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12.09.1975 - 

Die Zukunft der Bilddokumentationssysteme

Mix aus Bildern und Daten

MÜNCHEN - Die Feuerwehr von London-City war begeistert. Innerhalb von zwei Sekunden konnte jeder Kartenausschnitt ihres riesigen Stadtplans auf einem Bildschirm präsentiert und als Hardcopy ausgegeben werden. Sozusagen zwischen Alarm und Aufsitzen der Mannschaft auf die Einsatzfahrzeuge, konnten die Einsatzunterlagen erstellt und dem Einsatztrupp mitgegeben werden. - So geschehen bei einer Vorführung eines Magazin-Systems mit automatisch auffindbaren und reproduzierbaren Mikrobildern.

Die Speicherdichte des Mikrofilms ist von anderen Medien - Bildplatte oder Laserspeicher - nicht oder nur mit höheren Kosten zu erreichen.

Der Film bleibt vorerst wichtigstes Medium der Dokumentation:

- Mikrofiche mit bis zu 1000 fotografierten DIN-A 4-Seiten,

- 16 mm-Film mit pro Film 500 DIN-A 4-Ablichtungen.

Interaktiver Aufruf von Dokumenten durch Tastendruck

Die Mikrofiches stehen im allgemeinen in einem Revolver-Magazin (s. rechtes Foto), hier wird von verschiedenen Herstellern das gleiche OEM-Gerät eingebaut. Ein einzelnes Fiche ist zu selektieren durch Angabe der Magazinnummer, der Sektionsnummer und der Nummer des Fiches innerhalb einer Sektion. Die Adresse eines einzelnen Dokuments innerhalb eines Fiches ergibt sich aufgrund der Positionskoordinaten (zum Beispiel 20x34). Das Gerät von Image Systems, das von Synelec, München, vertrieben wird, ist Beispiel fÜr ein preisgünstiges Gerät (weniger als 20 000 Mark). Es erlaubt die Ansteuerung jedes einzelnen von etwa 189 000 Dokumenten Über ein Tastenfeld. Ein Hardcopy-Zusatz kostet etwa 11 000 Mark.

Der Zugriff zu den Dokumenten kann interaktiv erfolgen. Dazu ist es nötig, daß zunächst ein Verzeichnis aufgerufen und gezeigt wird.

Ähnlich wie bei der Datensatzspeicherung der algorhitmische und indexsequentielle Zugriff unterschieden wird, kann die Adressierung eines Dokuments auf einem Fiche entweder nach festem Raster oder unter Zuhilfenahme einer Index-Liste erfolgen. Im zweiten Fall ist aber die Verwaltung durch einen Kleincomputer notwendig. Der preis steigt damit sprunghaft.

Mischung von Analogbildern und Digitalinformation

Größere Systeme, wie das "Datavision", das von System Service, München, vertrieben wird, kosten dann in der Minimalkonfiguration mit einem Magazin, zwei Terminals, einem 16 K-Mini und einer Magnetplatte mindestens 250 000 Mark. Bei diesem System ist es möglich, mehrere Terminals für den Zugriff zu mehreren einen Pool bildenden Magazinen vörzusehen. Während die einfachen Geräte das Fiche mit dem gesuchten Dokument herausziehen, in eine Projektionseinrichtung legen und so lange projizieren, wie es notwendig ist, muß bei Systemen mit mehreren Benutzern dafür gesorgt werden, daß sie sich nicht gegenseitig blockieren. Das heißt, die Bilder müssen nach der kurze Zeit dauernden Projektion zwischengespeichert werden. Hier entsteht der entscheidende technische Fortschritt: Wenn Bilder zwischengespeichert werden, lassen sie sich mit Digitalinformationen mischen. Zu jedem gespeicherten Dokument besteht ein Datensetz auf der Magnetplatte. Außerdem steht im Kernspeicher ein Koordinatenprogramm zur verfügung, das es erlaubt, mit Hilfe des Lichtgriffels Informationen zu bestimmten Positionen innerhalb eines Analogbildes anzugeben.

Auf der Basis des gespeicherten Grundbildes ist der informationsinhalt laufend zu ergänzen. Die einzelnen Dokumente können im Sinne einer Datenbank untereinander verknüpft werden.

Bei Geräten, die 16 mm-Film verwenden, müssen die Spulzeitenin Kauf genommen werden, fünf bis zehn Sekunden gelter, als zumutbar. Ein solches System bietet die Firma Allcom in Frankfurt an: 1,3 Millionen Belegseiten auf 300 Filmkassetten stehen in weniger als zehn Sekunden Zugriffszeit auf dem Bildschirm. Das Gerät bildet mit Aufnahmeeinrichtung und Computer eine eigenständige Einheit. Informationen zu einem einzelnen Dokument befinden sich mit dem Suchbegriff zusammen auf einer 29 Millionen Byte-Platte. Der Preis beträgt etwa 200 000 Mark.