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28.01.1983 - 

An der Schwelle zu neuen technischen Umwälzungen:

Mit Personal Computern aus der DV-lsolation

Wir stehen an der Schwelle zur vierten und noch revolutionäreren Welle des informationstechnischen Wandels, stellte Harvey L. Poppel, Senior-Vizepräsident des Beratungsunternehmens Booz, Allen and Hamilton auf einem Seminar über "Strategic Management of Information Technology" in New York fest.

Poppel sprach über Möglichkeiten der Eingliederung neuer Informationstechniken in die strategische Planung von Unternehmen und ihre Auswirkungen auf diese. Poppel stellte die Behauptung auf, daß eine "vierte Welle" der Technik oder, wie er es nannte, der "eingebetteten Technologie" auf die Unternehmen zukommt. Er empfahl ihnen, sich gründlich damit zu beschäftigen, um rechtzeitig zu erfahren, wie die kommenden leistungsfähigen Systeme mit Erfolg in die organisatorischen Abläufe integriert werden können.

Unternehmensberater Poppel erklärte die "eingebettete" Technik als Nachfolgerin der drei vorhergehenden Stufen der Informationstechnik: Zuerst gab es die isolierte

Datenverarbeitung, die sich an die Lochkartentechnik anschloß, dann die Datenverarbeitung in den konsolidierten Datenzentren und schließlich die verteilte Datenverarbeitung. Die vierte Welle der eingebetteten Systeme wird einen jederzeit direkten Zugriff zu den Informationen durch die unterschiedlichsten Geräte gestatten, unter anderem durch die Personal Computer und tragbare Datenstationen.

"Das ist genau die Art von Technik, die einen neuen Aufschwung bringen wird", prophezeit Poppel. Eingebettete oder unmittelbar verfügbare Informationen sind das, was die Unternehmen brauchen, um den Vorteil nutzen zu können, der mit dem Einbau von Informationstechniken direkt in das Rahmenwerk der Anwendungen verbunden ist. Erst damit werden viele Probleme gelöst sein, die ihnen in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren zu schaffen machten.

Bis jetzt kommt man zwar noch nicht so rasch an gesuchte Informationen heran, wie man sich das wünscht, doch werden die Entwicklungen auf dem Gebiet der Eingabe-/ Ausgabetechnologien, wie Spracherkennung, Tablets und Farbgrafikschirme von hoher Auflösung jedermann das Konzept der eingebetteten Verarbeitung vor Augen führen. Die Anwendbarkeit in der Planung der Unternehmensinformationssysteme ist dann gar keine Frage mehr, betonte Poppel.

Er wies in diesem Zusammenhang auf drei Anwendungsgebiete oder "Arenen" hin, die zusammen die "Arena des Geschäftsbetriebs" ausmachen, wie er es nennt, wo die neuen Informationstechniken angewandt und erprobt werden.

Die großen Abläufe sind, so der Fachmann Poppel, der Schlüssel für die Wirkung der neuen Techniken und der Ort, wo die eingebettete Verarbeitung den Stufen der Geschäftstätigkeit in zunehmendem Maß mehr Wert als bisher verleihen wird. Poppel wandte sich auch den betriebstechnischen Anwendungen zu und sagte dafür die Einbettung zahlreicher neuer Verfahren in der Fertigungstechnik voraus - beispielsweise den Einsatz intelligenter Roboter.

Im Zusammenhang mit dem von ihm erwähnten Spezialisten wies Poppel darauf hin, daß die eingebetteten Verarbeitungstechniken nicht nur die Produktivität steigern, sondern auch die Lebensqualität verbessern. Wie er sagte, ist das ein überaus wichtiges Element der strategischen Planung. Untersuchungen hätten ergeben, daß das meiste, für Informationssysteme ausgegebene Geld nicht dem hochkarätigen Spezialisten zugute kommt, sondern dem Verwaltungspersonal.

Poppel verlangte, daß die strategische Planung der Informationstechnik die Bedeutung der Spezialisten mehr als bisher einbeziehen solle. Wie eine Studie von Booz, Allen and Hamilton ergeben hat, vergeuden Fachleute bis zu 25 Prozent ihrer Arbeitszeit mit dem Suchen von dringend benötigten Informationen. Richtig integrierte Büroautomatisierungssysteme können Arbeit und Geld einsparen und den Frust ausschalten, sagte er.

Poppel bezog sich auf die Fallstudie einer Bank, die ihren Marktanteil durch die Installation von Büroautomatisierung um 50 Prozent vergrößern konnte und im Verlauf einer

Fünfjahresperiode einen kumulierten Nettobonus von 200 Millionen Dollar für annähernd 13 000 Spezialisten einbrachte.

Auf dem ebenfalls erwähnten Gebiet des Heimmarkts sagt Poppel voraus, daß bis 1990 Informationssysteme in diesem Sektor Fuß gefaßt haben werden und die eingebettete Verarbeitung verflochtene Anwendungen erlauben würde.

Nach einer anderen Studie von Booz, Allen wird dieser Markt in den Vereinigten Staaten ein jährliches Umsatzwachstum von 15 bis 25 Milliarden Dollar aufweisen, was von der Industrie wohl kaum ignoriert werden kann.

Der Autor gehört zum New York Bureau der COMPUTERWORLD. Aus der COMPUTERWORLD vom 29. November 1982 übersetzt von Hans J. Hoelzgen, Böblingen