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Das Imperium schlägt zurück


12.11.1998 - 

Mit Qualcomm will Microsoft Symbian Paroli bieten

MÜNCHEN (CW) - Der Entwicklung von Software und Services für intelligente Funktelefone soll sich ein Joint-venture widmen, das die Microsoft Corp., Redmond, Washington, mit der in San Diego beheimateten Qualcomm Corp. eingehen will. Auf diesem Weg könnte das Microsoft-Betriebssystem Windows CE einen Fuß in die Tür zum Handy-Markt bekommen.

Die Analysten werten die Allianz mit Qualcomm als Microsofts Antwort auf die Gründung der Symbian Ltd. Unter dieser Bezeichnung hatten sich im Juni dieses Jahres die Telefonanbieter Ericsson und Nokia sowie der britische Handheld-Spezialist Psion zusammengeschlossen, um Psions Betriebssystem "Epoc" weiterzuentwickeln und an die Hersteller von intelligenten Telefonen sowie Personal Digital Assistants (PDAs) zu lizenzieren (siehe CW 27/98, Seite 5: "Handy-Hersteller entscheiden sich gegen Windows CE"). Im vergangenen Monat beteiligte sich auch Motorola an dem jungen Unternehmen. Zudem unterzeichnete Symbian gerade erst ein Kooperationsabkommen mit dem Datenbankspezialisten Oracle.

Microsoft hat mit Windows CE ebenfalls ein Betriebssystem in petto, das Geräte des täglichen Gebrauchs kommunikationsfähig machen soll. Nach Ansicht von Experten ist CE jedoch zu umfangreich, um beispielsweise in drahtlosen Telefonen Verwendung zu finden. Eine Entwicklungsgemeinschaft mit Qualcomm könne dem Windows-Derivat aber vielleicht doch noch den Weg in den zukunftsträchtigen Markt für die drahtlose Informationsverarbeitung ebnen.

Pikanterweise hat Qualcomm kürzlich erst das "Palm"-Betriebssystem von 3Com in Linzenz genommen. Im September verkündete das Unternehmen, es teste Palm OS derzeit auf seinem Smart-Phone "pdQ". Das Betriebssystem soll Telefone in die Lage versetzen, Internet-Seiten und E-Mails abzurufen sowie auf Kalenderfunktionen und Büroapplikationen zuzugreifen.

Inwieweit diese Kooperation Einfluß auf das geplante Joint-venture haben wird und ob sich weitere Unternehmen daran beteiligen wollen, war bis Redaktionsschluß nicht zu erfahren. Die Marktauguren mutmaßen, daß das neue Unternehmen individualisierbare Komplettlösungen für die Integration von Datenverarbeitungssystemen und Funktelefonen anbieten werde - auf der Basis der von Qualcomm entwickelten Datenübertragungstechnik Code Division Multiple Access (CDMA).

Etwa gleichzeitig mit der Bekanntgabe des Joint-ventures veröffentlichte Qualcomm auch seine Bilanz für das am 27. September beendete Geschäftsjahr 1998. Demnach wuchs der Umsatz um etwa 60 Prozent auf 3,3 Milliarden Dollar, der Gewinn pro Aktie um 15 Prozent auf 1,47 Dollar.