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30.06.1989 - 

Welche Maßnahmen für das Installationsmanagement unerläßlich sind:

Mit Softwaretools die Performance messen

Eine integrierte Gesamtlösung zur RZ-Automation sorgt für die Einheitlichkeit der Dateistrukturen, der Benutzeroberflächen, der Report-Erstellung und für ein einheitliches Installationsmanagement. Durch das Ineinandergreifen der verschiedenen Funktionen wird eine maximale Systemverfügbarkeit erzielt. Volker Canis * erläutert die dafür erforderlichen Softwarelösungen.

Softwarelösungen für das RZ-Management lassen sich in vier Teilgebiete untergliedern. Im Zentrum steht die Produktionssteuerung mit Hilfe von Scheduling-Systemen, die den Betriebsablauf, die Abfolge der einzelnen Jobs, regeln. Sie arbeiten eng mit Automatisierungstools unter anderem zur Bänder- und Plattenverwaltung oder Konsol-Management-Systemen zusammen. Den äußeren Rahmen bilden Security-Systeme für die Zugriffskontrolle und die Überprüfung sämtlicher sicherheitsrelevanter Operationen.

Das dritte Teilgebiet wird von Softwarewerkzeugen repräsentiert, die die Performance messen, auf Grundlage dieser Daten die Verrechnung der vom Rechenzentrum gelieferten Leistungen vornehmen und auch die Aufgabe der Kapazitätsplanung weitgehend unterstützen können. Abgesichert wird das Funktionieren des RZ-Betriebs durch Programme für die Verwaltung des Inventars und zur Verfolgung von Fehlern in den Hard- und Softwarekomponenten.

Ad-hoc-Jobs blockieren die RZ-Produktion

Der Security-Bereich läßt sich nach zwei Produktarten unterscheiden Zum einen gibt es Zugriffs-Kontroll-Systeme, die den verschiedenen Benutzern Berechtigungen für den Dateizugriff zuteilen und diesen überwachen; gewissermaßen die klassische Sicherheitssoftware. Zum anderen ist der neue Produkttyp des Revisiosnstools entstanden, mit dem sich überprüfen läßt, wer was gemacht hat.

In jedem Sicherheitssystem existieren gewisse Lücken, die vor allem dadurch entstehen, daß bestimmte Mitarbeiter, die für das Laufen der Produktion verantwortlich sind, über bestimmte Privilegien verfügen müssen. Sie brauchen, um Recoveries oder Sicherungen durchführen zu können, Kompetenzen für den Zugriff auf Dateien, die sie vom Inhalt her eigentlich gar nichts angehen.

Es besteht also ein gewisser Widerspruch zwischen der Schutzfunktion und der Notwendigkeit, einen reibungslosen Produktionsablauf zu sichern. Den sich daraus ergebenden Risiken kann man mit einem Reporting-System begegnen, das neben Gründlichkeit bei der Untersuchung der Benutzeraktivitäten vor allem über die Eigenschaften Schnelligkeit und Einfachheit verfügen sollte. Denn der Zeitrahmen für die regelmäßige Wahrnehmung solcher Revisionsaufgaben ist erfahrungsgemäß eng gesteckt.

Bei der Produktionssteuerung arbeitet man mit Scheduling-Systemen. Dabei lassen sich grundsätzlich zwei Einsatzarten unterscheiden. Entweder wird einmal am Tag die Produktion geladen, die dann nach Schema abläuft, oder aber die einzelnen Jobs werden an das Eintreten von Ereignissen gekoppelt. Ideal ist eine Kombination aus beiden Varianten. Das System ist dann so ausgelegt, daß ein Realtimereagieren während der laufenden Produktion möglich ist. Man kann aus dem planmäßigen Ablauf aussteigen und auf ereignisabhängige Steuerung überwechseln. Bei ausschließlich plangesteuerten Systemen muß man, um Modifikationen vorzunehmen, den ganzen Plan umschreiben .

Neben der Abwicklung der Produktion müssen Steuerungssysteme auch imstande sein, die anfallende zusätzliche Arbeitslast in den RZ-Ablauf zu integrieren. Dabei tritt häufig das Dilemma auf, daß entweder die Produktion durch Ad-hoc-Jobs blockiert wird oder Ad-hoc-Jobs gar nicht zum Zuge kommen. Daher ist an eine Scheduling-Software die Anforderung zu stellen, zusätzliche Arbeitslast durch flexible Prioritätssetzungen in den Ablaufplan einzubauen.

Eine weitere hilfreiche Eigenschaft von Steuerungssoftware ist die Fähigkeit zur Simulation. Sie erlaubt es, neu entwickelte Anwendungen mit echter Maschinenlast laufen zu lassen, mit dem einzigen Unterschied, daß die Dateien unverändert bleiben. Ersichtlich wird aus Simulationsläufen unter anderem, ob die vorhandenen Kapazitäten für die erweiterte Produktion ausreichen.

Ein Scheduling-System sollte bei Großunternehmen mit komplexen DV-Netzen die gesamte verfügbare Hardware unter Kontrolle haben, damit die vorhandenen Kapazitäten voll genutzt werden können. Wenn beispielsweise der Mainframe in der Hauptverwaltung ausgelastet ist, muß es möglich sein, einen anstehenden Job auf einen Rechner in der Fertigung oder sonstige verfügbare Systeme auszulagern. Diese Steuerung und Optimierung des Hardwareeinsatzes - das betrifft ebenso Peripheriegeräte wie Platten- und Bandeinheiten - sollte das Scheduling-System auf Grundlage der Informationen über die Hardwareverfügbarkeit selbsttätig vornehmen. Auf diese Weise kann man auf Reservekapazitäten zur Garantie eines guten Durchsatzes verzichten und folglich Geld sparen.

Eine wichtige Ergänzung zu einem Produktions-Steuerungs-System bietet eine Softwarekomponente zum Konsol-Management, mit der sich Operatoraufgaben schnell und fehlerfrei erledigen lassen. Gerade bei MVS-Systemen übersteigt häufig die schnelle Abfolge der auf der Konsole erscheinenden Meldungen das menschliche Auffassungsvermögen und bewirkt Verzögerungen beziehungsweise Nachlässigkeiten bei der Abwicklung der Jobs.

Zwei Sichtweisen im Performance-Management

Unabdingbar sind Konsol-Management-Systeme für die Durchführung eines operatorlosen Betriebs in Nachtschichten und an Wochenenden. Ein Betriebsablauf ohne Operator erfordert auch Restart- und Recovery-Funktionen. Für Fehler, die zu einem Programmabbruch führen, sollten sich Abläufe definieren lassen, die ein ordnungsgemäßes Wiederanlaufen der Produktion herbeiführen.

Eine andere Ergänzungskomponente betrifft den Output der Anwendungsprogramme. Mit einer Listen-Verteilungs-Software ist es möglich, die Druckausgabe so zu steuern, daß schützenswerte Informationen wie Gehaltslisten nur noch an die zuständige Fachabteilung geliefert werden. Die Druckersteuerung sollte direkt mit dem Scheduling-System gekoppelt sein.

Wenn man einen automatisierten RZ-Betrieb anstrebt, der auch in Spät- und Nachtschichten reibungslos funktioniert, dann ist es notwendig, zusätzlich zu den Steuerungsprogrammen eine JCL-Check-Software zu verwenden, die die Standard-Restriktionen, die eine JCL erfüllen muß, prüft. Denn ein Fehler führt zum Abbruch des Jobs, wenn keine Programmierer oder User verfügbar sind, die sich mit dem Programm auskennen.

Im Bereich des Performance-Managements lassen sich grundsätzlich zwei Sichtweisen unterscheiden. Es gibt einerseits Systeme, die ausschließlich die in der Vergangenheit durchgesetzte Arbeitslast betrachten, alle für die Performance-Analyse relevanten Daten sammeln und zur Auswertung bereitstellen. Sie ermöglichen den flexiblen Aufbau eines Berichtswesens, in dem je nach Bedürfnis Einzelaspekte wie Platten- oder Kanalsituation eingehend dargestellt werden. Auf Grundlage dieser Daten läßt sich parallel zur Performance-Betrachtung auch das Accounting abwickeln. Die für die Rechenzentrums-Abrechnung zuständigen Stellen erhalten Reports über den Ressourcenverbrauch der verschiedenen Abteilungen und können entsprechend der Auslegung des Rechenzentrums - als Kosten- oder Profit-Center beispielsweise als Dienstleistungs-RZ - Belastungen vornehmen.

Flaschenhals liegt im Plattenzugriffsbereich

Die andere Art von Performance-Management ist zukunftsorientiert. Aus den Arbeitslastwerten der Vergangenheit und Gegenwart wird mit Hilfe von Simulationen auf die Arbeitslast der Zukunft geschlossen. Die Planungsentwürfe beruhen auf einem Expertensystem, dessen Wissensbasis sich im Laufe des Einsatzes vergrößert und dadurch kontinuierlich den Wahrscheinlichkeitsgrad der Vorhersagen erhöht. Durch "Was wäre, wenn" -Analysen läßt sich ersehen, ob geplante Erweiterungen des RZ-Betriebs mit den bestehenden Kapazitäten zu bewältigen sind, oder wie man die Kapazitäten noch besser nutzen kann, um beispielsweise Hardwarekäufe hinauszuschieben. Manuell sind solche Analysen wegen des erheblichen Zeitaufwands gar nicht durchführbar.

Bevor man vergangene und gegenwärtige Kapazitäts-/Arbeitslast-Korrelationen in die Zukunft fort schreibt, sollte man tunen. Denn wenn man von einem schlecht getunten System ausgeht, dann werden dessen Werte in die Zukunftsprojektion übernommen. Erhebliche Leistungsverbesserungen lassen sich vor allem bei den Input-/Output-Operationen erzielen. Die Erfahrung zeigt, daß der Bottleneck des Systemdurchsatzes eher im DASD-Bereich zu suchen ist als bei der Zentraleinheit, für die der Hersteller ein relativ hohes Tuning-Niveau bereits liefert.

Die Netzwerkkontrolle stellt bei vernetzten Systemen mit einer Vielzahl von Terminals und Leitungen eine Aufgabe dar, die manuell kaum noch zu bewältigen ist und daher eine automatisierte Kontrolle erfordert. Um die Verfügbarkeit zu optimieren und die Kosten möglichst gering zu halten, sind Daten über die Belastungen nötig, die in den verschiedenen Netzwerkverbindungen auftreten. Daraus kann das Management Schlüsse darüber ziehen, welche Art von Leitungen vom ökonomischen und Verfügbarkeitsstandpunkt jeweils optimal ist. Mit Hilfe des Berichtswesens einer Netzwerk-Kontroll-Software lassen sich auch Fehler im Netz leichter eingrenzen und auffinden.

Exakte Informationen über das Fehlerverhalten

Das Verwalten des Hard- und Softwarebestandes entwickelt sich bei großen DV-Installationen zu einer komplexen Aufgabe, die nicht mehr nebenbei zu erledigen ist. So werden beispielsweise die ständig vorzunehmenden Änderungen der DV-Konfiguration in vielen Unternehmen zu einem echten Problem. Mit herkömmlichen administrativen Methoden lassen sich unter anderem die Besonderheiten der einzelnen Arbeitsplätze nur noch mit Mühe verfolgen. Es empfiehlt sich daher der Einsatz eines Softwaresystems, das erstens das gesamte DV-Inventar erfaßt, zweitens eine Darstellung der Gesamtkonfiguration erlaubt und drittens imstande ist, die Komponenten nach verschiedenen Gesichtspunkten zu gruppieren. Für die Planung von Veränderungen ergeben sich daraus wesentliche Erleichterungen und Kosteneinsparungen. Man kann die Bedeutung einzelner Komponenten für das System erkennen und die jeweiligen Vertragsverhältnisse wie etwa Restriktionen für den Einsatz einzelner Softwareprodukte in die Planung miteinbeziehen.

Durch die Integration mit anderen Systemen des RZ-Managements wird es möglich, Fehlermeldungen und Ausfallzeiten einzelner Komponenten automatisch in die Administrationssoftware einfließen zu lassen. Dadurch erhält das Management exakte Informationen über das Fehlerverhalten bestimmter Produkte und kann dies gegenüber dem Lieferanten geltend machen. Zum anderen gibt die Fehlerstatistik Aufschluß über Schwachstellen und trägt dazu bei, diese rechtzeitig zu beseitigen. Bei der Fehlerbehandlung lassen sich Termine festlegen, bis zu denen Probleme gelöst sein müssen. Wenn ein Termin näherrückt, wird dem Problem automatisch eine höhere Priorität eingeräumt. Durch dieses systematische Problemmanagement erhöht sich die Verfügbarkeit der Systeme. Die RZ-Administrations-Software läßt sich auch mit Anwendungsprogrammen verknüpfen. Eine optimierte Fehlerbehandlung ist hier von besonderem Interesse, da Ausfälle oder Fehler in den Anwendungen häufig die Geschäftsabwicklung direkt beeinträchtigen.

Abgerundet wird ein Automatisierungskonzept durch entsprechende Serviceeinrichtungen. Dabei kann die Verfügbarkeit von Support-Leistungen zum Teil auch ohne den Einsatz von Personal gewährleistet werden. Mit Hilfe eines Softwarepaketes schaltet sich der Kunde von einem mit seinem Host verbundenen PC aus in die Entwicklungssysteme des Herstellers ein. Dort gibt es spezielle Bereiche, in denen sich Probleme eingeben lassen und dann automatisch nach Lösungsmöglichkeiten gesucht wird. Existiert ein Lösungsvorschlag in Form eines PTFs (Program Temporary Fix), dann kann er diesen kopieren und in sein System übernehmen. Das Softwarepaket läßt sich auch als Mail-System zum Informationsaustausch einsetzen. Man legt dort Informationen oder Anfragen ab, auf die vom Support-Personal geantwortet wird. Zudem sind Tutorials zu den Produkten abrufbar.

Der Kunde, der sich auf ein Gesamtkonzept für die RZ-Automation einläßt, möchte sichergestellt sehen daß der Lieferant auf Veränderungen der Systemumgebung, beispielsweise durch einen Release-Wechsel des Betriebssystems, rechtzeitig reagiert. Im Zusammenhang mit dem neuen Betriebssystem ESA von IBM sind Diskussionen aufgekommen, ob die unterstützende Systemsoftware unabhängiger Hersteller dadurch nicht herausgedrängt werde. Aber die Abhängigkeiten sind mittlerweile gegenseitig, da für viele Kunden ein RZ-Betrieb ohne die eingesetzten Softwarepakete zur Betriebssystem-unterstützung nicht mehr denkbar ist. Auch die mit ESA eingeführten Datei-Management-Systeme DFP und DFSMS arbeiten mit diesen Produkten zusammen. Hardwarehersteller wie IBM tragen der wachsenden Bedeutung unabhängiger Softwarehäuser Rechnung, indem sie für klar definierte Schnittstellen sorgen.