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05.04.1991

Mixed-Hardware und Vielfalt machen die Auswahl schwerBei den Druckern der Mittel- und Hochleistungsklasse zeichnen sich zwei Entwicklungen ab. Anschlaglose Drucktechniken lösen immer mehr die mechanischen Anschlagdrucker ab. Und: Der zunächst geschlosse

- Druckrändern entfallen als auch die effektive Druckbreite von 14 auf maximal 17 Zoll erweitert wurde. Da die LED Drucker Druckbreiten bis zu 17 Zoll bei einer Papierbreite von 18 Zoll erlauben, ist es möglich, zwei DIN-A4-Seiten (two-up) nebeneinander auszugeben. Auf diesem Wege erhöht sich die Ausgabegeschwindigkeit um bis zu 50 Prozent.

Unterschiedliche Papier-formate und -sorten

Die neuen Systeme "2090" und "2140" drucken 90 beziehungsweise 140 Seiten pro Minute. Sie bieten wiederum eine Kompatibilität sowohl zu den IBM-Systemen 3800 als auch zu den AFP-IPDS-Druckern an (AFP: Advanced Function Printing). Die Stärke des SNI-LED-Drucksystems besteht in der Vielfalt der Konfigurationsvarianten, die es jedem Kunden erlauben, das Drucksystem optimal an die jeweiligen Anforderungen des Unternehmens

anzupassen.

Unter den Hochleistungsdruckern für Endlospapier hat Siemens-Nixdorf auch noch die Einzelblattdrucksysteme "2050" und "3365" mit einer Druckgeschwindigkeit von 50 Seiten pro Minute bei einer Druckfeldauflösung von 240 dpi oder 300 dpi im eigenen

Haus entwickelt. Diese Systeme erlauben folgende Betriebsarten:

- Simplex (Einseitendruck),

- Duplex (doppelseitigen Druck) und

- Mixplex (beliebig gemischter Ein- und Doppelseiten-Druck).

Durch die wahlweise Eingabe aus verschiedenen Fächern lassen sich unterschiedliche Papierformate bis zu DIN A3 und auch unterschiedliche Papiersorten (zum Beispiel in verschiedenen Farben und Stärken) in der jeweils gewünschten Reihenfolge so bedrucken, daß sie bereits im Ablagefach richtig sortiert herausgenommen werden können. Einzig auf dem Markt ist, laut Aussage von Siemens, daß dieser Mixed-Betrieb ohne Verlust von Druckleistung abläuft und ohne, daß für Leerseiten Betriebskosten (Usercharge) anfallen.

Für alle Anwender, deren Formulare, Briefe oder Werbedrucksachen häufigen Veränderungen unterliegen und viele unterschiedliche Formulare und gestalterische Mittel erfordern, bieten die Systeme 2050 und 3365 eine Fülle von Möglichkeiten. Besonders hervorzuheben ist, daß sich die jeweilige Druckauflage erst in der letzten Sekunde vor dem Starten des Druckauftrages bestimmen läßt (Printing on demand). Vor allem beim Inhouse-Publishing fallen die unterschiedlichsten Druckauflagen an, die sich mit

den SNI Drucksystemen 2050 und 3365 zu wirtschaftlich günstigen Bedingungen herstellen lassen.

Bulls "Mathilde" gibt's in drei Modellen

Magnetdrucksysteme bilden die Informationen anschlaglos als Zeichen oder Grafiken mit Hilfe einer magnetisierbaren Trommel ab, die dem maximalen Druckformat entspricht und die alle Informationen aus Punkten darstellt. Da die Elektronik jeden einzelnen zu druckenden Punkt mit Hilfe der Adresse auf der Walze beziehungsweise im Bildschirm anspricht, hängt die Qualität der Ausgabe von der Auflösung ab, die zum Beispiel bei den Bull-Magnetdrucksystemen 240 mal 240 dpi beträgt. Jeder Punkt stellt für den Drucker die kleinste adressierbare Einheit dar. Die Punkte werden durch Magnetköpfe (Schreibköpfe) zeilenweise erzeugt. Sowohl der Abstand zwischen den Zeilen als auch der Abstand der Punkte innerhalb der Zeile beträgt 0,1 Millimeter, weil die Schreibköpfe in einem Abstand von 0,1 Millimeter angeordnet sind. Das Bild, das magnetisch auf der Trommel entsteht, läuft mit der Walze rund und zieht aus einem Tonerbehälter über die magnetisierten Punkte trockene Tonerpartikel an. Im nächsten Arbeitsschritt läuft das Papier mit dem noch lose ausliegenden Toner in die Fixierstation, um dort den Toner bei einer Temperatur von 120 bis 140 Grad dokumentenecht einzubrennen. Dieser Arbeitsschritt ist erforderlich, weil bestimmte Unternehmen, zum Beispiel Banken für Schecks, ganz besonderen Wert auf die Dokumentenechtheit legen.

Denn bei dokumentenechten Ausgaben darf es nicht mehr möglich sein, den Toner abzurubbeln oder mit dem Papiernagel abzukratzen. Die gleichen hohen Anforderungen an die Dokumentenechtheit stellen die meisten Druckausgaben in Form von Strichcodes

(Barcodes). Trotz der hohen Fixiertemperatur von 120 Grad ist es möglich, Klebeetiketten zu bedrucken, ohne daß sich die Gummierung bei der hohen Hitze auflöst.

Vor allem bei Hochgeschwindigkeitsdruckern spielt die Frage der Papierzufuhr und -ablage eine ausschlaggebende Rolle. Komfortable Magnetdrucksysteme verarbeiten sowohl Papierrollen als auch einzelne Blätter.

Insgesamt besteht ein Magnetdrucksystem aus:

- dem eigentlichen magnetografischen Drucker

- einem Steuerrechner, der nicht nur das Zusammenspiel der verschiedenen Bauteile koordiniert, sondern auch mit Hilfe einer speziellen Software in der Lage ist, Grafiken auf dem Bildschirm zu erzeugen, zum Beispiel Firmenlogos, und sie dann zum Drucken in den Druckbereich zu übertragen.

- den Elementen für den Papiertransport

- einer Bedienerkonsole (Tastatur mit Anzeige) - wahlweise mit einem grafischen Bildschirm und auch wahlweise in Verbindung mit einem Digitalisiertablett.

Bull liefert die Hochleistungsmagnetdrucksysteme unter dem Projektnamen Mathilde in drei Modellen aus und zwar als:

- M 5050 mit einer Druckgeschwindigkeit von 50 DIN-A4-Seiten pro Minute (Einzelblattzufuhr)

- M 6060 mit einer Druckgeschwindigkeit von 60 DIN-A4-Seiten pro Minute /Endlospapier (Karton oder Rolle)

- M 9060 mit einer Druckgeschwindigkeit von 90 DIN-A4-Seiten pro Minute /Endlospapier (Karton oder Rolle).

Da sich an einen Drucksteuerrechner zwei unterschiedliche Basisgeräte anschließen lassen, reicht die Arbeitsgeschwindigkeit mit einem voll ausgebauten System von 50 bis zu 180 Seiten pro Minute. Mit Hilfe der Software ist es möglich, nicht nur bis zu 6 Formulare auf einer Seite zu drucken, sondern auch die Formulare von Seite zu Seite zu wechseln, um auf diesem Wege möglichst viele Informationen zu einem bestimmten Arbeitsgang auf einer Druckseite zusammenzufassen.

Wegen der Vielgestaltigkeit der Konfigurationsmöglichkeiten lassen sich kaum Grundpreise angeben. Eine Einfachausstattung von funktionsfähigen Magnetdruckern als Einstiegsmodell beginnt bei etwa 200 000 Mark und reicht bei einer maximalen Ausstattung bis an die Millionen-Mark-Grenze. Endscheidend für den Endpreis ist, welche und wie viele Magnetplatten der Kunde benötigt, wenn er seine Daten auf dem Druckrechner vorhalten möchte. Mit einer speziellen Grafik-Konsole und einem elektronischem Zeichenstift, die direkt an den Steuerrechner angeschlossen sind, lassen sich auf einfachem Wege sowohl Logos und Unterschriften druckfähig aufbereiten als auch Formulare erzeugen. Da bei zwei Druckern nur Investitionskosten für einen Steuerrechner anfallen, ergibt sich bei der Maximalausstattung eine wesentliche Kostensenkung pro Druckarbeitsplatz.

Die Bull-Magnetdrucker können sowohl Endlospapier als auch Einzelblätter im DIN-A4-Format bedrucken. Die maximale Druckbreite reicht bis zu 350,5 mm (13,8 Zoll), während die maximale Druckhöhe bis zu 376,8 mm (14,8 Zoll) geht. Es ist möglich, im Druckpuffer bis zu 252 Zeichen je Zeile und bis zu 24 000 Zeichen je Seite zu speichern und auch auszugeben. Mit Hilfe des Steuerrechners läßt sich über eine entsprechende Änderung der Pixeladressierung das Druckbild um 90, 180 oder 270 Grad sowohl rechts- als auch linksherum drehen, so daß der Benutzer bei Endlospapier imstande ist, DIN-A4-Formate quer zu drucken.

Die Einzelblattzufuhr des kleinsten Bull-Magnetdruckers AM 5050 arbeitet mit einer Druckgeschwindigkeit von 50 DIN-A4-Seiten pro Minute und sieht außerdem auch das Bedrucken der Vorder- und Rückseite vor, wobei sich naturgemäß die Ausgabegeschwindigkeit auf 25 beidseitig bedruckte Blätter pro Minute reduziert.

Da über einen Steuerrechner zwei Magnetdrucksysteme in beliebigen Mischkombinationen an Druckleistungen gleichzeitig arbeiten, ergibt das eine maximale Druckleistung von 180 DIN-A4-Seiten.

Druckaufträge im eigenen Haus ausführen

Immerhin eignen sich die Magnetdrucker auch bedingt für die Herstellung von technischen Zeichnungen (Grafiken). Deshalb setzen Firmen wie Möbelhäuser, insbesondere Küchenhersteller, diese Technik ein, um damit Ansichten, Grundrisse und perspektivische Zeichnungen zu erstellen.

Mit Blankopapier von der Rolle oder mit neutralen Einzelblättern im Zufuhrmagazin sind die Anwender ohne weiteres in der Lage, ihre Druckausgaben variabel zu gestalten und komplett im eigenen Haus zu erledigen. Das verlagert die Druckaufträge, die ansonsten durch externe Druckereien ausgeführt wurden, ins eigenen Unternehmen. Der Einsatz von Magnetdruckern empfiehlt sich immer dann, wenn es bei Massendrucksachen auf eine hohe Qualität des Schriftbildes ankommt.

Unter anderem hat Bull für den chinesischen Markt das Hochleistungs-Magnetdrucksystem MP 6090.2 entwickelt, das über insgesamt 7445 chinesische Schriftzeichen verfügt.

Bei der Auswahl von Schnelldruckern kommt es sowohl auf die Qualitätsansprüche für das Druckbild als auch auf die Menge der monatlich zu bedruckenden Seiten an. Eine Faustregel legt fest, daß sich bei 300 000 Seiten pro Monat der Einsatz eines Schnelldruckers lohnt. Ein weiteres Kriterium für die Auswahl ergibt sich für solche Anwendungen, die ihre gesamte Druckarbeit in relativ kurzen Spitzenzeiten zu erledigen haben, zum Beispiel in Banken und Sparkassen zur Herstellung der Tagesauszüge. In anderen Anwendungen übernimmt der PC als Server sozusagen als Softwaremanager die Überwachung des Formularwesens im gesamten Unternehmen, so daß sich nicht nur der Formularverwalter mit anderen Aufgaben befassen kann, sondern auch die Lagerräume und Regale für andere Zwecke zur Verfügung stehen, weil es praktisch kaum noch vorgedruckte Formulare gibt. Da jeder Formularwechsel auch bei der Verarbeitung von Endlospapier trotz des Einsatzes von PCs, weiterer elektronischer Geräte und moderner Druckverfahren jedesmal relativ hohe Rüstzeiten auslöst, sollte die Organisation bei den Schnelldruckern besonders darauf achten, mit möglichst wenig Formularwechseln auszukommen. Um Zeit zu sparen, empfiehlt es sich, möglichst viele Ausgaben auf Blankopapier mit

derselben Breite vorzusehen, um zum Beispiel das Logo oder das Formular zusammen mit dem Text in einem Arbeitsgang zu drucken, damit die Bezeichnung Schnelldrucker zu Recht besteht.

Unterscheidungsmerkmale

EDV-Drucker unterscheiden sich in folgenden Punkten:

- in der Art der Druckverfahren (Drucktechniken), das heißt

- in Anschlagdrucker wie Ketten-, Trommel-, Walzen- oder Banddrucker,

- in Drucker mit anschlaglosen Druckverfahren wie Thermo-, Tinten-, Laser-, LCS-, LED- oder elektromagnetische Drucker;

- in der Art, wie sie Zeichen (Buchstaben) darstellen, und zwar:

- als komplettes Zeichen wie etwa mittels einer Typenhebelschreibmaschine mit

Ketten-, Trommel- oder Banddruckern,

- aufgelöst in einzelne Punkte, die in einer Matrix zu einem Buchstaben zusammengestellt werden, wie etwa mit einem Nadel-, Tinten-, Thermo-, LCS-, LED- oder Laserdrucker,

- als Strichcode (Barcode),

- in der Menge der Daten, die in einem Druckvorgang auf das Papier übertragen werden, und zwar:

- zeichenweise,

- zeilenweise,

- seitenweise;

- Schriftqualität mit den Kriterien:

- Schönschreibqualität,

- Korrespondenzqualität die auch als NLQ-Qualität bezeichnet wird (abgeleitet von near-letter quality),

- Draft- oder EDV-Qualität, meistens mit einem geringen Zeichenvorrat, etwa nur Großbuchstaben;

- in der Leistungsfähigkeit mit der Einteilung in:

- Arbeitsplatz-Drucker mit einem Schallpegel unter 50 dBA,

- Abteilungsdrucker mit einem Schallpegel unter 55dBA,

- Systemdrucker mit einem Schallpegel unter 65 dBA, die in der Regel direkt im Rechnerzentrum eingesetzt werden;

- in der Verbindung zur Zentraleinheit als

- Online-Drucker,

- Offline-Drucker, die mittels ihrer eigenen Intelligenz, in der Lage sind, unabhängig vom Betriebssystem der EDV-Anlage Informationen auszudrucken, die auf EDV-Datenträgern zwischengespeichert sind, zum Beispiel auf Magnetbändern;

- bei der Farbausgabe:

- einfarbig und

- mehrfarbig

- durch das Papier-Management für

- Einzelblätter und

- Endlospapier;

- bei den Kosten, und zwar bei

- Investitionskosten und

- Folgekosten (Betriebskosten).

Die wichtigsten Kriterien

- Druckgeschwindigkeit, die allerdings manchmal nur in Spitzenzeiten eingesetzt wird, wie etwa bei den Lottogesellschaften

- Qualität der Schriften und Abbildungen

- Flexibilität in den Arbeitsabläufen aufgrund einer entsprechenden Software, die sowohl eine große Anzahl von Formularmasken bereithält, als auch die Bedienerführung über die Programmauswahlmasken steuert und dabei in der Lage ist, nicht nur verschiedene Informationen aus mehreren Datenbeständen vor dem Drucken zusammenzuführen, sondern auch von mehreren EDV-Anlagen Druckaufträge entgegennimmt (Druckersharing).

Millionen Drucker

Schnell- und Tintenstrahldrucker stellen die am stärksten wachsenden Marktsegmente der nächsten Jahre dar, so die Marktforscher von Dataquest. Den Löwenanteil behält dennoch auf längere Sicht mit Stückzahlen um die vier Millionen die relativ langsame Nadeldruckertechnologie.

Informationen: Franz Fischbach ist freier EDV-Fachjournalist in Lügde