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04.10.1996 - 

Abschied vom AS400-Host

Mit Oneworld führt JDE verteilte Business-Objekte ein

Das erklärte Ziel von JDE, sich an SAPs Fersen zu heften, wird den Hersteller zumindest in Deutschland noch einige Überzeugungsarbeit kosten. Schließlich sollen die Walldorfer den Applikationsmarkt hierzulande zu 41 Prozent besetzt halten, während die Amerikaner lediglich auf einen Anteil von 0,65 Prozent kommen. Immerhin kann JDE in Zentraleuropa auf eine installierte Basis von 373 Kunden verweisen, bei 238 Unternehmen arbeitet das System produktiv.

Hoffnung auf mehr Marktpräsenz schöpfen die Langener vor allem aus den jüngsten Prognosen der Analysten, die im vergangenen Jahr allein in Deutschland 26000 paketierte und zur Ablösung anstehende Altanwendungen gezählt haben.

Logik von Daten getrennt

Innerhalb dieses potentiellen Kundenkreises will sich JDE auf diskrete Fertiger, den Handel und die Petrochemie konzentrieren. Eines der Argumente dafür ist die mit der neuen Software- Architektur erreichte Plattformöffnung für heterogene Client- Server-Umgebungen. In Form von ereignisgesteuerten C++-Objekten sind Daten, Logik und grafisches User-Interface (GUI) durch eine Middleware-Schicht voneinander getrennt. Auf diese Weise sollen sich Konfigurationen verwenden lassen, die im Extremfall von der Stand-alone-Lösung eines Notebooks bis hin zu einer Mischumgebung etwa in Form eines NT-Clients, einer AS/400-Datenbank und eines HP-9000-Applikations-Servers reichen.

Unterstützt werden jetzt neben der AS/400 die Plattformen S/390, RS/6000, HP 9000, SNI RM sowie Windows NT auf Intel und DEC Alpha. Als Datenbanken lassen sich IBMs DB2-Spektrum, Oracle und Microsofts SQL Server einsetzen. Mit den neu gewonnenen Hardwarepartnern werden derzeit Competence-Center aufgebaut, in denen man unter anderem die für eine Oneworld-Installation notwendige Rechnerkonfiguration testet.

Hinsichtlich der Benutzer-Schnittstelle wird nun ein echtes Windows-Front-end geboten. Es löst "Worldvision" ab, das in der Vorgängerversion "Worldsoftware" die Brücke zu einem sogenannten "Thin Client" mit grafischer Oberfläche geschlagen hat. Das neue GUI erlaubt innerhalb einer Maske individuelle Formatierungseinstellungen und Suchfunktionen. Ad-hoc-Berichte können über Excel erstellt werden, außerdem lassen sich Zeichnungen, Videodateien oder Voice-Mail als Objekte mit einer Maske verknüpfen.

Zur Generierung von Anwendungsmasken einschließlich der für die Geschäftsprozesse erforderlichen Ereignislogik steht ein Entwicklungs-Tool zur Verfügung. Mit Hilfe des Werkzeugs wird zunächst das Maskendesign mit Push-Buttons, Menüs und Toolbar definiert, anschließend legt man die Verbindung der Maske zur gewünschten Datenquelle fest. Nachdem die Programmverzweigungen und Ereignisregeln bestimmt wurden, generiert das Programm automatisch eine C++-Anwendung.

Mit der Einführung von Oneworld hat JDE auch neue Module vorgestellt, die ab Januar 1997 komplett in einer für Deutschland lokalisierten Version vorliegen sollen. Abgedeckt werden jetzt zusätzlich die Bereiche Inventur, Bestellwesen, Beschaffung, Produktdaten-Management, Produktionsabwicklung sowie Bedarfsplanung. Als Besonderheit des neuen Systems betont der Hersteller die Möglichkeit zur Koexistenz mit den alten Versionen Worldsoftware und Worldvision auf einer AS/400. Dank einer parallel geführten, aber nicht redundanten Datenhaltung und entsprechenden Schnittstellen sei ein schrittweiser Umstieg auf Oneworld pro Arbeitsplatz, Abteilung oder Anwendung möglich.