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28.06.2007

Mobile Endgeräte unter Kontrolle

Berlecon Research und Fraunhofer ESK haben verschiedene Mobile-Device-Management-Lösungen auf ihren Funktionsumfang geprüft. Dabei schneidet Microsofts "Activesync" nicht gut ab.
Nach Auskunft von Jürgen Müller, technischer Analyst bei der Fraunhofer ESK, sind neben den unterstützten Endgeräten die Sicherheitsfunktionen das wichtigste Auswahlkriterium. Weitere Faktoren hängen von den Erfordernissen des Unternehmens ab. Sind sehr viele Mobilfunkgeräte im Einsatz, ist eventuell eine Inventarisierungsfunktion wichtig, werden zahlreiche Applikationen genutzt, besteht möglicherweise Bedarf an einer Softwareverteilung.
Nach Auskunft von Jürgen Müller, technischer Analyst bei der Fraunhofer ESK, sind neben den unterstützten Endgeräten die Sicherheitsfunktionen das wichtigste Auswahlkriterium. Weitere Faktoren hängen von den Erfordernissen des Unternehmens ab. Sind sehr viele Mobilfunkgeräte im Einsatz, ist eventuell eine Inventarisierungsfunktion wichtig, werden zahlreiche Applikationen genutzt, besteht möglicherweise Bedarf an einer Softwareverteilung.

Betriebssystem

Microsoft Activesync

Nokia Intellisync

RIM Blackberry

iAnywhere Onebridge

iAnywhere Afaria

Synchronica Mobile Manager

Ubitexx Ubi-Suite

Windows Mobile

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Symbian

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Blackberry

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Palm OS

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Von CW-Redakteur Manfred Bremmer

Zur Studie

Der Report "Lösungen für Mobile Device Management – Leistungskriterien, Analyse und Bewertung" soll IT-Entscheider bei der Auswahl einer geeigneten Lösung für die zentrale Verwaltung mobiler Endgeräte unterstützen. Berlecon und Fraunhofer ESK definieren dazu grundsätzliche Anforderungen. Anhand der daraus abgeleiteten Bewertungskriterien werden die wichtigsten Mobile-Device-Management-Lösungen gemessen und beurteilt. Nähere Informationen unter www.berlecon.de.

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Mobilfunkgeräte stehen Desktop-PCs um fast nichts mehr nach. Leider gilt das nicht nur für die verfügbaren Anwendungen und die Rechenleistung. Angesichts der rasch wachsenden Verbreitung der Westentaschen-Computer in Unternehmen wächst auch der Druck, die Geräte zentral zu administrieren. Neben der Definition und Durchsetzung von Sicherheitsvorgaben müssen zum Beispiel grundlegende Gerätekonfigurationen, neue Softwareinstallationen oder -Updates vorgenommen werden. Der Einsatz unterschiedlicher Endgeräte von mehreren Herstellern mit verschiedenen Betriebssystemen, erschwert das Management mobiler Devices, das im Idealfall remote und "over the air" erfolgen sollte.

Berlecon Research hat in einem aktuellen Bericht zusammen mit der Fraunhofer Einrichtung für Systeme der Kommunikationstechnik (ESK) die zentralen Anforderungen an eine Mobile-Device-Management-Lösung zusammengestellt. Demnach sollten Unternehmen Mobility-Lösungen nicht nur danach bewerten, wie gut sie Daten und Anwendungen synchronisieren können. Weitere wichtige Kriterien seien die Möglichkeiten der Softwareverteilung, Remote-Konfiguration, Inventarisierung von Hard- und Software, Backup und Restore sowie die Funktionen zur Sicherung der Endgeräte.

Gemessen an diesen Anforderungen schnitt Microsofts Groupware-Lösung "Activesync" auf Basis des Exchange Server 2003 (mit Service Pack 2) in dem Report schlecht ab: Sie bietet zwar die Möglichkeit, ohne Einsatz zusätzlicher Middleware E-Mails und Groupware-Daten auf mobile Endgeräte mit integriertem Activesync-Client zu synchronisieren. Das implementierte Device-Management beschränkt sich laut Berlecon und Fraunhofer ESK jedoch auf rudimentäre Sicherheitseinstellungen auf den Endgeräten; grundsätzliche Leistungsmerkmale wie Softwareverteilung, Remote-Konfiguration, Inventarisierung oder Backup seien bei Microsoft Exchange Activesync nicht gegeben.

Wenig unterstützte Geräte

Mit anderen "Unzulänglichkeiten" wartet laut Studie die "Blackberry Enterprise Solution" von Research in Motion (RIM) auf: Die Push-Mail-Lösung verfügt über umfangreiche Device-Management-Funktionen wie Softwareverteilung, Inventarisierung oder die zentrale Definition von Sicherheits-Policies. Die meisten davon sind aber nur für die Original-Blackberry-Handys und nicht für andere Endgeräte nutzbar.

"Good Mobile Messaging", die Lösung des inzwischen von Motorola übernommenen Anbieters Good Technology, eignet sich aktuell nur für die "Treo"-Reihe von Palm und verschiedene Geräte mit dem Microsoft-Betriebssystem "Windows Mobile 5.0"- ist also nicht unbedingt an die hiesige Endgerätelandschaft angepasst.

Relativ gute Noten erhielt die "Intellisync Mobile Suite" von Nokia, das Modul "Device Manager" hatte sich bereits in einem COMPUTERWOCHE-Praxistest (www.computerwoche.de/587181) wacker geschlagen. Positiv bewerteten Berlecon und Fraunhofer ESK bei der Nokia-Lösung die umfangreichen Funktionen, die einfache Administration sowie die breite unterstützte Endgerätebasis, bemängelt wurden lediglich Schwächen bei der Remote-Konfiguration und der primär englischsprachige Support.

Eingeschränkte LÖsungen

Lobend erwähnt wird in der Gruppe "Synchronisierungslösungen mit Device-Management-Funktionalitäten" außerdem das Produkt "Onebridge" von iAnywhere. Der dazugehörige Client ist für zahlreiche Betriebssysteme verfügbar, der Synchronisationsdienst unterstützt etwa Softwareverteilungs- und Inventarisierungsfunktionen. In puncto Sicherheit sind allerdings wichtige Features nur ansatzweise integriert. Die Möglichkeit, Policies zu definieren, fehlt laut Studie ganz.

Im Vergleich dazu wesentlich umfangreicher präsentiert sich die ebenfalls von iAnywhere angebotene, reine Device-Management-Lösung "Afaria": Das ursprünglich nur für die PC-Welt konzipierte Produkt unterstützt fast alle geforderten Leistungsmerkmale – im Gegenzug fällt der Aufwand für die Administration jedoch deutlich höher aus. Entsprechend interessant könnte nach Ansicht von Berlecon die angekündigte Kombination mit Onebridge sein, ein Erscheinungstermin sowie Details zur konkreten Umsetzung stehen allerdings noch nicht fest.

Unternehmen, denen es ausschließlich um die Verwaltung ihrer mobilen Endgeräte geht, könnte auch der "Mobile Manager" des britischen Anbieters Synchronica einen zweiten Blick wert sein. Die Device-Management-Lösung basiert auf dem offenen Industriestandard OMA (Open Mobile Alliance) und ist optional auch als Hosted-Version verfügbar. Den umfangreichen und leicht umsetzbaren Funktionen stehen laut Berlecon aber einige Schwächen in der Systemstruktur entgegen. So sei es im Test nicht bei allen Endgeräten gelungen, eine SSL-Verschlüsselung zwischen Server und Client aufzubauen.

Lösung mit viel Potenzial

Als interessante Newcomer-Lösung fand auch die "Ubi-Suite" des Münchner Startups Ubitexx Eingang in die Untersuchung. Das Produkt, so das Urteil nach einer Live-Demonstration, besitzt im Detail allerdings noch Entwicklungspotenzial. So ist die Basis der unterstützten Endgeräte mit dem Fokus auf Windows-Mobile-Devices bisher relativ begrenzt. Gleichzeitig fehlten wichtige Security-Mechanismen, etwa zur Sicherung von Endgeräten im Falle eines Diebstahls.

Allgemein kommt die Studie zu dem Schluss, dass integrierte Lösungen, die Mobility- und Device-Management-Funktionalitäten abdecken, zahlreiche Vorteile aufweisen. Dazu zählen nicht zuletzt ein geringerer administrativer Aufwand und damit die Vermeidung zusätzlicher Kosten. Reine Device-Management-Lösungen versprechen dagegen einen hohen Funktionsumfang, welcher im Gegenzug mit einem entsprechenden Aufwand für Einarbeitung und Betrieb bezahlt werden muss.