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16.10.1981 - 

Produktivität beginnt in Japan mit dem Einstellungsgespräch:

Mitarbeiter-Motivation in Qualitätszirkeln

DENVER, COLORADO (cw) - Amerikanische Arbeitgeber versuchen in der Regel, beim Einstellungsgespräch möglichst viel aus einem Bewerber herauszuholen und dafür möglichst wenig zu bieten. In Japan dagegen bemühen sich Arbeitgeber und Bewerber, dem Verhandlungspartner ein möglichst attraktives Angebot zu machen.

Allein diese Einstellung wirkt sich in Japan günstig auf die Wachstumsrate der Produktivität aus, erklärt Joji Arai, Leiter des amerikanischen Büros des japanischen Produktivitätszentrums. In seinem Vortrag auf der Jahrestagung der Society for Management Information Systems (SMIS) in Denver sagte Arai, daß die japanischen Arbeitgeber die Einstellung eines Mitarbeiters angesichts der lebenslangen Zugehörigkeit zum Unternehmen, die einen Grundpfeiler der japanischen Wirtschaft darstellt, als eine Investition in Höhe von zwei Millionen Dollar ansehen. Nun ist man in den Vereinigten Staaten zwar nicht auf eine lebenslange Zugehörigkeit zum gewählten Arbeitgeber eingestellt, doch empfiehlt Arai den amerikanischen Unternehmen, zu denen man in diesem Zusammenhang auch die europäischen zählen kann, wenigstens die japanischen Praktiken der Ausbildung und der Motivation der Mitarbeiter zur Steigerung der Produktivität zu übernehmen.

Neu eingestellte Mitarbeiter erhalten zunächst eine zweijährige Ausbildung und in den ersten zehn Jahren der Zugehörigkeit eine "strukturierte" Ausbildung von 290 bis 300 Tagen, sagte Arai. In diesem Zusammenhang ist oft eine Umschulung entscheidend.

Japan investiert 30 Prozent seines Bruttosozialprodukts in neue Produktionsstätten und Betriebsausrüstungen im Vergleich mit den 13 bis 17 Prozent, die von amerikanischen Unternehmen investiert werden, betonte Arai. Nun führt zwar die Automatisierung oft zu einer Verringerung des Produktionspersonals um bis zu 90 Prozent, dafür erhalten aber die freigesetzten Arbeitskräfte oft eine gründliche Ausbildung zu Softwarespezialisten. Für diese Umschulung haben japanische Arbeitgeber bis zu zwei Jahre vorgesehen. Neben der umfangreichen Ausbildung nehmen japanische Arbeitnehmer an der Arbeit von Qualitätszirkeln teil, deren Ziel in der Erarbeitung von Mitteln und Wegen zur Erreichung der Unternehmensziele besteht.

Die in der Informationstechnik tätigen amerikanischen Spezialisten arbeiten in der Regel in Gruppen an der Lösung eines bestimmten Problems oder im Rahmen eines Projekts. Sobald das Ziel erreicht ist, wird die Gruppe aufgelöst und die Mitarbeiter streben auseinander. Die japanischen Arbeitnehmer sehen dagegen die Zusammenarbeit im Qualitätszirkel als eine ständige Chance, Neues zu lernen und dadurch im Beruf vorwärts zu kommen.

*Marcia Blumenthal ist Mitglied der COMPUTERWORLD-Redaktion. Übersetzt aus COMPUTERWORLD von Hans J. Hoelzgen, Böblingen.