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Am Client bleibt vieles beim alten


19.11.1999 - 

Mit Windows 2000 hebt Microsoft Server-Preise an

MÜNCHEN (CW) - Microsoft hat in den USA damit begonnen, Großkunden und wichtige Geschäftspartner über die Preisstruktur von Windows 2000 aufzuklären. Höhere Kosten drohen besonders im unteren Server-Segment und bei der Nutzung der Plattform für E-Commerce.

Den Preis für ein noch nicht verfügbares Produkt bekanntzugeben ist in der Softwarebranche kaum üblich - auch nicht bei Microsoft. Branchenbeobachter bewerten es jedoch als ein taktisch geschicktes Manöver, wenn die Gates-Company bereits jetzt mit den Zahlen für Windows 2000 herausrückt.

Schließlich geht es darum, daß in den IT-Budgets reichlich Spielraum für das Betriebssystem reserviert wird. Einerseits sollen die derzeit geplanten NT-Projekte nicht bis auf weiteres auf Eis gelegt werden, andererseits will man die Anwender ab Februar 2000, der voraussichtlichen Verfügbarkeit des Nachfolgesystems, möglichst schnell zu einem Wechsel bewegen.

Die Befürchtung Microsofts, Unternehmen könnten sich bei der Einführung von Windows 2000 Zeit lassen, ist durchaus berechtigt. Einige Marktforschungsinstitute hatten empfohlen, zunächst die Stabilität und Sicherheit der Systemsoftware auszuloten, bevor Geschäftsanwendungen darauf migriert werden. Die Empfehlung blieb offenbar nicht ungehört. Eine IDC-Umfrage ergab, daß die meisten Firmen sechs bis 18 Monate warten wollen, bevor sie unternehmensweit auf Windows 2000 umstellen.

Lassen sich derartige Bedenken nicht ohne weiteres zerstreuen, so soll die vorab bekanntgegebene Preisstruktur für Windows 2000 zumindest Planungssicherheit geben. Konkret nennt der Brancheninformationsdienst "Computerwire" folgende, in den USA geltende Preise: Die Professional-Variante von Windows 2000, also die Desktop-Version, wird mit 319 Dollar ebensoviel kosten wie bisher die NT Workstation 4.0. Das Upgrade zwischen beiden Betriebssystemen soll mit 149 Dollar angesetzt werden - gleiches galt schon für den Wechsel von NT 3.5 zu NT 4.0. Wer von Windows 95 beziehungsweise 98 auf 2000 umsteigen will, muß 219 Dollar kalkulieren. Nicht berücksichtigt ist bei diesen Zahlen, daß Microsoft die meisten Umsätze mit der Professional-Variante im Massenmarkt der vorinstallierten Rechner erwartet. Hier können die an den Endbenutzer weitergegebenen Lizenzgebühren deutlich niedriger ausfallen.

Leidtragende der neuen Preisstruktur werden vor allem diejenigen sein, die sich für den Windows 2000 Server interessieren beziehungsweise ein Upgrade darauf vorhaben. Das von Microsoft für Abteilungsrechner und in kleineren Unternehmen positionierte System wird erheblich teurer als sein NT-Pendant. Die Redmonder begründen diesen Anstieg mit neuen Techniken wie Active Directory, dem integrierten Authentifizierungsverfahren "Kerberos" sowie den Applikations-Services von COM+. Kostet die Fünf-Benutzer-Lizenz eines NT-4.0-Servers bislang 809 Dollar, muß man für das gleiche Paket beim Windows-2000-Server 999 Dollar hinblättern. Dieser Preisanstieg um 23 Prozent fällt zudem deutlich höher aus als bei größeren Lizenzpaketen (siehe Tabelle). Insider werten dies als Zeichen dafür, daß Microsoft am unteren Ende des Server-Markts keine Konkurrenz befürchtet.

Beim Upgrade in diesem Umfeld macht Microsoft ebenfalls Kasse. Wer mit einer Fünf-Benutzer-Lizenz von einem älteren NT-Release auf den NT Server 4.0 wechselte, zahlte bislang 329 Dollar. Die Migration von NT 4.0 zum Windows 2000 Server soll dagegen 499 Dollar kosten, also rund 52 Prozent mehr.

Rechnen sollten auch diejenigen, die jetzt noch NT 4.0 einführen und später auf das Nachfolgesystem wechseln wollen. Im Fall der Zehn-Benutzer-Lizenz müssen sie den NT-Server-Preis von 1129 Dollar und die 599 Dollar teure Upgrade-Lizenz addieren. Die dann ausgegebenen 1728 Dollar liegen 44 Prozent über dem Preis, den sie bezahlen müßten, würden sie das Projekt auf Eis legen und die Verfügbarkeit von Windows 2000 Server abwarten.

Anders stellt sich die Situation im gehobeneren Server-Segment dar. Mit knapp 4000 Dollar gleichauf liegen die Preise für die Enterprise Edition von NT 4.0 und den Nachfolger Windows 2000 Advanced Server, das Backend für geschäftskritische Applikationen. Unverändert bleiben auch die Kosten für Client-Access-Lizenzen (CALs) bei jeweils knapp 40 Dollar (rund 20 Dollar für das Upgrade) - Mengenrabatte sind hier noch nicht berücksichtigt.

Dennoch können Unternehmen bei den CALs eine böse Überraschung erleben. Dürfen Web-Surfer bislang umsonst auf einen NT Server zugreifen, so gilt dies bei Windows 2000 nur noch für anonyme User. Erfordert die Anwendung eine Authentifizierung, wie dies bei E-Commerce - besonders im Business-to-Business-Bereich - häufig der Fall ist, dann müssen CALs erworben werden.

Wer mehr als 50 solcher Lizenzen benötigt, kann den "Internet Connector" erwerben, der für 2000 Dollar eine unbegrenzte Anzahl an Lizenzen bietet. Daß Microsoft auch am Internet kräftig verdienen will, hat der Branchenriese schon einmal unter Beweis gestellt, als er die Möglichkeit gleichzeitiger IP-Zugriffe auf die NT Workstation auf maximal zehn begrenzt hat.

Eine Preistabelle für Deutschland steht derzeit noch nicht fest, verlautet aus der Microsoft-Zentrale in Unterschleißheim. Zum einen sei der Umrechnungskurs noch nicht klar, außerdem gebe es für die nationale Preisfindung immer einen gewissen Spielraum. Alles deutet hier auf eine konzentrierte Präsentation des dann verfügbaren Produktes und der entsprechenden Zusatzinformationen zur CeBIT 2000 hin.