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03.05.1996 - 

Wird Merlin Microsoft Marktanteile abnehmen?

Mit Spracherkennung haelt IBM die OS/2-Gemeinde bei Laune

03.05.1996

Die IBM-Marketiers aus Armonk lassen nicht locker: Mit Merlin haben sie sich offenkundig erneut vorgenommen, dem grossen Rivalen aus Redmond Paroli zu bieten. Vor allem von Spracherkennungs- Funktionen erhofft sich IBM ein besseres Image im Betriebssystem- Geschaeft.

"Anwender koennen per Sprache Menues und Dialogboxen steuern", warb ein IBM-Sprecher auf der Veranstaltung Technical Interchange '96 in Nashville fuer den OS/2-Nachfolger.

Merlin werde in der ersten Version rund 10000 gesprochene Woerter erkennen koennen. Neben Befehlseingaben laesst sich das System auch fuer Diktieraufgaben nutzen.

Zudem sollen Suns Internet-Programmiersprache Java, die Komponententechnologie Opendoc, die Standard gewordenen Truetype- Fonts sowie Plug and play unterstuetzt werden. Ebenso stuenden Komponenten fuer den Fernzugriff auf externe Rechner und der Support fuer Netware- beziehungsweise Windows-NT-Clients auf dem Programm. Doch hinter vorgehaltener Hand raeumten auf der US- Veranstaltung selbst IBM-Sprecher teilweise ein, mit Merlin zumindest technologisch nichts sensationell Neues zu bieten: "Vorher hatten die Techniker das Wort, nun sind die Designer dran."

Die versprochenen Funktionen machten auf manche US-Anwender denn auch nur nur wenig Eindruck: "Die IBM sollte die Entwicklung fuer OS/2 einstellen", aeusserte Tom Kucharvy, President der Bostoner Unternehmensberatung Summit Strategies Inc., gegenueber der CW- Schwesterpublikation "Computerworld".

Aus anderem Blickwinkel betrachtet hingegen Klaus-Dieter Trog, Systemprogrammierer fuer den Client-Server-Bereich der R+V Versicherung aus Wiesbaden, die Situation im Betriebssystem- Geschaeft. Der Experte haelt es durchaus fuer moeglich, dass "die Spracherkennung im Unternehmensbereich einiges bewirken kann". Einziges Manko seien die relativ hohen Anforderungen an den Prozessor: Merlin benoetige fuer den sinnvollen Einsatz der Sprach- Features einen Pentium-Chip. Ein dickes Plus bescheinigt der Hesse dem System, weil es im Gegensatz zu Produkten anderer Hersteller nicht die unterschiedlichen Tonlagen und Formulierungen der einzelnen Benutzer "erlernen" muesse.

"Windows 95 haengt gegenueber Merlin weit zurueck", gibt Trog seine persoenliche Meinung wieder, ohne zu verhehlen, dass seit den Merlin-Ankuendigungen in seinem Unternehmen ein neuer Glaubensstreit zwischen OS/2- und Windows-NT-Anhaengern entbrannt ist. Ein endgueltiger Entwicklungsstop ist fuer Trog jedoch undenkbar: "Das kann sich die IBM nicht leisten." Zu viele Produkte der IBM, die teilweise auch fuer die Mainframe-Welt wichtig seien, basierten auf der OS/2-Technologie. Die IBM arbeite derzeit beispielsweise mit Nachdruck an einer neuen Ausfuehrung der uebernommenen Lotus-Buerosammlung "Smartsuite" fuer OS/2. Ebenso spreche das Engagement hinsichtlich OS/2-basierter Intranet- und Internet-Features fuer eine Zukunft des Betriebssystems.