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16.07.1982 - 

In dreißig Jahren in die Weltspitze aufgerückt:

Mit Regierungshilfe IBM dicht auf den Fersen

TOKIO(hh) - Vor knapp 30 Jahren begannen sich japanische Unternehmen für eine Markt zu interessieren, auf dem sie mittlerweile weltweit eine Spitzenposition eingenommen haben. Der erste selbstentwickelte Computer Nippons wurde 1954 vorgestellt, die fünfte Generation soll 1990 folgen.

Ein großer Schritt nach vorne zeichnete sich ab, als die japanische Regierung im Jahre 1971 rund 300 Millionen Dollar zur Verfügung stellte, mit deren Hilfe bis 1976 die Herausforderung durch die IBM-Serie 370 angenommen werden sollte.

Die Empfehlung der Regierung war zweispurig. Fujitsu, Hitachi und Mitsubishi Electric wurde geraten, IBM-kompatible Systeme zu entwickeln, während man Toshiba und Nippon Electric veranlaßte, nichtkompatible Systeme zu konzipieren.

Die heute von Fujitsu und Hitachi gefertigte M-Serie stellt mit eine der leistungsfähigsten Computerbaureihen der Welt dar. In Konkurrenz zu IBMs 3081 mit 14 Mips (Millionen Instruktionen per Sekunde) weist Hitachis Hitac "M-280 H" 17 Mips, Fujitsus Facom

"M-380" 15, die "M-382" sogar 30 Mips auf. Die "Acos 1000" von Nippon Electric (NEC) hat eine Leistung von 29 Mips.

Den japanischen Großcomputerherstellern ist es gelungen, die Zuwachsraten der IBM im eigenen Land sehr niedrig zu halten und dem amerikanischen Marktführer in Entwicklungsländern Marktprozente abzujagen.

Neben IBM zählen im Land der aufgehenden Sonne Burroughs, NCR Japan, die Nippon Univac Kaisha zu den großen amerikanischen Herstellern, aber auch Nixdorf und Olivetti haben Erfolge erzielt. Wie die Financial Times berichtet, habe der größte Computerhersteller des Landes, Fujitsu, die IBM Japan 1980 zum zweitenmal umsatzmäßig überflügelt. Der Gesamtumsatz belief sich im Geschäftsjahr 1980 auf 2,77 Milliarden Dollar, woran der Geschäftszweig Datenverarbeitung mit 1,8 Milliarden beteiligt war. IBM erwirtschaftete in Japan in diesem Zeitraum 1,6 Milliarden Dollar Umsatz liegt aber mit einem Gewinnanteil von 10,7 Prozent am Gesamtumsatz (174 Millionen Dollar) deutlich vor dem japanischen Marktführer (3,2 Prozent, entsprechend 86 Millionen Dollar).

Hitachis Umsatz betrug in diesem Zeitraum 1,185 Milliarden Dollar auf dem Computer- und Peripheriegerätesektor (Gesamtumsatz: 9,8 Milliarden), der NEC-Umsatz 1,145 Milliarden Dollar (Gesamtumsatz: 4,7 Milliarden).

Der Export trägt bei allen Unternehmen in hohem Maße zu dem Geschäftserfolg bei. Fujitsu exportierte für 389 Millionen Dollar DV-Gerät, IBM Japan für 327 Millionen.

Eine bedeutsame Rolle spielt die Vergabe von Regierungsaufträgen bei der Geschäftsentwicklung. So erwirtschaftete NEC ein Drittel seiner knapp drei Milliarden Dollar Umsatz durch Regierungsaufträge.

Verdrängungswettbewerb

Trotz der großen Markterfolge, die die japanischen Computerhersteller auf dem eigenen Markt erzielen, hält die IBM Japan immer noch 28 Prozent des Marktanteiles. Im Großcomputerbereich bei Systemen mit einem Wert von über 500 Millionen Yen liegt dieser Anteil sogar bei 40 Prozent, berichtet die Financial Times aus einem Computopia-Marktreport.

Die restlichen Marktanteile bei Jumbos belaufen sich auf 17,3 Prozent für Hitachi, 16,1 Prozentpunkte für Fujitsu, 11,7 für Univac und 10,5 für NEC. Burroughs folgt in der Rangliste mit 2,2 Prozent, NCR mit 0,4 und Mitsubishi mit 0,3 Punkten. Der Anteil der anderen Hersteller beträgt zusammen 1,6 Prozentpunkte

Für 1990 das As im Kimonoärmel

Es genügt den Japanern aber nicht, mit IBM nur gleichzuziehen. Regierung und private Unternehmen konzentrieren sich ebenso wie die Forschungszentren der Universitäten und das Elektronische Technologie-Forschungszentrum ETCRC darauf, Computer der "fünften Generation" zu entwickeln. Das Ministerium für internationalen Handel und Industrie MITI ist bereit, in den nächsten zehn Jahren rund 450 Millionen Dollar in dieses Projekt zu investieren. Der Zeitplan sehe vor, so meldet die Financial Times, mit der Forschung in diesem Jahr zu beginnen, die Hardware bis 1985 entworfen und die Software zwei Jahre später fertiggestellt zu haben.

Der neue Computer soll eine andere Hard- und Softwarestruktur besitzen und mit dem Menschen in ungewohnter Weise kommunizieren können. Die japanische Zukunftsmaschine soll die Fähigkeit zum Hören und Sprechen und zur selbständigen Problemlösung besitzen, vermuten Branchenpropheten. Nach Meinung von Experten werde der Computer "Josephson's Junction" Schaltungen haben.