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15.02.1991 - 

Cray-Maschine rechnet, Workstation visualisiert

Mit Unichem lassen sich bei der Forschung Zeit und Geld sparen

STUTTGART (zek) - Eine Software-Hardware-Kombination für Anwender in der chemischen Industrie hat Cray Research vorgestellt. Die Anwender können damit auf Silicon-Graphics-Workstations komplexe chemische Systeme untersuchen und manipulieren. Die rechenintensiven Operationen erfolgen auf Cray-Rechnern, die via Netzwerk angeschlossen sind.

Das System mit der Bezeichnung "Unichem" wurde in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern großer chemischer und pharmazeutischer Unternehmen entwickelt, darunter Dupont, Eli Lilly, Exxon, 3M und Monsanto. Es ist das erste Paket, das Cray für einen bestimmten Anwendungsbereich entwickelt hat. In Zukunft will das Unternehmen ähnliche Umgebungen für andere Branchen realisieren.

Mit Hilfe von Unichem können Wissenschaftler Molekularsysteme nachbilden, beispielsweise Medikamenten-Moleküle, Proteine und Polymere sowie Materialien für die Mineralöl-, Automobil-, Elektronik- und Luftfahrtindustrie. Die jetzt vorgestellte erste Version konzentriert sich auf die rechenintensiven molekular-quantenmechanischen Berechnungen. Sie stellen die Grundlage aller detaillierten Simulationen im Bereich Molekular- und Materialwissenschaft dar.

Vorteile für den Anwender sind nach Angaben von Erich Wimmer, technischer Leiter der Chemie-Abteilung bei Cray, Zeit- und Kostenersparnis bei Forschung und Entwicklung. So sollen Wissenschaftler mit Hilfe der Unichem-Simulationen frühzeitig erkennen können, welche Ideen sich realisieren lassen, und unproduktive Projekte vermeiden.

Die Unichem-Umgebung besteht aus zwei Hauptkomponenten: Erster Bestandteil ist ein Paket von molekular-quantenmechanischen Hochleistungsprogrammen. Sie bringen Ergebnisse von gestaffelter chemischer Genauigkeit hervor und beruhen auf dem sogenannten semiempirischen, dichtefunktionalen "Hartree-Fock-ab-initio-Verfahren". Zweites Element ist eine grafische Benutzeroberfläche, von der aus der Anwender direkten Zugriff auf Anwendungen und Ergebnisse hat.

Die Aufgaben von Unichem wurden auf zwei Hardware-Umgebungen verteilt. Cray-Superrechner lösen die komplexen Gleichungen der Quantenmechanik, während Iris-Workstations von Silicon Graphics die Benutzeroberfläche liefern. Mit Hilfe dieser Schnittstelle kann der Anwender Molekularstrukturen bilden, importieren, Berechnungsparameter auswählen, Berechnungen steuern und die Ergebnisse visualisieren.

Unichem, das nach Angaben des Supercomputer-Marktführers ab April dieses Jahres verfügbar sein soll, kann auf jedem Cray-Rechner eingesetzt werden, der unter dem Betriebssystem Unicos 5.1 oder aufwärts läuft.