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20.06.1980 - 

Im Bereich der Mittleren Datentechnik lohnt es sich nicht:

Mixen ist heute kein Risiko mehr

MÜNCHEN (gr) - "Mixen stellt heutzutage kein Risiko mehr dar," äußerte der Vertreter eines Computerherstellers auf die Frage nach den Chancen und Risiken des Hardware-Mixes. Rein vom Preis her bedeutet das Zusammenstellen von Hardware verschiedener Hersteller, das DV-Budget gehörig zu schonen. Von der technischen Seite her stellen sich für den Kenner und Könner wenig Probleme. Dennoch verlangt nach Ansicht eines Beraters das Mixen ein gewisses Know how, nicht nur wenn es um die Auswahl einer leistungsfähigeren Einheit geht, sondern gerade dann, wenn es gilt, den Fehler zu orten, um den richtigen Techniker zu bestellen.

Mixen von Hardware bleibt auf den Bereich der Universalrechner und Small Business Computer beschränkt. Bei Anlagen der Mittleren Datentechnik lohnt es sich nicht, obwohl der direkte Anschluß von Peripheriegeräten eines Fremdherstellers von der technischen Seite realisierbar ist, erläuterte ein Vertreter der Nixdorf Computer AG, Paderborn. Die einzelnen Bestandteile des Betriebssystems seien zu eng ineinander verflochten, als daß eine Änderung eine wirtschaftlich sinnvolle Lösung bedeuten würde. Gegen den Anschluß von Druckern und Bildschirmgeräten anderer Hersteller spräche allerdings nichts.

Ab der 138 geht es los

Im Durchschnitt fangen Anwender ab der Größe einer IBM/138 zu mixen an, die kleineren fühlen sich wohl im Schoße der IBM, erklärte der Vertreter eines führenden Plattenherstellers. Die großen Anwender wurschtelten, vor allem um den Geldbeutel zu schonen. Gegenüber den IBM-Preisen spare der Mixer zwischen 20 und 40 Prozent, von den Spezialisten in bestimmten - Hardware-Bereichen wie Laufwerke könne der Mix-Willige außerdem eine neuere Technologie kaufen, als die IBM anbietet. Im Magnetplattensektor beispielsweise sind Verfahren auf dem Markt, die trotz doppelter Kapazität eine kürzere Zugriffszeit aufweisen.

Die GES - Gesellschaft für elektronische Systemforschung mbH, Allensbach, tätig im Beratungs- und Organisat Trainingssektor" hat selbst erfolgreich gemixt, wie Geschäftsführer Helmut Walter erklärte. Nachdem am Anfang einiges Lehrgeld zu zahlen war, könnten jetzt bessere Features erreicht werden als mit "reiner" Hardware. Beispielsweise sei eine höhere Übertragungsrate bei einer größeren Plattenkapazität realisiert. Das Mixen von Peripheriegeräten für Small Business Computer- und nur darauf bezieht sich Walter - ist seiner Ansicht nach nur dann zu empfehlen, wenn folgende Voraussetzungen gegeben sind:

- der Benutzer muß von der fachlichen Seite her in der Lage sein, die Spezifikationen der verschiedenen Geräte zu interpretieren und entsprechend den Anschlußbedingungen an seine vorhandene Anlage zu überprüifen. Gefordert sei also ein Fachmann, der auch etwas vom Zusammenspiel von Hardware und Software versteht, um mit Hilfe der Testsoftware den Fehler zu lokalisieren und dann den richtigen Techniker anzurufen. Der Anwender müsse überdies die Gewißeit besitzen, daß der Fehler richtig lokalisiert sei. Sonst, so warnt Walter sagt ihm jeder Mixer, daß seine Anlage am Versagen des Systems nicht beteiligt sei.

- Es darf außerdem keine Anwenung beim Benutzer vorliegen, die nicht den Ausfall der Anlage über acht Stunden vertretbar erscheinen laßt. Falls die Reparatur sehr schnell

abgewickelt werden muß, empfiehlt sich nach Ansicht von Walter, einem Hersteller treu zu bleiben. Allerdings so fügte er hinzu, können auch mit Herstellern von Small Business Systemen spezielle Wartungsverträge abgeschlossen werden, wodurch sich die Response-Zeiten erheblich verkürzten.

Erfülle der Anwender diese Voraussetzungen, minderten sich die Hardware-Kosten um 50 bis 60 Prozent.

So ganz ohne Risiken scheint das Mixen jedoch nicht abzugehen. Was den Minicomputerbereich angeht empfiehlt Walter bei niedrigem Hardwarepreis, dem Einsatz als Turnkey-System oder Element in einer Systemeinheit dem Anwender, der über genügend Geld verfügt, die Finger vom Mixen zu lassen. Seiner Ansicht nach wäre dieser Anwender unklug beraten, wenn er sein System allein zusammenstellen würde.

Auf der technischen Seite des Mixens sieht auch Heinz J. Küster, Geschäftsführer der Orga-Technik gleichen Namens, Ottobrunn, keine Probleme mehr. Die Zeiten, in denen ein Techniker sich in allen Systembereichen auskannte, gehörten der Vergangenheit an. Die Service-Techniker der neuen Generation seien so spezialisiert, daß für die verschiedenen Fehlerquellen auch unterschiedliche Fachleute zuständig seien.

Nach Ansicht von Küster, der auch die Beratung von Anwendern aus dem MDT-Bereich übernimmt, soll der Anwender bei der Aufsetzung des Vertrages auf eine klare Abgrenzung der Schnittstellenbestimmungen achten, um die Verantwortlichkeiten im vorhinein zu regeln. Wenig Bedenken hat Künster, wenn die einzelnen Geräte leicht voneinander isolierbar sind, indem man beispielweise den Stecker rauszieht. Der Fehler könne in diesem Falle leicht eindeutig einem Gerät zugeordnet werden.