonic und - kürzlich erst vorgestellt - das "PC-VCR". System von NEC spielen bewegte Bilder in die Datenbank ein. Auch diverse Scanner, Diaprojektoren, Großprojektoren und CD-ROM-Laufwerke sowie Peripherie-Eingabegeräte können über den Santa Fe Media Manager angesteuert werden. Als

Minimalkonfiguration sollte der Anwender einen 286-Rechner und DOS ab 3.3X besitzen, wobei die Vorführung deutlich machte, daß alles unterhalb der 386-Rechenleistung nicht akzeptabel ist. Daß der Anwender den Einstieg in die HSC-Multimedia-Welt nicht zum Nulltarif bekommt, zeigen auch die Festplatten-Anforderungen von mindestens 20 MB, wobei 5 MB ausschließlich für die HSC-Software frei sein müssen, und zwischen 400 und 640 KB als Minimalvoraussetzung an Expanded Memory -,je nach verwendeter Videokarte.

Da eine komplexe Multimedia-Anwendung, die Ton-, Video- und herkömmliche Daten in einer Datenbank vereint, auch erhebliche Speicherkapazitäten verlangt - mit 500 MB aufwärts muß der Anwender rechnen - sollte man die momentan noch sehr teuren wiederbeschreibbaren optischen Laufwerke oder DAT-Geräte einplanen. Die Einplatz-Version des Santa Fe Media Managers kostet etwa 600, die Netzwerk-Version etwa 900 Dollar. Für jeden Arbeitsplatz sind darüber hinaus Lizenzgebühren von 150 Dollar zu zahlen. Den Vertrieb für Deutschland und die Schweiz hat Computergraphix übernommen.