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07.04.2000 - 

Wenn aus Kollegen Feinde werden

Mobbing verursacht auch wirtschaftliche Schäden

MÖNCHENGLADBACH (CW) - Psychoterror am Arbeitsplatz hat seit Anfang der 90er Jahre einen Namen: Mobbing. Die Schikanen durch Kollegen und Vorgesetzte schaden nicht zuletzt den Unternehmen. Abhilfe verspricht der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) durch Seminare und Beratungen.

Mobbing gibt es in allen Berufen: vom Facharbeiter bis zum leitenden Angestellten. Zwei Drittel aller Mobbing-Fälle ereignen sich nach einer Untersuchung des DGB bei Arbeitnehmern auf der mittleren Hierarchieebene. Wie viele Menschen in Deutschland unter Schikanen ihrer Kollegen oder Vorgesetzten leiden, ist nicht genau bekannt. Der DGB schätzt die Zahl auf 1,5 Millionen. Seminare zum Thema sind beim Gewerkschaftsbund regelmäßig gut besucht.

Führungskräfte steuern selbst zu wenig gegenMobbing ist keine harmlose Stichelei unter Kollegen. Die ständigen Schikanen machen die Opfer krank - seelisch und körperlich. Betroffene fehlen immer häufiger und verlieren oft ihren Arbeitsplatz. Viele Betroffene können schließlich überhaupt nicht mehr arbeiten und müssen vorzeitig in Rente gehen. Doch nicht nur die Opfer leiden, auch den Unternehmen schadet das feindselige Verhalten ihrer Beschäftigten. In Schweden sind laut Schätzungen rund fünf Prozent aller Krankentage die Folge von Mobbing. Jeder Fehltag kostet den Arbeitgeber zwischen 800 und 1200 Mark.

Psychoterror am Arbeitsplatz hat meist mehrere Ursachen. Neid und Konkurrenz sind immer im Spiel. Konflikte, die nicht offen angesprochen werden, sind der ideale Nährboden für Mobbing. Hinzu kommt laut DGB, dass es "vielen Führungskräften an Kenntnissen in Menschenführung mangelt". Sie mobben selbst oder greifen nicht ein, wenn Mitarbeiter terrorisiert werden. Auch die Situation der Opfer spielt eine Rolle: Wer Schwächen zeigt, ist leicht angreifbar. So leiden nach einer schwedischen Untersuchung Behinderte rund fünfmal häufiger unter Mobbing als ihre nicht behinderten Kollegen.

Nach Erfahrung des DGB müssen sich Kollegen einmischen und unfaire Mitarbeiter oder Vorgesetzte rechtzeitig in ihre Schranken weisen. In Seminaren sensibilisieren die Technologieberatungsstellen (TBS) des DGB daher Betriebsräte für erste Warnsignale. "Das können ganz profane Dinge sein, wie etwa ein Kollege, der bei jeder Abteilungssitzung krank ist", so Karsten Lessing, Berater bei der TBS Mönchengladbach. Auch außerhalb der Seminare können sich Betriebsräte an die TBS wenden und beraten lassen. Sie hilft zum Beispiel bei Betriebsvereinbarungen zum Thema Mobbing. Im Ernstfall vermittelt sie Psychologen oder Arbeitswissenschaftler, die Konflikte im Betrieb lösen. Die Regionalstelle Niederrhein ist erreichbar unter der Rufnummer 021 61/20 97 50 sowie per E-Mail tbs-nrw-mg@t-online.de.