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18.04.1980

Mit Optimismus in die 80er Jahre

Geleitwort zur Hannover-Messe von Walther Leisler-Kiep, Niedersächsischer Minister der Finanzen und Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Messe- und Ausstellungs AG, Hannover

Die Bundesrepublik Deutschland hat sich nach dem Kriege gradlinig zum exportintensivsten Industrieland der Welt entwickelt. Dies ist neben der ständigen Leistungsbereitschaft der am Wirtschaftsleben Beteiligten insbesondere auf zwei Faktoren zurückzuführen: die relative Preis- und Kostenstabilität und den hohen technischen Standard unserer Angebote. Eine der wichtigsten wirtschafts- und unternehmenspolitischen Aufgaben der Zukunft besteht darin, die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Produkte - auch unter schwierigen internationalen Rahmenbedingungen - zu erhalten und auszubauen. Dies wird mit erhöhten Anforderungen an die Wirtschaft und an den Staat verbunden sein, nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund eines Leistungs- und Kapitalbilanzdefizits von zunehmender Größenordnung. Wenn sich die deutsche Wirtschaft bislang im internationalen Wettbewerb so hervorragend geschlagen hat, so ist dies auch ein Indiz für Produktivitätsvorteile und für die Anpassungsfähigkeit an weltwirtschaftliche Veränderungen. Dabei darf allerdings nicht übersehen werden, daß sich die Bundesrepublik inzwischen zu einem der Höchstlohnländer der Welt entwickelt hat, so daß unsere Wettbewerbschancen sich mehr und mehr auf den hohen technischen Standard unserer Produkte stützen muß. Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sowie für neue Technologien haben einen volkswirtschaftlich bedeutungsvollen Rang. Mit dieser Priorität wird auch eine Entwicklung deutlich, daß die Industrieländer die Fertigung sogenannter einfacher Produkte den nachrückenden Nationen der dritten Welt überlassen, während sie sich selbst technisch anspruchsvolleren Produkten zuwenden. Dieses Faktum, verbunden mit der Erkenntnis, daß Steigerung und Minderung des Außenhandels jeweiliger Unternehmen in unmittelbaren Zusammenhang mit den Aufwendungen für Innovationen stehen, stellt die Hannover-Messe spiegelbildlich dar.

Der Fachmarkt "Forschung und Technologie" ist inzwischen zum festen Bestandteil der Hannover-Messe geworden. Er wird ergänzt durch Fachvorträge, in denen praxisnahe Innovations-Angebote vorgestellt und erläutert werden. Gerade im Bereich der Computer-Industrie, an die sich die COMPUTERWOCHE vornehmlich wendet, sind erstaunliche Fortschritte insbesondere bei der Entwicklung von Standardprogrammen zu verzeichnen. Die Büro- und Informationstechnik ist ein Beispiel für einen Wirtschaftszweig, bei dem sich die Industrie-Nationen durch offensive Forschungs- und Innovationsstrategie einen großen Markt aufgebaut haben. Die deutschen Hersteller dieser Branche haben im Jahre 1979 einen Produktionswert erreicht, der um fast zehn Prozent über dem des Vorjahres lag und damit die Ergebnisse der Gesamtwirtschaft weit überstieg.

Das auch in diesem Jahr wieder erkennbare gesteigerte Interesse an der Hannover-Messe ist ein Zeichen für den Optimismus, mit dem die Wirtschaft die 80er Jahre angeht.