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19.10.1979 - 

International Data Corporation (IDC) analysiert die Situation der PCM-Hersteller:

Mixed-Peripherie: Marktanteile und Marktchancen

MÜNCHEN (de) - Während der Einsatz "fremder" Peripherie von unabhängigen PCM-Herstellern in USA zunehmend das "Normale" wird, ist in Europa - im Bereich der Universalrechner - die Marktdurchdringung der "Plug Compatible Manufacturers" noch immer recht gering. Zu diesem Ergebnis kommt die IDC-Studie "Peripherals in Western Europe 1978 bis 1982", die auszugsweise im EDP Report der IDC Deutschland GmbH, München, veröffentlicht wurde. "Egal ob konventionelle Platten- oder Bandlaufwerke", kommentieren die IDC-Marktforscher, "diese Peripherie stammt zu rund 80 Prozent vom Hersteller der Zentraleinheit." Hier die Kurzfassung der IDC-Auswertung:

Wo liegen die Chancen der PCM-Hersteller bei "uns"?

Bezogen auf den "Plattenmarkt" am ehesten wohl bei EDV-Anwendern mit "kleineren" Systemen.

Die Gründe:

- Der "kleine" EDV-Anwender (der natürlich beim EDV-Budget der "größte" ist) fordert mehr Plattenkapazität.

Systeme, die zwischen zwölf und 36 Monate installiert sind, wachsen nicht selten über ihre ursprüngliche Konfiguration hinaus. Zusätzliche Anwendungen erfordern sehr häufig Erweiterungen der Peripherie. Außerdem ist eine höhere Auslastung in der Regel sogar noch wirtschaftlicher.

Spezialisierte PCM-Hersteller können mit einem vernünftig kalkulierten Produkt, höherer Kapazität und Leistung seht wohl erfolgreich gegen die Original-Konfiguration akquirieren wie BASF mit dem Mini-Disk-Drive.

- Der Marktanteil der OEM-Hersteller an Minicomputern wächst weiter

Firmen wie Ampex, BASF, Calcomp, Pertec etc. sind geradezu versessen darauf, in diesem Sektor Marktanteile zu sammeln. Da sich jedoch die Anforderungen der EDV-Benutzer ständig ändern, liegt die größte Schwierigkeit, aber auch die größte Chance der OEM-Häuser in ihrer Anpassungsfähigkeit an die ständig wechselnde Nachfrage.

Die Daten der Tabelle 1 wurden aus einer nicht repräsentativen Stichprobe von weniger als 100 kleinen und mittleren OEM-Häusern zusammengestellt. Sie können somit nur generelle Hinweise über die Verteilung geben.

Nicht ganz unerwartet hat sich der Markt für Floppy-Disk-Laufwerke stärker entwickelt als noch vor wenigen Jahren prognostiziert wurde.

Marktchancen "Floppy -Disk-Laufwerke"

Vor allem OEM-Häuser haben die Floppy-Disk zu einem nicht mehr wegzudenkenden Peripheriegerät in Small-Business-Systemen gemacht. Trotzdem ist der europäische OEM-Markt weniger stark ausgeprägt als der amerikanische. Es fällt besonders auf, daß in den einzelnen europäischen Ländern die Nachfrage weitgehend durch kleinere Anbieter abgedeckt wird, die sich auf nationaler Ebene und entsprechender Enwicklungsstufe bewegen.

Andererseits gibt es einige große multinationale Unternehmen, zum Beispiel Triumph-Adler, deren Bedarf an Peripheriegeräten, die nicht im eigenen Haus gefertigt werden, durchaus mit dem großer amerikanischer Firmen verglichen werden kann.

Eine Marktlücke besteht hier möglicherweise bei mittleren OEM-Kunden, von denen es gerade in Deutschland eine ganze Reihe gibt.

Zur Zeit werden von den verschiedenen Herstellern noch fast ausschließlich Floppy-Disk-Laufwerke mit einfacher Zeichendichte geliefert. In zunehmendem Maße erfreut sich aber auch eine doppelte oder mehrfache Zeichendichte großer Beliebtheit.

Marktchancen für Lieferanten von Floppy-Disk-Laufwerken liegen also mittelfristig vor allem bei diesen anspruchsvolleren Geräten.

Aber auch ein zweiter Bereich, der Sektor der sogenannten "low-cost-drives", kann erhebliche Marktanteile bieten. Derartige Laufwerke werden mehr und mehr im Hobbycomputermarkt Verwendung finden. Während bis vor kurzem auch in den USA noch andere externe Speichermedien, wie Magnetbandkassetten, vorgeherrscht haben, stürzt sich nun alles auf Floppy-Disk-Einheiten.

Das Marktsegment Hobbycomputer zu dem neben "spielerischen" Anwendungen auch durchaus ernstzunehmende kaufmännische und technische Anwendungen zu rechnen sind, ist im Augenblick weder von der quantitativen noch von der qualitativen Nachfrage her abgrenzbar.

Magnetband -Peripherie

Einige Fakten zum Marktsequent der konventionellen Magnetbandperipheriegeräte, wie es sich nach neuesten Erhebungen in 1978 darstellt:

- Der Einsatz von Magnetbändern bleibt nach wie vor den Anwendern von Universalrechnern vorbehalten.

- Die "schnellen" Bänder von gestern sind heute schon Standard und die heutigen "Schnellen" werden morgen schon selbstverständlich sein.

Die Entwicklung von mageren 20 KB Übertragungsrate zunächst auf 1200 KB und dann sogar weit über 120 KB zeigen ebenso wie die Steigerung der Zeichendichte von 800 über 1600 zu 6250 bpi einen Trend durch verbesserte Leistung einen wirtschaftlicheren Einsatz zu erzielen.

Wohlgemerkt: Die Anzahl der installierten Einheiten bleibt schon seit geraumer Zeit in etwa konstant.

- BASF ist der führende Lieferant von PCM-Magnetbandlaufwerken, die an IBM-Systeme angeschlossen werden. STC folgt erst mit großem Abstand und konnte vor allem in Frankreich einen hohen Marktanteil erzielen. In jedem Fall tendiert jedoch die überwältigende Mehrheit der EDV-Benutzer zur Installation von Bandeinheiten, die vom selben Hersteller geliefert werden, wie die CPU.

- Der Minicomputer-Markt ist recht durchwachsen. Die meisten "Mini-Anwender" haben ebenfalls Bandeinheiten ihres CPU-Lieferanten angeschlossen. Auf diese Weise haben vor allem Digital Equipment, Hewlett Packard und Data General ihre Verkäufe nach oben getrieben.

Inzwischen hat sich auch daran einiges geändert: OEM-Häuser mischen kräftig mit und die Anzahl der Minicomputerlieferanten, die selbst keine Bandeinheiten herstellen können, hat sich sprunghaft erhöht. Das wiederum haben sich Firmen wie Pertec, Ampex und die Perkin-Elmer-Tochter Wangco zunutze gemacht und sind zielstrebig an OEM-Häuser und Endbenutzer herangetreten. Das Schwergewicht der Akquisition bei Kennedy und SE-EMI hingegen lag vorwiegend bei OEM-Interessenten.

- Das IBM System /1 hat bei westeuropäischen OEM-Herstellern inzwischen regelrecht eingeschlagen. Es ist hierbei nicht zwingend erforderlich, daß Peripheriegeräte, also auch Bandeinheiten, ausschließlich von IBM bezogen werden. Datum zum Beispiel ist sehr aktiv dahinter her, kompatible Magnetbandeinheiten für sas System /1 zu liefern.

Qintessenz

Betrachtet man den Markt der peripheren Geräte in Westeuropa als Ganzes, so ergeben sich folgende Thesen für den gegenwärtigen Status und die künftige Entwicklung:

- Der Markt der Universalrechner erreicht seinen Sättigungsgrad; Konfigurationsbereinigungen unter Kosten-Nutzen-Gesichtspunkten werden folgen.

- Periphere Geräte werden auch in Westeuropa in zunehmendem Maße von PCM-Herstellern geliefert werden.

- Der Markt der Minicomputer ist durch die zunehmende Aktivität flexibler OEM- und Systemhäuser hart umkämpft und bietet gute Marktchancen für gezielt eingesetzte Peripherie.

- Der Markt der "Hobbycomputer" läßt am unteren Ende der Größenskala die größten Absatzchancen zu. Die Billiganbieter könnten mit entsprechender Peripherie den Markt zu ihren Gunsten öffnen.