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17.09.1982 - 

Esser Sicherheitstechnik verwendet Comet und Feros von Nixdorf

Mit Standardsoftware das Gröbste erschlagen

NEUSS (CW) - Sie verkaufen Sicherheit und verarbeiten ihre Daten seit kurzem mit einem System 8870 der Nixdorf Computer AG. Zuvor geschah dies auf einer IBM /370-125, die von der früheren Muttergesellschaft her nun nicht mehr zur Verfügung steht. Kein Wunder also, daß die Esser Sicherheitstechnik GmbH in Neuss darauf bestand, daß alle relevanten Daten zu übernehmen waren. Mehr noch: Die Neusser wollten ein System, das ohne Operator arbeitet und keines Programmieraufwands bedurfte. Der "Sprung ins Wasser" gelang, ohne daß jemand übermäßig naß wurde.

Brand- und Rauchmeldeanlagen sind die Hauptprodukte der Esser Sicherheitstechnik, zu denen sich inzwischen als jüngster Sproß ein mikroprozessorgestützter Brandmelde-Computer namens "essertronic 3008" gesellte, ein Gerät, das frei programmierbar ist. Über einen angeschlossenen Drucker sagt das Meldesystem im "Klartext", wo´s brennt. Ein Tastenfeld erleichtert das Ein- und Abschalten, die Abfragen und Überprüfung der Brandmeldelinien.

Darüber hinaus vertreibt die Esser Sicherheitstechnik ein berührungsloses Zugangskontrollsystem, das autorisierten Mitarbeitern und Besuchern lästiges Betätigen von Codekarten-Lesegeräten erspart und ihnen mit dem unsichtbar codierten "Pocket-Pass" auch dann den Zugang zu geschützten Bereichen ermöglicht, sollten sie einmal beide Hände voll haben. Entscheidend hierbei ist, daß für jeden Zugang ein anderer Code verwendet werden kann.

Ein Unternehmen, das selbst Mikrocomputer in seinen Geräten einsetzt, kommt nicht ohne Datenverarbeitungssysteme aus. Wurden die Daten bei der Esser Sicherheitstechnik bislang auf dem System IBM /370-125 der Muttergesellschaft verarbeitet, ist dies inzwischen durch die übernahmebedingte Verlagerung des Stammhauses nicht mehr möglich. Eine eigene DV-Anlage mußte also her, und zwar ein System, das zumindest die Daten der IBM-Maschine klaglos übernehmen konnte. Auch sollten ziemlich exakt dieselben Programme ablaufen, an die man gewöhnt war. Drei DV-Anbieter kamen in die engere Wahl, die als erfahren genug galten, etwas von der operatorlosen Online-Verarbeitung zu verstehen, zudem ein preiswertes System offerierten und eben zusagten, die bisherige Anwendung "in etwa" zu übernehmen. Das Rennen machte letztlich das Haus Nixdorf mit dem System 8870, ausgestattet mit zwei Magnetplatteneinheiten von je 33 MB Kapazität, vier Bildschirmterminals, einem Zeilen- und einem Zeichen-Drucker.

Walter Kraemer, kaufmännischer und DV-Leiter der Esser Sicherheitstechnik, berichtet: "Im März dieses Jahres wurde der Rechner geliefert, und uns blieb nur wenig Zeit, überhaupt etwas selbst zu programmieren. Da kam uns das Anwendungspaket Comet von Nixdorf sehr gelegen. Wir konnten im Prinzip alles so übernehmen, wie es in dieser Software vorgesehen war, lediglich bei der Provisionsabrechnung hatten wir uns Änderungen vorbehalten. Auch das Nixdorf-Paket Feros für die Fertigungsorganisation, das den Stücklistenprozessor, die Arbeitsplanverwaltung und Materialbedarfsrechnung enthält, wird nahezu ohne Modifikationen übernommen. Selbst wenn wir in mancher Situation gern eine eigene Software anders programmiert hätten, blieb uns viel zuwenig Zeit, um hier noch wählerisch zu sein. Denn der Zeitpunkt, zu dem wir mit einem eigenen System in echten Betrieb gehen mußten, lag fest, weil die räumliche Trennung von unserer ehemaligen Mutter zum 1. Juli 1982 eindeutig definiert war. So waren wir zum Handeln gezwungen und hatten gerade noch die Zeit für eine Auswahl nach den selbst gesetzten Kriterien."

Inzwischen laufen die Finanzbuchhaltung, die Auftragsabwicklung und die Lagerwirtschaft. In Kürze werden auch ohne Lohn und Gehalt und die Fertigungsorganisation auf den Rechner übernommen. Und die inzwischen vier Bildschirmterminals stehen dort, wo die Daten anfallen oder abfragbar sein müssen: in der Buchhaltung, im Vertrieb, beim Einkauf und der Disposition, die in einer Hand liegen, und im Lager. "Die ganze Abwicklung," so Kraemer, "geht einfach schneller und problemloser, besonders deshalb, weil Mehrfach-Erfassungen jetzt der Vergangenheit angehören und damit Fehlerquellen ausgeschaltet wurden. Selbst ein älterer Mitarbeiter, der der Einführung der dialogorientierten Datenverarbeitung über Bildschirme am Arbeitsplatz skeptisch gegenüberstand, ist heute voll damit einverstanden und schätzt deren Vorteile inzwischen hoch ein. Die Mitarbeiter sehen jetzt nicht mehr nur ihren eigenen Part, sondern haben einen größeren Überblick. Der einzelne Angestellte fühlt sich aufgewertet."

Als ausgesprochen angenehm werden im Hause Esser die Terminals mit dem bernsteinfarbenen Sichtschirm empfunden. Man könnte sich kaum vorstellen, an grünen Bildschirmen zu arbeiten.

Zur Qualität von Hard- und Software äußert sich DV-Leiter Walter Kraemer positiv. Ausfälle beim "nackten Eisen" gab es bisher überhaupt noch nicht, lediglich in der Startphase mit dem Nixdorf-System mußte, bedingt durch eindeutige Fehlbedienung, einmal eine Rekonstruktion ablaufen. Zwar wünscht man sich bei der Esser Sicherheitstechnik, daß solche "Benutzerdummheit" auch durch das Betriebssystem abgefangen würde, akzeptiert jedoch andererseits, daß man sich dann ein größeres System leisten müßte. Im Augenblick wartet das Neusser Unternehmen auf die Lieferung des Akustik-Kopplers, um die von Nixdorf angebotene Ferndiagnose und -wartung nutzen zu können. "Sicher ist sicher, es könnte ja mal was passieren", so Kraemer. Beruhigend bei allem sei, daß das Unternehmen und mit ihm der Computer wachsen könne, ohne daß aufwendige Neu- oder Umprogrammierungen nötig sind.