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15.11.1996 - 

Netscape rechnet mit schlechterem Ergebnis

Mit Softwaregeschenken stellt Gates die WWW-Konkurrenz kalt

In seinem Bericht an die US-Börsenaufsicht vom 30. Oktober 1996 beklagt Netscape den Druck seitens der Gates-Company. Microsofts Strategie, "Explorer" und "Internet Information Server" kostenlos und im Bundle mit anderen Produkten anzubieten, habe angesichts der enormen Marktpräsenz des Unternehmens dazu geführt, daß der Newcomer immer mehr unter Druck gerate. Daher sei nicht auszuschließen, daß man die Preise für den Browser und die Web-Server-Suite deutlich senken müsse.

"Sollten zukünftige Preisreduzierungen nicht zu mehr verkauften Softwarelizenzen führen, werden unsere Geschäftsergebnisse davon negativ tangiert sein", heißt es in dem Schreiben. Mit Warnungen wie diesen sichern sich börsennotierte Unternehmen gegen mögliche Klagen ihrer Aktionäre ab.

Netscape hat die Preise bereits mehrfach reduziert. Im vergangenen Jahr kostete der "Commerce Server" 5000 Dollar, für den "Communications Server" nahm Net- scape 1500 Dollar. Inzwischen sind beide Produkte unter den neuen Namen "Enterprise Server" und "Fasttrack Server" für jeweils knapp 1000 Dollar erhältlich.

Das Wettrennen um den Internet-Markt spielt sich zwischen den beiden Softwareschmieden zur Zeit im Java-Markt ab. Sowohl Microsoft als auch Netscape arbeiten fieberhaft an Lösungen, mit denen es möglich ist, Java-Programme auf 16-Bit-Betriebssystemen wie Windows 3.1 oder Windows for Workgroups laufen zu lassen. Mindestens 100 Millionen PCs weltweit laufen noch mit diesen Betriebssystemen.

Ein Software-Layer, der unterhalb der Java-Virtual Machine arbeitet, ist die Lösung, mit der Microsoft noch in diesem Jahr in den Betatest gehen will und die Anfang nächsten Jahres ausgeliefert werden soll. Wie Microsoft-Manager Charles Fitzgerald erklärt, wird dabei das 32-Bit-Java in die 16-Bit-Welt übersetzt. Die Java Virtual Machine werde dabei "belogen" - aus ihrer Sicht schienen die Multithreading-Funktionen auch in der 16-Bit-Welt unterstützt zu werden, obwohl dies nicht der Fall sei.

Netscape hingegen steigt in den Code der Java Virtual Machine ein und verändert ihn. Beispielsweise werden Speicherallokationen angepaßt und die für 32-Bit-Plattformen entwickelten Multithreading-Fähigkeiten in die 16-Bit-Welt übertragen. Mit einem entsprechenden Produkt geht Net- scape bereits in diesen Tagen in den Betatest. Eine lieferfähige Version wird für Anfang nächsten Jahres erwartet.

Der Erfolg beider Ansätze wird davon bestimmt, in welchem Tempo Java-Programme schließlich in einer 16-Bit-Umgebung laufen können. Insider gehen davon aus, daß die ohnehin langsame Programmiersprache durch die Portierung in ihrer Performance noch einmal stark beeinträchtigt wird.