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22.08.2003 - 

Pocket PC als Notebook-Ersatz?

Mit PDA-Zubehör wächst das Mobile Office

MÜNCHEN (hi) - Vielen mag die Frage, ob ein Pocket PC auf Reisen als vollwertiger Notebook-Ersatz taugt, verwegen erscheinen. Doch mit dem passenden Zubehör lassen sich die Minis durchaus als vollwertiges Mobile Office ausstatten.

Vor kurzem galten PDAs (Personal Digital Assistants) auf Palm- oder Pocket-PC-Basis (PPC) noch als Spielzeug technikvernarrter Jugendlicher und Yuppies. Doch wie Gartner feststellt, entdecken mittlerweile immer mehr Business-Kunden die Vorzüge der Minis. Dabei tendieren die geschäftlich orientierten Anwender, wie Gartner-Analyst Todd Kort weiter ausführt, mehr zu den Windows-gestützten Pocket PCs, während die Palm-Klientel eher aus dem Consumer-Segment stamme. Ein Trend, der Microsoft im letzten Jahr einen Marktanteil von 26 Prozent bescherte, während Palm auf 55 Prozent einbrach.

Pocket PCs auf dem Vormarsch

Noch im Jahr 2000 war Palm mit 65 Prozent der unangefochtene Platzhirsch im PDA-Segment, denn Pocket PCs mit dem Betriebssystem Windows CE brachten es nur auf einen bescheidenen Anteil von zwölf Prozent. Und die Zeichen für Microsoft stehen gut, Palm weitere Marktanteile abzujagen, denn im Sommer 2003 gibt es von Acer über Dell bis Yakumo kaum mehr einen Hersteller, der nicht einen PDA mit Microsofts Betriebssystem im Programm hat.

Eine Entwicklung, die im pro-fessionellen Bereich umso mehr verwundert, als Hans Geyer, Intel-Vice-President und General Manager der PCA Components Group, dessen Unternehmen mit den Xscale-Prozessoren heute das Herzstück der aktuellen Pocket PCs liefert, noch vor eineinhalb Jahren gegenüber der CW das Einsatzpotenzial der Kleinstrechner einschränkte:

"Der Anwender wird mit den mobilen Endgeräten den Content zwar sichten und geringfügige Änderungen vornehmen, zur Erstellung von Inhalten bleibt er aber auf ein leistungsfähigeres Notebook angewiesen."

Dank des Einfallsreichtums von PDA-Herstellern und Zubehörlieferanten stimmt diese Aussage so heute nicht mehr. Waren lange Zeit eingeblendete Minitastaturen auf dem Bildschirm oder besondere Schreibschriften wie "Grafiti" die Eingabemedien für PDAs, so haben fast alle Hersteller inzwischen die Zeichen der Zeit erkannt und offerieren externe Tastaturen.

Hierbei lassen sich zwei Gattungen unterscheiden: Faltbare oder rollbare Tastaturen sowie Snap-on-Modelle. Auf den ersten Blick scheinen die Snap-ons die idealen Begleiter zu sein, um unterwegs schnell Daten einzutippen: Sie werden einfach als Verlängerung angesteckt. Allerdings sind die Buchstabentasten so klein, dass ein flüssiges Tippen unmöglich ist.

Wer umfangreichere Texte, etwa längere E-Mails unterwegs abfassen will, kommt eigentlich nicht um die größeren, faltbaren Tastaturen herum. Käufer, die zu den Angeboten der PDA-Hersteller greifen, können meist wenig falsch machen. Hier funktionieren die Treiber, und die Anschlusskontakte zwischen Tastatur und PDA stimmen überein. Allerdings hat dieser Komfort seinen Preis. Die Orginaltastaturen kosten nicht selten das Doppelte im Vergleich zu den Eingabegeräten der Dritthersteller, die teilweise bereits für 70 Euro erhältlich sind. Für Letztere spricht zudem, dass sie nicht an ein bestimmtes PDA-Modell gebunden sind. Diese Interoperabilität erkauft sich der Benutzer aber mit einem anderen Nachteil: Um den Steckerwirrwarr der PDAs, jeder Produzent kocht hier sein eigenes Süppchen, zu umgehen, nutzen diese Tastaturen die Infrarot-Schnittstelle zur Kommunikation zwischen Keyboard und Minirechner. Was in der Theorie nach einer pfiffigen Lösung klingt, entpuppt sich in der Praxis als ziemliche Friemelarbeit, da für einen sicheren Betrieb häufig eine genaue Feinjustierung der Infrarotempfänger erforderlich ist. Wer also mal schnell am Gate vor dem Abflug eine Mail tippen will, sollte lieber zum teureren Originalzubehör greifen.

Die Sparidee, einfach handelsübliche PC-Tastaturen mit USB-Anschluss zu verwenden, scheitert in der Regel an einer technischen Besonderheit der PDA-Schnittstellen. Bei USB ist zwischen Host und Client zu unterscheiden. Clients sind dabei Endgeräte wie Tastaturen, Drucker, Kameras, Wechselplatten oder Scanner. Damit diese funktionieren, muss das Gegenstück, also etwa der PC, ein USB-Host sein. Das Gros der Hersteller hat dagegen seine PDAs nur als USB-Clients ausgelegt, so dass die Verwendung von USB-Geräten scheitert. Einziger Ausweg aus dieser Sackgasse sind Compact-Flash-(CF-)Karten, die als USB-Host im PDA fungieren.

Löbliche USB-Ausnahme im Reigen der Pocket PCs sind beispielsweise die Toshiba-Modelle der Baureihen 740 und 750. Hier hat der Hersteller die Minis als USB-Host ausgelegt. Für etwa 70 Euro gibt es für diese Geräte einen USB/VGA-Adapter, an den sich handelsübliche USB-Tastaturen anschließen lassen.

Darüber hinaus offeriert dieser Adapter noch einen weiteren Vorteil, wenn etwa über den PDA eine Powerpoint-Präsentation via Beamer vorgeführt oder der Mini-Computer an einen normalen Bildschirm angeschlossen werden soll. Seine Benutzer benötigen hierzu kein zusätzliches Equipment mehr wie bei anderen Pocket PCs. Damit relativiert sich auch der hohe Anschaffungspreis der Toshiba-Modelle, denn andere Anwender müssen zu Präsentationszwecken eine seperate "Presenter"-Karte erwerben.

Diese für den Compact-Flash-Slot konzipierten VGA-Adapter kosteten bei den PPC-Herstellern bis vor kurzem noch um die 250 Euro. Mittlerweile drängen jedoch taiwanische Produkte auf den Markt, die bereits für knapp über 100 Euro zu bekommen sind, so dass auch die Preise für die Presenter-Karten der Orginalhersteller fallen dürften.

Mit Applikationen wie Powerpoint-Präsentationen oder Bildverarbeitung steigen die Anforderungen an die Speicherkapazität der Minis. Passen die Programme meist noch in die vom Betriebssystem nicht belegten ROM-Bereiche, ist das RAM als eigentlicher Arbeitsspeicher der PDAs schnell voll, wenn hier umfangreiche Dateien abgelegt werden. Deshalb empfiehlt es sich, diese auf einschiebbaren Speicherkarten auszulagern, wie sie in der digitalen Fotografie verwendet werden. Die Karten sind mittlerweile mit einem Fassungsvermögen von 16 MB bis hin zu mehreren Gigabyte erhältlich. Spitzenmodelle für den CF-Slot mit 4 GB kosten derzeit um die 1500 Euro - eher bezahlbar sind dagegen Modelle mit geringerer Kapazität (1 GB zirka 250 Euro, 512 MB um die 120 Euro). Neben den digitalen Speicherkarten hat IBM/Hitachi noch Microdrives, also Festplatten im Miniaturformat, im Programm. Für einen solchen Winzling mit 1 GB sind etwa 220 Euro einzukalkulieren.

Die passende Speicherkarte

Zwar sind Speicherkarten im SD-Format wesentlich teurer als ihre CF-Vettern, doch ihre Anschaffung empfiehlt sich dennoch, wenn der PDA mit anderen Zusatzgeräten genutzt wird. Die SD-Einschübe gängiger Geräte sind nämlich meist nicht Input-Output-I/O-)fähig, also für die Verwendung von Zusatzgeräten ungeeignet. Erschwerend kommt hinzu, dass Modemkarten etc. im SD-Format teilweise gar nicht oder nur für Unsummen auf dem Markt erhältlich sind. Aus diesen Gründen sollte der CF-Einschub nicht für Speicherkarten verschwendet werden, sondern für Zusatzadapter wie Modem oder WLAN-Adapter freibleiben.

Diese Zusatzgeräte stehen spätestens dann auf dem Investitionsplan, wenn Außendienstmitarbeiter von unterwegs auf die Unternehmens-DV Zugriff erhalten sollen, um E-Mails abzurufen, auf Stücklisten zuzugreifen oder nur in die Terminplanung eingebunden zu werden. Noch im moderaten Rahmen bewegen sich mit 100 bis 150 Euro die Anschaffungspreise für Modem- oder ISDN-Karten im CF-Format.

Deutlich teurer wird es, wenn die Außendienstler über die Mobilfunknetze außer Haus ihre Daten abrufen sollen und das Zusammenspiel von PDA und Handy via Infrarot oder Datenkabel nicht funktioniert. Für eine entsprechende GPRS/GSM-Modemkarte, mit der dann auch über den PDA telefoniert werden kann, sind mindestens 250 Euro zu veranschlagen. Angesichts dieser Kosten könnten sich auch PDAs mit integriertem Telefon rechnen, wie sie T-Mobile mit dem "MDA" und O2 mit dem "XDA" vermarkten. Je nach Mobilfunkvertrag sind diese Geräte bereits ab 400 Euro erhältlich.

Mobile Anschlussvarianten

Deutlich günstiger als der Zugriff auf das Unternehmensnetz via Mobilfunk ist der Access per Wireless LAN (WLAN) in öffentlichen Hotspots. WLAN-Karten für den CF-Einschub gehen bereits ab 70 Euro über die Ladentheke. Allerdings beherrschen die Funkadapter bislang nur den WLAN-Standard 802.11 b, der eine Transferrate bis zu 11 Mbit/s ermöglicht. Schnellere Karten, die mit Geschwindigkeiten von 54 Mbit/s aufwarten, wie sie in den IEEE-Spezifikationen 802.11 a und g definiert sind, gibt es noch nicht. Vermutlich wäre auch der Stromverbrauch bei diesen Karten zu hoch. In diesem Zusammenhang ist zudem bei der Anschaffung einer WLAN-Karte darauf zu achten, dass es sich um ein Low-Power-Modell handelt. Ansonsten saugt die Karte nämlich den PDA-Akku in kürzester Zeit leer, oder sie funktioniert erst gar nicht, weil der CF-Slot zu wenig Strom liefert.

Kein Tabu für die Minicomputer ist mittlerweile auch der Anschluss an Mess- und Diagnosegeräte sowie andere industrielle Datenquellen. Auch hier dient ein Adapter für den CF-Slot als Bindeglied zwischen PDA und der bei industriellen Geräten üblichen seriellen Schnittstelle. Sollte der CF-Einschub jedoch zwingend für andere Karten wie Modem oder WLAN benötigt werden, bleibt der IT-Abteilung oder dem Systemhaus nur der Griff zum Lötkolben: Über die Anschlüsse, mit denen ein PDA in seinem Cradle aufgeladen wird und die Verbindung zum PC erhält, ist nämlich auch ein serielles Interface realisierbar. Weil es sich hierbei jedoch um spezielle Anwendungsfälle handelt, sind fertig konfektionierte Kabel kaum zu kaufen. Über Google lassen sich im Internet zumindest entsprechende Anleitungen zum Eigenbau solcher Kabel finden.

Bei aller Begeisterung in Sachen Pocket-Computing sollte jedoch der finanzielle Aspekt nicht vergessen werden: Sollen die Kleinstcomputer in der Jackentasche auf Reisen die Funktionalität eines vollwertigen Mobile Office bieten, so bewegen sich die Investitionen für obiges Zubehör schnell in Preisregionen, in denen auch ein Notebook mit WLAN-, LAN-Anschluss und Modem erhältlich ist.

Links

Lieferanten von PDA-Zubehörwww.haid-services.de

www.worldofppc.com

www.navpoint.de

www.gethightech.com

www.nav-tec.com

www.speichershop24.de

www.dantotec.de

www.fawis.de

Infoseiten zu PDAs

www.pocket.at/pocketpc/index.htm

www.pfranc.com

www.nschraeder.de

www.ppc-welt-community.info

Obige Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und dient nur zur Orientierung.