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06.05.1977

Mit System 34 voll in den Markt kleiner Mehrplatzsysteme

Im Markt für kleine Plattensysteme ist durch das neue IBM-System /34 mit Sicherheit eine einschneidende Veränderung erfolgt. Kundenanforderungen und Herstellerangebot tendierte in den letzten Jahren eindeutig in Richtung interaktiver Bildschirmverarbeitung mit Mehrplatzsystemen - mit kleinen Plattensystemen also an die mehrere Bildschirm-Arbeitsplätze angeschlossen werden können, von denen wahlweise Datenerfassung oder Dialogverarbeitung erfolgen kann.

IBM hatte in diesem Bereich bisher kein echtes Äquivalent anzubieten. Denn beim System /34 ist eine dezentrale Dialogverarbeitung von mehreren Bildschirm-Arbeitsplätzen aus nicht möglich. Innerhalb der System /3-Familie hingegen wurde als Mehrplatz-System bisher nur die selten auftauchende 3/4 bzw. die weit mehr forcierte 3/8 angeboten.

Das Problem für IBM lag darin, daß die 3/8 im Preisbereich von zirka 350000 Mark aufwärts lag, während vergleichbare Mitbewerbsmodelle von Nixdorf, NCR und MAI etc. schon zum halben Preis angeboten wurden.

IBM fiel also im Bereich der Mehrplatzsysteme mit der 3/8 preislich total aus dem Rahmen und konnte aus diesem Grund hier keine große Marktdurchdringung erzielen.

Mit dem jetzt vorgestellten neuen System /34 ist IBM nun voll in diesen stark expansiven Marktbereich der kleinen Mehrplatz-Plattensysteme eingestiegen.

Ich sehe in der /34 für viele Anbieter der Branche eine weit größere Gefahr, als die vor zwei Jahren so spektakulär vorgestellte /32.

Es ist im wesentlichen das Zusammenwirken von vier Faktoren, welche die 134 so gefährlich machen:

þDie Leistungsdaten und Ausbaufähigkeit.

þDas Programmangebot von sowohl Standardprogrammen (SAP) als auch MAS-Programmen.

þDer für IBM-Verhältnisse erstaunlich niedrige und damit auch voll wettbewerbsfähige Preis und

þLast not least, die drei Buchstaben "IBM" und die Marketing- und Vertriebspower, die dahintersteht.

Von ihren wichtigsten Leistungsdaten her (ZE bis 64 KB, bis 27 MB-Platte, bis 300 Zl./Min.-Drucker, Disketten-Ein/ Ausgabe und bis zu 8 Bildschirmarbeitsplätzen) deckt die /34 voll den Leistungsbereich der meisten Mitbewerbsmodelle ab. Im übrigen munkelt man schon, daß die Festplatte über kurz oder lang bis zu einer Kapazität von 100 MB erweitert wird.

Die Möglichkeit, außer den vielen vorhandenen /3-Standardprogrammen auch dialogorientierte MAS-Programme für die /34 zu generieren, bedeutet) daß sich viele Anwender über den MAS-Generator "Quasi-Individualprogramme" zum Preis eines Standardprogrammes erstellen lassen können.

Der Preisbereich von 3000 bis 6500 Mark liegt zum Teil sogar unter dem Preis vergleichbarer Mitbewerbskonfigurationen - ein harter Schlag für viele Mitbewerber die häufig im Hinblick auf ihren bis zu 50 Prozent niedrigeren Konfigurationspreis das entscheidende Verkaufsargument auf ihrer Seite hatten.

Zur Marketing- und Vertriebspower von IBM braucht wohl nicht viel gesagt werden. Welche Möglichkeiten IBM hat, ein System zu pushen, zeigen beispielsweise die mehrseitigen /34-Anzeigen, die über einige Tage hinweg in den führenden Tageszeitungen geschaltet wurden.

Nachdem im 1. Quartal der Auftragseingang bei der /32 weit hinter den IBM-Erwartungen zurückgeblieben ist wird IBM nun mit aller Kraft versuchen, durch die /34 dieses Manko auszugleichen. Es ist zu vermuten, daß IBM mit den Marktkenntnissen aus der /32-Lernphase jetzt mit der /34 versucht, so rasch wie möglich auch im Sektor Basis-Datenverarbeitung auf einen ähnlichen Marktanteil zu kommen, wie im DV-Bereich.

Zunächst noch ein kleiner Hinblick für den Mitbewerb. Die Lieferzeit beträgt 12 Monate und MAS für Mehrplatz-Verarbeitung ist noch in der Mache.

þComputer Consulting, Liederbach