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Preiskampf bei PC-Datenbanken


19.02.1993 - 

Mit Paradox fuer Windows nimmt Borland den Fehdehandschuh auf

Als Philippe Kahn, Chairman, CEO und Praesident der Borland International Inc., Scotts Valley, im Dezember vergangenen Jahres 15 Prozent seiner Belegschaft entliess, machte er den Preisverfall bei der PC-Software fuer die schlechte Finanzlage seines Unternehmens verantwortlich. Tatsaechlich hatten die Geschaefte der kalifornischen Softwareschmiede unter der knallhart kalkulierten Einfuehrungs-Promotion fuer das Microsoft-Produkt "Access" arg zu leiden. In den USA warf der DOS-Monopolist aus Redmond, Washington, sein neues Datenbankprodukt voruebergehend zum Spottpreis von 99 Dollar auf den Markt.

Vergleichsweise konservativ verhaelt sich hingegen die Microsoft GmbH, Muenchen, die Access noch bis Ende Februar zum Werbepreis von 999 Mark offeriert. Dieses Angebot kontert die deutsche Borland- Niederlassung in Langen bei Frankfurt mit einer wahrhaft gewagten Preisgestaltung: Bis zum 15. Mai dieses Jahres wird die Windows- Ausfuehrung der Access-Konkurrenz Paradox fuer ganze 399 Mark zu haben sein, waehrend der Normalpreis voraussichtlich fast fuenfmal so hoch liegt, naemlich bei rund 1900 Mark.

Keine Fusion von Lotus und Borland

Allerdings gibt es die deutschsprachige Produktversion bislang noch nicht zu kaufen. Wie Kahn anlaesslich einer Produktpraesentation in Frankfurt anschaulich demonstrierte - beim ersten Aufruf eines "binary large object" (Blob) verabschiedete sich das System -, muss die fuer den hiesigen Markt bestimmte Ausfuehrung noch den Betatest bestehen. Wann sie in einem auslieferungsfaehigen Zustand sein wird, mochte Kahn nicht abschaetzen. "Das Produkt kommt auf den Markt, sobald es fertig ist", antwortete er lapidar auf entsprechende Nachfragen.

Keineswegs bestaetigen wollte Kahn die Geruechte, wonach er und Lotus-Chef Jim Manzi ihren gerichtsnotorischen Streit beigelegt haetten. Von Mutmassungen ueber eine gemeinsam mit Lotus, Wordperfect und Novell geplante Klage gegen Microsoft (siehe CW Nr. 3 vom 15. Januar 1993, Seite 21: "Microsoft muss an drei Fronten Angriffe von Gegnern abwehren") hatte er angeblich nie etwas gehoert. "Wir wollen mit Microsoft auf der Basis von Produktqualitaet konkurrieren - nicht etwa mit Hilfe von Rechtsanwaelten", warf er sich in die Brust.

Auch die von dem US-Finanzblatt "Wall Street Journal" verbreiteten Mutmassungen ueber eine Fusion von Borland und Lotus (siehe CW Nr. 6 vom 5. Februar 1992, Seite 62) wies Kahn zurueck: "Tatsaechlich hat Lotus sich wohl so etwas vorgestellt. Aber ich habe niemals mit Herrn Manzi ueber eine Fusion gesprochen."