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18.05.1979 - 

So lange probieren, bis die Sache fehlerfrei über die Runden ist

Mit Siegfried Steffan, Direktor Datenverarbeitung bei der Öffentlichen Versicherurigsanstalt der Badischen Sparkassen, Mannheim, sprach Dieter Eckbauer

- Welche konkreten Ergebnisse hat die Einführung der Dialog-Bildschirme bei

ihnen gebracht?

Das war eine ganze Reihe von konkreten Ergebnissen. Das ist jetzt nicht unbedingt eine logische Reihenfolge, sondern gerade wie es nür einfällt: Das ist erhöhte Sicherheit der Bearbeitung, erhöhte Schnelligkeit der Bearbeitung, größ Transparenz, verbesserter Kunden-Service, erhöhte Kapazität beim Sachbearbeiter, Wegfall von Problemen in der Datenerfassung, auch im Schreibbüro. Das wäre es im wesentlichen.

- Stichwort "Sicherheit": Dadurch, daß jetzt Datenstationen an den Arbeitsplatz kommen, haben immer mehr Mitarbeiter direkten Kontakt zum Computer und Zugang zu den Daten. Hier würde man doch eher meinen, daß dadurch ein Sicherheitsrisiko entsteht.

Das kann durch entsprechende Programmierung durchaus abgefangen werden, daß jeder nur auf die Daten Zugriff hat, die er normalerweise sowieso bearbeitet.

- Es wird behauptet, der Bildschirmeinsatz habe Auswirkungen auf die Beschäftigung und zwar insbesondere im Dienstleistungsbereich. Müssen sich die Sachbearbeiter vor dem Bildschirm fürchten?

Ich kann hier nur für unser Unternehmen sprechen. Da kann man eindeutig sagen: Nein. Der Vorstand hat, bevor überhaupt Bildschirmarbeit bei uns im größeren Umfang begonnen wurde, eine Garantie gegeben, daß wegen des Einsatzes des Bildschirms niemand hier seinen Arbeitsplatz verliert. Daß man höchstens damit rechnen müsse, daß man an andere Arbeitsplätze kommt. Insofern ist es nicht notwendig, daß sich die Leute fürchten, und es ist überdies so, daß wir ein sehr starkes Wachstum haben an Verträgen, die wir verwalten müssen und daß wir einen Teil dieses Wachstums dadurch auffangen konnten, daß wir Bildschirme eingesetzt haben.

- Sie haben bei der Aufzählung der Ergebnisse die Wirtschaftlichkeit nicht genannt. Spielte der Preis bei Ihren Überlegungen, den Bildschirm einzusetzen, eine untergeordnete Rolle?

Das kann man nicht sagen. Wir waren von Anfang davon überzeugt daß sich eine Wirtschaftlichkeit ergibt - und es hat sich auch eine ergeben. Ich hatte von einer Erhöhung der Sachbearbeiter-Kapazität gesprochen. Da liegt die Wirtschaftlichkeit. Und zum zweiten liegt sie auch dort, wo wir in der Datenerfassung zum Beispiel und im Schreibbüro - Kapazität eingespart haben.

- Von Dr. Feisl, Boß der Siemens-Datenerfassung, stammt das Argument, bei DV-Einsatz wurde der Ergenomie-Aspekt hochgespielt. Sind Sie auch dieser Meinung?

Dieser Meinung bin ich nicht. Wir sehen das sehr wohl, daß die ergonomischen Aspekte bei der Gestaltung des Bildschirm-Arbeitsplatzes mit berücksichtigt werden sollen, wenn man auch ein optimales Klima im Hause haben will. Wir haben deshalb in unserem Bau, den wir erst vor kurzem bezogen haben, für die Arbeit mit dem Bildschirm eigene Arbeitsplätze designed - es gab da noch nichts auf dem Markt - um den Leuten die Arbeit möglichst einfach und problemlos zu gestalten.

- Waren die Mitarbeiter entsprechend motiviert, das neue Arbeitsmittel "Bildschirm" anzunehmen?

Es ist so: Die direkten Vorteile die sich durch den Einsatz dieses Arbeitsmittels ergeben haben, waren so hoch, daß sie eigentlich tatsächlich schon dadurch motiviert waren. Denn jeder freut sich natürlich wenn er Arbeit und Umstände einspart.

- Ist die Anwendung bei Ihnen so gelöst, daß der Mitarbeiter am Bildschirm geführt wird, so daß er nichts falsch machen kann?

Er wird geführt, er hat ein permanentes Feedback, er kann nichts falsch machen. Jeder Fehler wird ihm diagnostiziert, und er kann so lange probieren, bis die Sache fehlerfrei über die Runden ist. Dabei ist er praktisch Partner des Bildschirms und wird von niemanden sonst kontrolliert. Es wird überhaupt niemand kontrolliert. Das führt eigentlich auch zu einem ein bißchen verbesserten Arbeitsklinia.

- Jetzt zur Anwendung selbst: Welche Aufgabengebiete sind es denn, die Sie über Bildschirme erledigen?

Wir unterstützen den Sachbearbeiter in seinen gesamten Tätigkeiten: Wir machen Änderungen direkt in allen Dateien, wir veranlassen Schreiben über den Bildschirm, wir buchen, wir geben Zahlungen über den Bildschirm ein - wir machen also die wesentlichsten Berechnungen über den Bildschirm. Es ist also eine Unterstützung über alle Funktionsbereiche des Sachbearbeiters hinweg.

- Werden auch Kundenanfragen am Bildschirm bearbeitet?

Ja, das ist sehr häufig, daß der Kunde direkt bei uns anruft, und daß der Sachbearbeiter dann via Bildschirm, oder sagen wir, aus den Daten des Bildschirrns sofort Informationen gibt.

- Welches System haben Sie im Rechenzentrum im Einsatz und welche Peripherie?

Wir haben als CPU eine 370/148, die wir jetzt gerade auf zwei Megabyte ausgebaut haben. Wir haben eine entsprechende Plattenperipherie, und zwar gemixt von IBM und Itel. Und wir haben

eine Bildschirmperipherie von derzeit 92 Stück, gemixt aus IBM und ITT.

- Sind die online angeschlossen?

Ja, die Bildschirme sind alle lokal online angeschlossen.

- Welche TP-Software setzen Sie ein?

Wir setzen das CICS/VS ein, und als Basis-Betriebssystem das DOS/VS.

- Gibt es Probleme mit den Antwortzeiten?

Nein.

- Das ist doch immer ein heikler Punkt , daß die Sachbearbeiter, wenn sie am Bildschirm,warten müssen, unruhig werden, nervös werden. . ,

Wir hatten das temporär, und wir haben dann alles darangesetzt, das wieder abzustellen. Das ließ

sich durch verschiedene Verlagerungen von Dateien und ähnlichen Dingen und natürlich durch eine Erweiterung des Hauptspeichers lösen. Aber ich gebe zu, man muß echt hinterher sein, daß die

Antwortzeiten nicht ein gewisses Maß überschreiten.

- Hat jeder Mitarbeiter seinen Bildschirm, oder teilen sich mehrere einen Bildschirm?

Im Normalfall ist es bei uns so, daß jeder Mitarbeiter seinen Bildschirm hat. Das gilt nicht nur für die Sachbearbeiter, sondern auch für die Programmentwicklung, weil das eigentlich für uns das einzig Sinnvolle

ist - die fallenden Bildschirmpreise erlauben uns das.

- Eine Frage zum Verhältnis zwischen Fachabteilung und Datenverarbeitung: Hat sich das durch den Einsatz der Bildschirme gebessert, ist da eine Entkrampfung bemerkbar?

Nun, wir sitzen natürlich sehr stark aneinander und jedesmal, wenn irgendwelche Probleme der Hardware oder auch der Software auftreten, merkt das die Fachabteilung direkt. Man muß noch wesentlich häufiger als früher miteinander reden. Ein intensives Gespräch führt oft zu einer Verbesserung, aber man

muß sagen: es sind mehr Probleme geworden, und es ist zwar ein bißchen entkrampfter - das stimmt schon - aber insgesamt sind die Probleme natürlich da.

- Wie hoch wurden Sie den Aufwand ansetzen, um einen EDV-Laien zum Bildschirm-Sachbearbeiter zu schulen?

Wir haben das System extrem auf Dialog hin ausgelegt, so daß sich die Schulung überwiegend auf

die Bedienung des Bildschirms beschränkt: welche Tasten darf man wann drücken und wann nicht und ähnliches. Ich würde heute den Schulungsaufwand - mit den gesamten Funktionen, die wir anbieten - auf ein bis zwei Tage ansetzen,