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07.07.1978 - 

Hardware-Überkapazitäten:

Mit Software-Service leichter an den Mann

BASEL (sg) - Unter den Rubriken "Gelegenheiten" oder "Verschiedenes" erscheinen sowohl in der Fach- als auch in der Tagespresse laufend Angebote über freie EDV-Kapazitäten. Diese Anzeigen dürften jedoch nur die Spitze eines Eisbergers ungenutzter Rechnerleistung sein. Den Insidern der Branche ist längst hinlänglich bekannt, wo die unausgelasteten Kapazitäten liegen. Zum geringeren Teil beim mündigen Anwender, dessen Anlage so dimensioniert ist, daß ein gewisser Spielraum zum "Hineinwachsen" vorhanden ist. Von einem bewußt kalkulierten Spielraum kann hingegen dort nicht mehr die Rede sein, wo ein Anwender eine Anlage betreibt, die für seine Verhältnisse mindestens eine Nummer zu groß ist. Abgesehen von den reinen Rechenzentren darf mit gutem Grund angenommen werden, daß bei der zweiten Anwendergruppe der überwiegende Prozentsatz unwirtschaftlich eingesetzten Kapitals zu finden ist.

Diese brachliegenden Kapazitäten zu meist relativ günstigen Konditionen an den Mann beziehungsweise Fremdbenutzer zu bringen, ist für diesen jedoch erst der Anfang für neue Probleme. Denn einen Rechner allein zeitweise mitbenutzen zu können, hilft dem Fremdbenutzer herzlich wenig. Was er in erster Linie dringend benötigt, ist die auf seinen Betriesablauf zugeschnittene softwaretechnische Unterstützung und Beratung. Besonders im Hinblick auf systemtechnische Programmierunterstützung könnte, mit dem Teilzeiteinsatz entsprechender Fachkräfte, eine noch weit klaffende Lücke geschlossen werden. Aber auch applikationstechnische Fragen des Fremdbenutzers ließen sich, durch befristeten Einsatz andernorts nicht ausgelasteter Spezialisten, lösen. Angebote über freie Hardware-Kapazitäten dürften eine wesentlich größere Resonanz finden, wenn sie mit dem für den Fremdbenutzer unerläßlichen Software-Service gekoppelt werden.

Hier gäbe es, vor allem für Manpower-Unternehmen, noch ein weites Betätigungsfeld. Denn in ihren Karteien ist kurzfristig verfügbares DV-Personal nur in verhältnismäßig bescheidenem Umfang vertreten. Lediglich für die Bereiche Datenerfassung und Operating stehen etwas mehr jederzeit abrufbare Kräfte zur Verfügung. Doch schon bei Anfragen nach freien Programmierern müssen die meisten Vermittlungen für Teilzeitkräfte Vermittlungswünsche bedauernd ablehnen. Hier bietet sich den auf Software spezialisierten Unternehmen mit der Vermittlung von Manpower für planendes Personal noch ein sehr ergiebiger Markt. Die zunehmenden Bemühungen mancher Software-Häuser, auch freie Hardware-Kapazitäten zu vermitteln, könnten mit geringem Mehraufwand auf die Vermittlung von Organisatoren, Analytikern und Programmierern ausgedehnt werden. Gewinnen würden dabei alle Beteiligten: Fremdbenutzer, Vermittler und der Anbieter nicht ausgelasteter Rechnerkapazität. Denn dort, wo hauseigene Anlagen zeitweilig stillstehen, liegt nahe, daß auch Programmierkapazität auf dem trockenen liegt. Dies dürfte besonders bei der Systemprogrammierung häufig der Fall sein. Denkbar wäre beispielsweise aber auch der Austausch von Analytikern, Organisatoren oder Bedienungspersonal zwischen den DV-Abteilungen zweier Anwender.

Möglicherweise könnte durch den Personalaustausch sogar ein nicht unerwünschter Nebeneffekt erzielt werden: nämlich der Abbau von Fluktuation innerhalb der eigenen Reihen. Zu dieser Erkenntnis kamen einige DV-Anwender auf Grund der von ihnen bisher gesammelten Erfahrungen mit dem Austausch personeller Kapazität.