Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

29.03.2002 - 

Ein altes Hausmittel wird neu entdeckt

Mit Poison Pills gegen Übernahmen

FRAMINGHAM (IDG) - Die Zeiten, in denen ein hoher Aktienkurs vor einer feindlichen Übernahme schützte, sind vorbei. US-amerikanische IT-Firmen haben jedoch ein bewährtes Mittel wiederentdeckt, das günstige Sicherheit verspricht: die so genannten Poison Pills.

Bei einer Poison Pill handelt es sich vereinfacht gesprochen um eine Notbremse für den Fall, dass ein Firmenkäufer gegen den Willen des jeweiligen Managements die Kontrolle über das Unternehmen erlangt. Ab einer gewissen Beteiligungshöhe muss sich der Käufer offenbaren, worauf das Opfer die Möglichkeit hat, frische und vor allem günstige Aktien an die Altaktionäre auszugeben und so den Anteil des Konkurrenten zu verwässern. Als Folge daraus wird die feindliche Übernahme kaum noch finanzierbar.

Nach Informationen von Thomson Financial hat sich die Zahl der Hightech-Unternehmen mit einer Poison Pill seit dem Jahr 2000 verdoppelt. Hatten damals noch 70 Firmen Vorkehrungen gegen eine ungewollte Übernahme getroffen, sind es gegenwärtig schon 143 Companies. Allein seit Januar sind 16 Unternehmen hinzugekommen, darunter der finanziell angeschlagene TK-Konzern Worldcom, der Chiphersteller Transmeta und die SCM-Experten von i2 Technologies. Firmen wie Inktomi und Redback Networks setzen das Instrument schon seit längerem ein.

Zweischneidiges SchwertFür die Kunden von IT-Firmen stellen die Maßnahmen ein zweischneidiges Schwert dar. Wenn sich beispielsweise ein Dienstleister in schlechter finanzieller Verfassung befindet und keine Ressourcen mehr für sein Angebot abstellen kann, wird durch die Poison Pill unter Umständen verhindert, dass sich durch eine Übernahme das Angebot für den Kunden verbessert. Im Gegenzug kann eine Übernahme allerdings auch immer bedeuten, dass sich die Services verschlechtern.

In erster Linie dienen die Poison Pills als eine Art Jobgarantie für das jeweilige Management. Auch sollen sie nicht kategorisch alle Übernahmen verhindern. Wenn der Preis stimme, so Worldcom-CEO Bernard Ebbers, sei man gesprächsbereit. Aktionäre hätten ein Anrecht, angemessen vergütet zu werden. (ajf)