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10.06.1994

Mit Outsourcing und R/3-Beratung Geld verdienen Rodenstock lagert die DV in eigenstaendige Gesellschaft aus

MUENCHEN (ciw) - Die Optischen Werke G. Rodenstock haben den gesamten Informatikbereich der Gruppe in die Rodis Informationssysteme GmbH ausgegliedert. Die hundertprozentige Tochtergesellschaft soll den fuenf Geschaeftsbereichen des Konzerns IT-Dienstleistungen zu marktueblichen Preisen anbieten. Ausserdem, so der Plan, wollen die DV-Spezialisten des Brillenherstellers ihr Know-how im SAP- R/2- und R/3-Umfeld Dritten offerieren.

Die Uebernahme des Rechenzentrums und saemtlicher 51 DV-Mitarbeiter sowie der acht HP-3000-Rechner in den deutschen Geschaeftsstellen durch die Tochtergesellschaft stelle fuer Rodenstock einen wichtigen Schritt in der Restrukturierung des Unternehmens dar. "Der Grund fuer diese Massnahme liegt in dem Willen des Konzerns, sich kuenftig staerker auf das Kerngeschaeft zu konzentrieren", erklaert Siegfried Merk, Geschaeftsfuehrer der noch in Gruendung befindlichen Rodis GmbH. "Ausserdem duerfte diese Loesung kostenguenstiger sein, weil wir den Geschaeftsbereichen IT- Dienstleistungen zu marktueblichen Preisen anbieten." Anstelle der bisherigen Umlage trete eine Direktabrechnung der Leistungen. Schon von dieser Massnahme erhofft sich Merk ein staerkeres Kostenbewusstsein auf beiden Seiten: "Die Geschaeftsbereiche wissen nun, fuer was sie zahlen muessen, und ueberlegen sich, welche Leistungen sie tatsaechlich benoetigen und vom wem sie diese beziehen. Wenn die Rodis teurer ist als andere, machen wir keinen Umsatz."

Doch nicht nur im internen Geschaeft will die Rodenstock-Tochter Erloese und Gewinne erwirtschaften. Ein weiteres wichtiges Standbein soll Merk zufolge das Geschaeft mit externen Kunden sein. Anbieten werden die Muenchner neben ihrem Know-how im SAP-R/2- Sektor auch Outsourcing-Dienste und Beratung fuer R/3.

Zur Zeit setzt Rodenstock konzernweit auf R/2, bereitet aber den Umstieg auf R/3 vor. "Anstatt von R/2, Version 4.3, auf die Version 5.0 umzusatteln, migrieren wir gleich zu R/3", berichtet Merk. Das bisherige Rechenzentrum, in dem eine SNI H90 unter BS2000 Dienst tut, wuerde damit mittelfristig - fuer die Bewaeltigung der internen IT-Arbeiten - ueberfluessig. Ein Abbau der Grossrechnerkapazitaeten ist jedoch nicht vorgesehen. Statt dessen will Rodis das SNI-RZ nutzen, um zusammen mit einem noch nicht naeher bezeichneten Dienstleistungspartner ins SAP-Outsourcing- Geschaeft einzusteigen. "Wir koennen R/2-Know-how und Rechenleistung zur Verfuegung stellen. Aber weil wir keinen eigenen Vertrieb haben und die DV-Welt nicht gerade auf uns als SAP-Outsourcer wartet, brauchen wir einen Partner, der in diesem Geschaeft Erfahrung hat", erklaert der Rodis-Chef.

Welche Hardware kuenftig fuer den R/3-Einsatz genutzt wird, ist noch nicht entschieden. "Wir ueberlegen noch, ob wir in den Geschaeftsbereichen eigene Unix-Rechner installieren oder nicht zumindest die in Muenchen angesiedelten Bereiche zentral bedienen", meint Merk. In Sachen R/3-Beratung strebt das junge Unternehmen keine direkte Zusammenarbeit mit SAP an, sondern moechte mit den Logo-Partnern der Walldorfer ins Geschaeft kommen: "Wir bieten denen, die hier noch nicht taetig sind, ein Standbein im Sueden an und versuchen, eine regionale Nische zu fuellen."

Von den 51 uebernommenen Mitarbeitern soll, so der Rodis-Chef, niemand seinen Job verlieren. Merk setzt auf das Wachstum des externen Geschaefts.