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09.01.1987 - 

ICMX trennt Anwendungen und Transportsystem:

Mit Sinix geht Siemens den ersten Schritt in Richtung OSI

Für eine offene Kommunikation sollen Anwendungen unabhängig vom Typ des Netzes sein, über das sie verknüpft sind. Nach dem OSI-Modell bietet die Einführung einer Systemschnittstelle zwischen den Schichten 4 und 5 die Möglichkeit der Trennung zwischen Anwendung und Transportsystem. Bei den Sinix-Systemen wird diese Schnittstelle als Interface Communication Method, kurz ICMX(L), angeboten. Mit ihr können unterschiedliche und austauschbare Transportsysteme eingesetzt werden, ohne die darüberliegenden Anwendungen zu beeinflussen.

Im kommerziellen Bereich wird immer mehr das Prinzip der "verteilten Verarbeitung" genutzt, um größtmögliche Flexibilität und Benutzerfreundlichkeit zu erzielen.

Dabei werden neben leistungsfähigen Großrechnern auch dezentrale Arbeitsplatzrechner, vor allem mit dem Betriebssystem Unix eingesetzt. Neben den bekannten Vorteilen von Unix wie

* Multi-User-Betrieb,

* Multi-Tasking,

* gute Portierbarkeit von Software setzt der kommerzielle Einsatz weitere Systemeigenschaften voraus, die alle von Sinix, der Siemens-Variante von Unix, erfüllt werden. Neben zusätzlichen Benutzerkomfort und Datenschutzmechanismen ist das vor allem die Netzintegrationsfähigkeit. Um eine optimale Vernetzung zu ermöglichen, sind drei Säulen der Kommunikation notwendig:

* ein Transportsystem,

* eine Programmschnittstelle,

* die Möglichkeit der Fernadministration.

Das Transportsystem

Grundlage der Realisierung von Transportsystemen für Sinix-PC bilden ladbare DFÜ-Prozessoren. Auf diesen DFÜ-Prozessoren (Communication Controller = CC) laufen Transportsysteme (Communication Control Programs = CCP), die die Schichten 1 bis 4 des ISO-Referenzmodells realisieren, wobei je nach Anwendung nicht alle Schichten vorhanden sein müssen. Die Entwicklung der CCPs wird, ausgehend von der Integration der Sinix-Systeme in Transdata-Netze als Stationen und Stationsbündel laufend erweitert, als Rechner und durch Inhouse-Vernetzungsvarianten (LAN). Neben funktionellen Erweiterungen wie Datex-P und Datex-L stehen natürlich die ISO-Protokolle laut Siemens-Büro-Architektur im Vordergrund. Die Gesamtübersicht in Abbildung 1 zeigt, welche Kommunikationsbeziehungen von Sinix-Systemen bereits realisiert beziehungsweise geplant sind.

Zur Strukturierung der Transportsysteme noch einige Anmerkungen. Die CCPs von PC-X und PC-MX2 werden nach folgenden Funktionsgruppen geordnet:

* Die erste Gruppe (CCP-STA) umfaßt Produkte, die Stationskopplungen ermöglichen.

* In der zweiten Gruppe (CCP-WAN) sind Rechnerkopplungen nach Transdata (NEA) und ISO zusammengefaßt.

* Die dritte Gruppe (CCP-LAN) enthält die CCPs für Inhouse-Netze.

* Die Transportsysteme des PC-MX4 werden in den Produkten CCP-GA, CCP-ZU-TD beziehungsweise CCP-ZU-SNA abgewickelt.

Das Produkt Transin realisiert die Netzanbindung des PC-MX. Erweiterungen zur Inhouse-Vernetzung sind vorgesehen.

Die Programmschnittstelle

Ein dezentrales System mit verteilter Verarbeitung sollte Programmen eine freizügige Programm-Programm-Kommunikation in Form einer Programmschnittstelle (Zugriffsmethode) anbieten, um dem Anwender größte Flexibilität bezüglich des Grades seiner Verarbeitungsverteilung zu gewährleisten. Dies wird erreicht, indem man das Sinix-System mit einem Transportsystem erweitert und damit zu einem Rechner im Transdata-Sinne ausbaut. Diese Funktion wird zeitlich gestaffelt für die Siemens-PC-X, PC-MX2, PC-MX4 und PC-2000 realisiert.

Das Produkt CMX (Communication Method Sinix) stellt Sinix-Anwendungen die Programmschnittstelle ICMX zu den Diensten der Transportschicht zur Verfügung. Bei dieser Schnittstelle handelt es sich um eine Library-Schnittstelle, die die Kommunikation zu Teilnehmern in anderen Endsystemen ermöglicht.

Die ICMX-Schnittstelle ist so beschaffen, daß genormte ISO-Transportprotokolle für WAN (Wide Area Network) und LAN (Local Area Network) unterlagert werden können, so daß die Kommunikation im Sinne eines offenen Systems möglich wird (vergleiche die Abbildungen 1 und 2). Die Strukturierung der Sinix-Kommunikationsprodukte erfüllt damit alle Anforderungen der Siemens-Büro-Architektur.

Kommunikationspartner in Sinix ist die Anwendung. Dies ist repräsentiert durch eine Gruppe von Prozessen, im Spezialfall durch genau einen Prozeß. Die Anwendungen haben die Möglichkeit, verbindungsorientiert mit Partnern zu kommunizieren. Eine Anwendung kann mehrere Verbindungen besitzen. Damit können also Teilnehmer in Sinix mit Anwendungen unter den Betriebssystemen BS2000, PDN oder anderen Sinix-Systemen kommunizieren.

Werner Rödig ist im Geschäftsbereich Datentechnik der Siemens AG, München, im Vertrieb Marketing Regionen tätig.