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27.04.1995

Mitbieter Dell hat das Nachsehen Escom schnappt sich fuer zehn Millionen Dollar Commodore

MUENCHEN (sc) - Die deutsche Escom AG, Heppenheim, hat sich Commodore fuer zehn Millionen Dollar unter den Nagel gerissen. Auch die Dell Computer Corp. gab ein Angebot fuer den PC-Hersteller ab, der letztes Jahr freiwillig die Liquidation beantragt hatte. Obwohl der Direktversender bereit war, tiefer in die Tasche zu greifen, musste er zurueckstecken.

Von der breiten Oeffentlichkeit nahezu unbemerkt, ging am 20. April dieses Jahres die Versteigerung der Commodore-Gesellschaften Commodore International Ltd. (CIL), Commodore Electronics Ltd. (CEL) und Commodore Business Machines Inc.

(CBM) ueber die Buehne. Ort der Veranstaltung: Die Bueroraeume von Fulbright & Jaworski, L.L.P., US-Anwaelte der Commodore- Liquidatoren, in der New Yorker Fifth Avenue.

Neben Escom zeigte am Ende nur Dell Computer Interesse an Commodore. Der Direktversender musste jedoch aufgrund vertraglicher Vereinbarungen, die der deutsche Anbieter mit Commodore getroffen hatte, hoeher einsteigen. Britische Manager, die ein Management- Buyout planten, zogen ihr Angebot kurz vor der Auktion zurueck. Nach einem via Internet veroeffentlichten Bericht ueber das Hearing des amerikanischen Konkursgerichts bezueglich der Uebernahme sollte Escom fuer Commodore fuenf Millionen Dollar in bar aufbringen. Bei Dell und eventuellen weiteren Mitbietern waeren mindestens 7,3 Millionen Dollar faellig gewesen.

Dell war offensichtlich bereit, die entsprechenden Mittel zu investieren - das Angebot soll bei rund 15 Millionen Dollar gelegen haben -, erbat sich aber noch etwas Zeit, um die Patente zu ueberpruefen. Diese Bitte wurde von den Verantwortlichen abgelehnt, die daraufhin den Heppenheimern den Zuschlag erteilten.

Amigas werden weiter produziert

Escom erhielt die Rechte am geistigen Eigentum, einschliesslich der Technologie und der Warenzeichen, zu denen die Logos sowie die Namen "Commodore" und "Amiga" gehoeren, die Patente sowie maschinelle Ausruestung, Bestaende, Komponenten und Ersatzteile. "Der Kaufpreis hat letztendlich zehn Millionen Dollar betragen", erklaert Escom-Pressesprecher Bernd Wirsing.

Escom soll schon im September letzten Jahres zwoelf Millionen Dollar fuer Commodore geboten haben. Einen Teilsieg konnte das Unternehmen zwischenzeitlich erringen, indem es Mitte Februar 1995 fuer 1,4 Millionen Dollar ueber den Frankfurter Vermoegensverwalter Bernard Hembach das Commodore-Logo - das Wort Commodore sowie das Commodore-Warenzeichen - erwarb.

Wie Dan Stets vom "Philadelphia Inquirer" wissen will, waren die Liquidatoren der auf den Bahamas ansaessigen Muttergesellschaft ueber den Deal Hembachs und der deutschen Commodore-Tochter Commodore Bueromaschinen GmbH gar nicht gluecklich, weil sie befuerchteten, fuer die Technologie liesse sich ohne Logo kein anderer Kaeufer finden. Der amerikanische Konkursrichter James Garrity jr. hatte daraufhin versucht, das Geschaeft zu verhindern. Wirsing: "Der Kauf war unter Vorbehalt, weil wir das ganze Unternehmen wollten. Wir haben bis dahin von dem Logo keinen Gebrauch gemacht."

Fuer die Escom AG, die sich laut Wirsing auf den privaten Endverbraucher konzentriert, bedeutet die Uebernahme von Commodore einen weiteren Schritt in Richtung Multimedia. "Amiga verfuegt diesbezueglich ueber eine gute Technologie", so der Pressesprecher.

Der neue Eigentuemer will weltweit PCs unter den Namen "Commodore" und "Amiga" anbieten. Sogar der legendaere "C64" sowie die Amiga- Modelle "4000", "1200" und "600" sollen wieder aufgelegt werden. Dafuer wurde ein Abkommen mit der chinesischen Tianjin Family-Used Multimedia Co. Ltd., Tianjing, ein Hersteller von Spielecomputern, getroffen.