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Möglichkeiten und Grenzen "ambulanter" Datenerfassung:


28.07.1978 - 

Mobile DE Geräte: Technische Restriktionen beseitigt

MÜNCHEN (de) - Mobile Datenerfassungsgeräte, jahrelang als unzuverlässig gebrandmarkt, finden mittlerweile besonders in Handelsbetrieben starke Beachtung - bisherige Anwender berichten von Kosteneinsparungen im Lager- und Personalbereich. Möglichkeiten und Grenzen der "Portables" zeigt Hans-Georg Glasemann* auf.

Einsatzmöglichkeiten für Systeme der mobilen Datenerfassung in Handelsbetrieben ergeben sich schwergewichtig dort, wo im großen Umfang Daten mit geringem Volumen pro Aufgabe in geographisch oder lokaler breiter Streuung erfaßt und aktuell an zentrale Stellen übermittelt werden müssen.

Einerseits lassen sich herkömmliche, bewährte Verfahren der direkten Datenerfassung, wie Datenerfassung mit tragbaren Kartenlochern, Datenerfassung mit Hilfe von Markierungsbelegen und Zeichenlochkarten durch Systeme der mobilen Datenerfassung ersetzen, andererseits können Organisationsformen die bisher wegen ihrer Datenerfassungs- und Kommunikationsprobleme nicht praktikabel oder unwirtschaftlich waren, nun realisiert werden.

Die heute in der Bundesrepublik Deutschland angebotenen Geräte zur

mobilen Datenerfassung sind bis auf wenige Ausnahmen vom Fernmeldetechnischen Zentralamt zugelassen. Das bisherige starre und prohibitive Verhalten der Deutschen Bundespost bezüglich neuartiger Telekommunikationsmittel gehört der Vergangenheit an. Die Post ist bereit, bei Pilotanwendungen mitzuwirken und sich der technischen Entwicklung anzupassen, sicherlich unter Beachtung von allgemeinen, von den Postverwaltungen festgelegten Normen, deren Einhaltung letztlich für alle Benutzer von Vorteil ist, da eine kompatible überbetriebliche Infrastruktur letztlich die Kommunikation "jeder mit jedem" erlaubt.

Die Zuverlässigkeit der akustischen Datenübertragung liegt nach Angaben der Hersteller im Fehlerbereich der herkömmlichen Datenfernverarbeitung. Erreicht wird diese hohe Fehlersicherheit durch Plausibilitätsprüfungen auf der Sende- und Empfangsseite des Datenerfassungssystems. Allerdings muß jeder Anwender die Ansprüche an Leistung und Zuverlässigkeit der akustischen Datenübertragung im eigenen Ermessen für "seine" Daten prüfen. Zu diesem Zweck bieten einige Vertriebsfirmen Probeinstallationen an.

Die begrenzte Speicherkapazität ist lediglich bei Halbleiterspeichern Engpaß, da Magnetbandkassetten nach Auffüllung ausgetauscht werden können. Halbleiterspeicher sind je nach Problemstellung zur Speicherung von 4 bis 88tausend Zeichen ausbaufähig, eine Speichergroße, die bei den meisten heute bekannten Anwendungen ausreicht.

Ein entscheidender Schritt zur Vereinheitlichung von Erfassungsnummernsystemen und Codes wurde von der Centrale für Coorganisation durch Einführung der "Europäischen Artikelnummer" (EAN) sowie der EAN-Strichcodes getan. Dieses System der Artikelklassifikation tritt anstelle der bisherigen bundeseinheitlichen Artikelnumerierung (ban), erfaßt alle in Groß- und Einzelhandel angebotenen Ge- und Verbrauchsgüter und ist mit österreichischen, französischen, amerikanischen und kanadischen Artikelnummersystemen verträglich. Für EAN-Strichcodierung werden neuerdings Handauszeichnungsgeräte für die Auszeichnung seitens des Einzelhandels angeboten.

Im Vergleich zu konkurrierenden Datenerfassungssystemen, wie mittlere Datentechnik (MDT), Kassensystemen (POS) und dialogfähigen Datenverarbeitungsanlagen, sind die Kosten für Systeme der - mobilen Datenerfassung bei zweckmäßiger organisatorischer Gestaltung wesentlich geringer.

Die Investitionsausgaben für ein mobiles Datenerfassungsgerät bewegen sich in Abhängigkeit von der vorgesehenen Anwendung je nach technischer Ausführung in der Bandbreite zwischen 450 und 9.600 Mark, wobei der Schwerpunkt bei den heutigen Anwendungen im Bereich zwischen 3.000 und 6.000 Mark liegt, das sind rund 66 bis 132 Mark monatlich.

Auf der Empfangsseite wird für den Datenempfang in der Regel aus Zweckmäßigkeitsgründen ein Prozeßrechner mit entsprechenden Peripheriegeräten (Empfangsmodems, Magnetbandgerät, Konsole etc.) installiert. Das führt zu Ausgaben von 100.000 bis 150.000 Mark (2.200 bis 3.300 Mark monatlich.)

Die bisherigen Anwender berichten von Rationalisierungserfolgen, insbesondere durch Kosteneinsparungen im Lager- und Personalbereich. Gemessen an der Gesamtzahl der Handelsbetriebe in der Bundesrepublik Deutschland ist die Zahl der bisherigen Anwendungen im Handel allerdings gering. Typische Anwendungsfälle zeichnen sich in stark dezentralisierten Unternehmen ab, meist in der Außendienst- oder Verkaufsfahrerorganisation.

Der Trend zum mobilen Datenerfassungsgerät läßt sich am zunehmenden Interesse des Handels an einfachen und preiswerten Datenerfassungssystemen erkennen und wird bei weiterer Miniaturisierung und Tendenz zu leistungsfähigeren, anwendungsspezifischeren und kostengünstigeren Systemen anhalten.

*Hans-Georg Glasemann ist Mitarbeiter der Tchibo Frisch-Röst-Kaffee AG, Hamburg