Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

25.06.1976 - 

Eine Fleißarbeit, die nie-zu Ende ist

Mit Tuning 40 CPU-Stunden im Monat gespart

SCHWEINFURT - "Tuning ist Fleißarbeit, man darf nicht auf den dicken Käfer lauern, sondern muß die vielen kleinen Mücken ausmerzen", erklärt Lothar Erhard, Leiter der Softwaregruppe bei den SKF Kugellagerfabriken GmbH in Schweinfurt. Zusammen mit RZ-Leiter Dieter Weber hat er sich im vergangenen Jahr um das Tuning bemüht. Ergebnis: Die CPU-Zeit bei Batch-Anwendungen auf der IBM 370/158 (3 MB) konnte um monatlich 40 Stunden reduziert werden (siehe "Thema der Woche"). Die Titelgeschichte in CW Nr. 1 vom Oktober 1974 "Tuning spart Anwender eine Million Mark" über die Erfolge in SEL-Rechenzentrum hat die SKF-Datenverarbeiter angespornt: Zu dritt waren sie nach Stuttgart gefahren und hatten sich von den Kollegen Tips geben lassen. Damals reichte "die Nacht nicht aus um alle SKF-Jobs abzuwickeln (tagsüber von 6 bis 16.30 Uhr ist das System im wesentlichen mit TP-Anwendungen beansprucht. Jetzt ist dank der Verringerung des CPU-Zeitbedarfes um rund 20 Prozent nicht nur Kapazität für neue Anwendungen frei - es sind auch Termintreue für Batch, Test-Turnaround sowie Online-Antwortzeiten und -Verfügbarkeit verbessert, weil morgens rechtzeitig die nächtliche Stapelverarbeitung zum Laden und Updaten der Datenbank beendet sind.

V= R verringerte CPU-Belastung

"Mehr als erwartet erhöhte sich mit der Umstellung auf VS der Bedarf an CPU-Zeit - gleichzeitig sank der Throughput, berichtet Weber. Die CPU war zum großen Teil mit I/O-Operationen belastet. Bei V= R (I/O intensiven Programmen wurde nur realer Speicher zugeordnet) entfiel die Adreßumrechnung, die Selbstbeschäftigung des Systems verringerte sich, und die CPU-Belastung ging um bis zu 50 Prozent zurück.

Nach den SEL-Erfahrungen wurde bei SKF ein Tuning-Projekt-Plan mit Gewichtung der einzelnen Maßnahmen erstellt. Dann wurden Meßmethoden eingesetzt, um Engpässe zu suchen: SMF-Auswertungen, das IBM-Performance-Tool VSPT zur Feststellung der CPU-Belastung und das Software-Paket SMS/PPE, um zu ermitteln, welche Teile der Anwendungsprogramme wieviel CPU- und Wait-Zeiten verursachen. Dabei wird PPE gezielt nur bei "Langläufern" angewendet - früher bei Programmen, die mehr als 10 Minuten CPU- oder 20 Minuten Elapsed Time benötigten, jetzt Programmen mit mehr als über einer Stunde Elapsed Time.

Die wichtigsten Maßnahmen

Das waren die wichtigsten Tuning-Maßnahmen:

- Reduzierung der EXCP's durch Erhöhung der Dateiblockung auf bis zu 18 000 Bytes (1 EXCP's = 5-6 ms: CPU-Zeit, über 400000 EXCP's pro Stunde sind auszufahren.

- Erhard: "Wir haben beispielsweise festgestellt, daß immer wieder auf eine Datei zugegriffen wird. Nachdem wir die 1000-K-Datei in den Kernspeicher genommen haben, reduzierte sich die Zeit von 2 bis 3 Stunden auf eine Viertelstunde".

- Binäres Tabellenumsetzen und Rechen mit binären Zahlen (statt gepackt). "Das ist zwar ein mühsames Unterfangen, lohnt sich aber überall da, wo hoher Rechenaufwand erforderlich ist

- Entwickeln eines Test-Control-Programmes, das die verschiedenen Steps eines Testjobs zusammenfaßt und den ganzen Test als einen Step ablaufen läßt .Dadurch verringert sich die Zeit für Step-Initialisierung und die Allocation Time.

- Umstellung auf Sort VS. Dieses Programm brachte vor eineinviertel Jahren bei SKF die besten Ergebnisse (CPU-Zeit-Ersparnis zwischen 25 und 40 Prozent).

Die Masse macht's

Eine Antwort auf die Frage, welche Maßnahme das beste Ergebnis gebracht haben, ist nicht möglich: "Wir sind beispielsweise alle Jobs durchgegangen und haben sämtliche Dateien umgeblockt. Die Einsparungen ergeben sich durch die Masse der Änderungen - nicht durch einzelne Aktionen", erklärt Weber. Und: "Man muß immer dran bleiben." Bei SKF stehen als nächstes Überlegungen wegen des Überganges auf 200-MB-Platten und eine Untersuchung des Overheads Setzen von Prioritäten durch den Operator oder durch das System? - auf dem Plan. "Tuning ist nie zu Ende."

Tip von SKF: Ratschläge von Kollegen einholen und zunächst bei den eigenen Programmen anfangen, bevor man an das Betriebssystem geht.