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16.04.1976

Mit Software-Verkäufen an Kollegen 250 000 Mark Gewinn gemacht

DÜREN - Mit bisher insgesamt 36 Abschlüssen - darunter 30 Installationen - gehört der CICS-Programm-Generator CPG zu den erfolgreichen deutschen Software-Paketen. Durch den Programmverkauf an Kollegen hat die Renker Daten KG ihr EDV-Budget so sehr entlastet, daß die Umstellung auf Dialogverarbeitung de facto nichts gekostet hat, sondern auch noch Gewinn bringt.

Die 22 Mann starke Renker Daten KG ist das ausgegliederte Rechenzentrum der Papier- und Reprografieunternehmen Renker GMBH und Renker Systempapiere KG in Düren mit insgesamt rund 900 Mitarbeitern und über 100 Millionen Mark Umsatz. Etwa 70 Prozent der laufenden RZ-Arbeiten wurden für Renker-Firmen, die restlichen 30 Prozent bei Kunden durchgeführt.

Das EDV-Zeitalter begann bei Renker 1967 mit der Installation einer IBM 360/20. 1972 wurde das Rechenzentrum ausgegliedert, eine 370/135 installiert und der Entschluß gefaßt, zur organisatorischen Straffung Bildschirme einzusetzen. Zunächst sollte in der Debitorenbuchhaltung der Zahlenausgleich mit Lichtstift vorgenommen werden - geplant wurde gleichzeitig eine integrierte TP-Lösung für die Dialogverarbeitung in allen Fachbereichen.

Startproblem: CICS mit RPG

Größte Startschwierigkeit: Die Renker-Programmierer arbeiten überwiegend mit RPG II, das jedoch nicht von Bildschirmen 3270 unter CICS unterstützt wird. Außerdem sollte die CICS-Ausbildung eines Programmierers laut IBM-Schulungsplan 67 Tage dauern. Renker-EDV-Chef Günther, Lattwein entschloß sich deswegen im Frühjahr 1973 zur Entwicklung eines CICS-Programm-Generators (CPG). Dabei handelt es sich um einen Vorcompiler, der aus einem im RPG-Il-Logik geschriebenen Anwendungsprogramm ein Assembler-Quellenprogramm erstellt.

Die ersten CPG-Anwendungsprogramme liefen bei Renker schon Ende 1973 - gleichzeitig konnte die Software an die ersten Kunden verkauft werden. Anfang 1974 war die Debitorenbuchhaltung von dialogfähig.

Nach zwei Stunden das erste Programm

"Wir veranstalten für die Interessenten Ein-Tages-Seminare zur Information über CPG" berichtet Lattwein. "Innerhalb von zwei Stunden können Programmierer mit RPG-Erfahrung ohne jegliche CICS-Kenntnisse ihr erstes Programm schreiben."

Software wird dabei unabhängig

Der Generator, der 12 000 DM kostet, wurde zu Jahresbeginn nochmals verbessert: Ein eigener Datenbankprozessor gibt dem Anwender die Möglichkeit, Dateien anzusprechen, die in der angesprochenen Form auf der Platte nicht mehr vorhanden sein müssen. Der Anwender arbeitet mit "Datasets" deren Beziehungen zu den Dateien nur einmal im Prozessor festgelegt werden. Dadurch werden die Programme dateiunabhängig - bei Änderung einer Datei muß kein Programm mehr neu umgewandelt werden. Es werden sowohl ISAM- als auch VSAM-Dateien unterstützt, ohne daß der Weg zur Einführung von DL 1 verbaut wird.

"Der Compiler geht jetzt schon III seinem Leistungsumfang über RPG II hinaus" kommentiert Lattwein. "CPG bietet Vorteile, wie sie sonst nur durch Einsatz aufwendiger Software wie DL/1 erreicht werden."

30 Prozent Druckzeit sparen

Bis zu 30 Prozent Druckzeit können gespart werden, nachdem CPG jetzt um einen "Linemode-Optimizer" erergänzt wurde. Der Druckwagen wird unmittelbar nach Ausgabe des letzten druckbaren Zeichens in einer Zeile zurückgeführt.