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26.09.2011 - 

Führung 2.0

Mitarbeiterbefragung als Dauerzustand

Constantin Gillies
Mit den Werkzeugen des Web 2.0 ziehen auch die Regeln des Mitmachnetzes in die Unternehmen ein: Mitarbeiter erwarten Transparenz, wollen ständig von ihren Chefs informiert werden - und selbstverständlich ihre Meinung äußern.
Nicht jeder Firmenchef ist vom Feedback seiner Mitarbeiter begeistert.
Nicht jeder Firmenchef ist vom Feedback seiner Mitarbeiter begeistert.
Foto: Fotolia, Anna Lurye

Eigentlich sollte es ein völlig unspektakulärer Relaunch werden: Mit einer freundlichen Notiz wies T-Systems Multimedia Solutions die Belegschaft darauf hin, dass der neue Webauftritt jetzt fertig sei. Niemand in der Geschäftsleitung ahnte, wie groß die folgende Diskussion sein würde. Binnen weniger Minuten brach im Intranet der Dresdner Telekom-Tochter ein wahrer Sturm los: 153 Angestellte nutzten die frisch eingeführte Kommentarfunktion, um ihre Meinung zur Website zu äußern - und längst nicht alle waren begeistert. Ein Mitarbeiter fand das Design "schrottig", ein Kollege bemängelte "total veraltete Technik". Andere Mitarbeiter starteten kurzerhand eine Online-Abstimmung - mit vernichtendem Ergebnis: 88 Prozent der Teilnehmer waren dafür, wieder zum alten Webauftritt zurückzukehren.

Christine Rogge, T-Systems MMS: "Die Mitarbeiter haben die Geschäftsleitung gezwungen zu reagieren. So etwas hätte es vor zehn Jahren nicht gegeben - ganz einfach, weil damals kein Rückkanal existierte."
Christine Rogge, T-Systems MMS: "Die Mitarbeiter haben die Geschäftsleitung gezwungen zu reagieren. So etwas hätte es vor zehn Jahren nicht gegeben - ganz einfach, weil damals kein Rückkanal existierte."
Foto: Privat

"Wir sind ganz schön ins Schwitzen gekommen", erinnert sich Christine Rogge. Die Marketingleiterin von T-Systems Multimedia Solutions war gezwungen, sofort zu reagieren: Die Geschäftsleitung sichtete alle Kritikpunkte und versprach im Intranet, bis zum nächsten Tag, 12 Uhr, eine Liste mit Verbesserungen umzusetzen. "Um 12.01 Uhr kamen schon die ersten Nachfragen", lacht Rogge. Besonders harte Kritiker in den eigenen Reihen rief die Managerin sogar an, um Verbesserungsideen zu bekommen. Der Erfolg: Nach einer Woche waren die gröbsten Kanten am neuen Webauftritt ausgebügelt, aus der Belegschaft kam sogar vereinzelt Lob. Für die erfahrene Managerin markierte der Vorfall einen Wendepunkt: "Die Firma hat uns gezwungen zu reagieren. So etwas hätte es vor zehn Jahren nicht gegeben - ganz einfach, weil damals kein Rückkanal existierte".