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05.11.2004

Mit Solaris 10 tritt Sun gegen Linux an

Suns neues Betriebssystem soll dafür sorgen, dass der Hersteller nicht noch mehr Marktanteile an Linux und billige x86-Server verliert.

Am 15. November will Sun die Version 10 seines Betriebssystems "Solaris" freigeben. Doch der Hersteller bringt nicht einfach nur ein Update auf den Markt. Die Solaris-Version muss sowohl auf der Sparc- als auch auf der x86-Architektur ein Erfolg werden. Timothy Morgan vom Brancheninformationsdienst "Computerwire" nannte Solaris 10 gar die bedeutendste Ankündigung des Unternehmens seit der Firmengründung 1982.

Alternative zu Linux

Überlebenswichtig ist Solaris 10 für Sun aus mehreren Gründen, vor allem aber wegen der Konkurrenz mit Linux. So preist das Unternehmen das neue Betriebssystem als Alternative zur quelloffenen Systemsoftware an, deren Erfolg den kalifornischen Computerbauer Marktanteile gekostet hat. Viele Kunden hatten ihren Rechnerbedarf in letzter Zeit mit kostengünsti-gen x86-basierenden Maschinen von Konkurrenten wie Dell und IBM gedeckt und betreiben sie unter Linux oder Windows, statt mit Sparc- oder x86-Prozessoren bestückte Sun-Maschinen zu ordern. Solaris 10 soll nun verlorenes Terrain zurückerobern.In diese Richtung zielt auch die Open-Source-Initiative "Open Solaris". Damit möchte Sun vor allem Softwarehäuser ermuntern, Applikationen und Middleware auf Solaris-Basis zu schreiben. Entwicklern wäre es auch gestattet, den Quellcode an IBMs "Power"-Prozessoren anzupassen. Für Euphorie besteht jedoch kein Anlass, denn zu den Details der eigenen Open-Source-Lizenzbestimmungen hält sich das Unternehmen noch bedeckt.

Solaris 10 arbeitet mit den Prozessorlinien "Ultrasparc", "Sparc 64" und x86-Architekturen zusammen. Dies schließt auch die 64-Bit-CPUs "AMD Opteron" und "Xeon 64" von Intel ein, jedoch nicht "Itanium 2".

Betriebskosten senken

Sun verspricht Anwendern, sie könnten mit Solaris 10 die Betriebskosten senken. So verfügt die Systemsoftware über das neuartige, hochskalierbare Dateisystem "ZFS". Damit sollen sich viele Verwaltungsaufgaben automatisieren lassen. Laut Anbieter genügt ein einziger Befehl, um einen Storage-Pool zu erstellen oder ein weiteres Dateisystem aufzusetzen. In herkömmlichen Dateisystemen, die auf der Grundlage von Volumes arbeiten, sind dazu zahlreiche Arbeitsschritte notwendig, die zudem weit mehr Zeit beanspruchen und zusätzliche Software erforderlich machen. Außer-dem sorgt ZFS für hohe Datenintegrität, und zwar selbst nach Systemabstürzen. Ermöglicht wird dies unter anderem durch 64-Bit-Prüfsummen. ZFS adressiert Speicher mit 128 Bit und bietet somit Kapazität im Exabyte-Bereich (eine Milliarde Gigabyte).

"Solaris Containers" (vormals "N1 Grid Containers") gestatten es, Solaris in bis zu 4000 virtuelle Partitionen zu teilen. In jedem Container kann eine Applikation isoliert von anderen ablaufen. Die Virtualisierungstechnik reserviert je nach Arbeitslast Prozessoren, Arbeitsspeicher und Netzbandbreite.

"Predictive Self Healing" überwacht die Hard- und Software des Sun-Systems und reagiert auf Fehlermeldungen. Diese können nach eingehender Diagnose mitunter zum Abschalten einzelner Komponenten wie etwa Speichern oder CPUs führen.

Für mehr Performance sollen unter anderen zwei neue Features sorgen: ein überarbeiteter TCP/IP-Stack, der die Leistung von 10-Gigabit-Ethernet ausnutzt, und "Dynamic Tracing", ein integriertes Werkzeug, das die Ursachen für Leistungsabfälle aufspürt. Aus "Trusted Solaris", einer gehärteten Variante des Sun-Betriebssystems, wurden einige Features übernommen, etwa zur Benutzer-Authentifizierung und für die Zugangskontrolle.